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08.12.2013|Information|ATz

Füchse müssen sich im Spitzenspiel dem THW Kiel geschlagen geben

Die Füchse Berlin mussten am letzten Spieltag der Hinrunde in der DKB Handball-Bundesliga eine 29:33 (12:18)-Niederlage gegen den Deutschen Meister und Pokalsieger THW Kiel hinnehmen. Die Gäste zeigten in Berlin ihre bisher beste Saisonleistung, sodass die Füchse trotz eines Aufbäumens Ende der zweiten Halbzeit beide Punkte abgeben mussten. Beste Werfer für die Berliner waren Bartlomiej Jaszka und Konstantin Igropulo mit jeweils sechs Toren. 

Der Tross des THW Kiel nahm nach nur wenigen Minuten bereits Fahrt auf. Nachdem zuvor Filip Jicha und Konstantin Igropulo mit Doppelschlägen den Spielstand ausgeglichen gestalten konnten, schlichen sich vermehrt Fehler in den Offensivaktionen der Füchse ein. Zu hektisch vorgetragen blieben die Berliner am Kieler Innenblock hängen. Im Gegensatz dazu dominierten die Gäste mit ihren Kombinationen. Als sich dann Filip Jicha zum Siebenmeter begab, blockte Silvio Heinevetter mit dem linken Bein den Versuch des Tschechen ab und ermöglichte seiner Mannschaft die Chance auf den direkten Anschlusstreffer. Doch wenige Sekunden später konnte Pavel Horak den Ball nicht kontrollieren, Christian Zeitz schnappte sich das Leder und sorgte für die Drei-Tore-Führung der Kieler.

Der Vorteil blieb weiterhin auf Seiten des THW, die Füchse hatten derweil Pech mit zwei Lattentreffern. Besonders das Abwehr-Trio mit Filip Jicha, Patrick Wiencek und Rene Toft Hansen machte es dem Füchse-Angriff immer wieder schwer. Selbst wenn die Berliner eine Lücke über die Außenposition fanden, rettete Kiels Schlussmann Sjöstrand mit starken Paraden. Obwohl die Füchse einen engagierten Tag erwischt hatten, war Kiel in Topform und besonders effektiv im Torabschluss. Das Resultat spiegelte eben jenen Verlauf deutlich wieder, mit 18:12 führte der THW Kiel zur Halbzeitpause.

Berlin musste daraufhin ein höheres Risiko gehen, um noch einmal den Vorsprung des THW Kiel zum Schmelzen bringen zu können. Gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs brachten die Füchse mit Bartlomiej Jaszka einen siebten Feldspieler, der den Unterschied in den Angriffsreihen ausmachen sollte. Doch zwei erfolgreiche Aktionen langten nicht gegen einen torhungrigen Marko Vujin, der an diesem Abend kaum zu stoppen war. Der Serbe hielt die Führung seiner Mannschaft mit sechs Toren Differenz, Berlin rannte sich erneut am Abwehrbollwerk der Norddeutschen fest. Aufgrund der offensiven Variante hatten die Kieler nach Ballgewinn leichtes Spiel. Filip Jicha und Torhüter Palicka nutzten die Chancen mit zwei Treffern in das leere Tor der Hauptstädter zum 15:24 nach 38 Minuten. 

Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson zog die Reißleine und versuchte, seiner Mannschaft mit einer Auszeit neue Instruktionen zu geben. Die Risikovariante verschwand wieder in der Trickkiste, währenddessen kam Kapitän Iker Romero aufs Parkett und sollte Jaszka im Spielaufbau unterstützen. Der Spanier sorgte prompt für Aufsehen mit zwei Toren und heizte die Atmosphäre vor der Rekordkulisse von 10.000 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle noch einmal an. Dennoch führten die Kieler kurz darauf erneut mit acht Treffern, der unaufhaltsame Marko Vujin erzielte seinen zehnten Treffer.

Doch trotz Unterzahl ergaben sich die Füchse nicht ihrem Schicksal, Romero wirbelte weiterhin die Kieler Hintermannschaft durcheinander und sorgte für einen Tempogegenstoß. Die jungen Spieler der Füchse, Colja Löffler und Fabian Wiede, sprangen ebenfalls in die Bresche und sorgten plötzlich für unverhofft große Hoffnungen der Zuschauer auf einen möglichen Punktgewinn. Innerhalb weniger Minuten verkürzten die Hausherren auf 23:27, dreizehn Minuten waren noch zu spielen. Kiel scheiterte indessen dreimal in Folge an Petr Stochl, der für Heinevetter in den Berliner Kasten gewechselt war.

Den Kielern gelang jedoch in den entscheidenden Phasen einfach alles. Immer wieder machte Vujin Druck und setzte seinen Nebenleute in Szene, sodass das Aufbäumen letztlich nicht belohnt werden konnte. Romero und Wiede sorgten zwar im schnellen Zusammenspiel für das 27:31, doch der Ausgleich schien weiterhin unerreichbar. Trotz eines verworfenen Siebenmeters sorgte Vujin mit seinem elften Tor für klare Verhältnisse, dessen Mannschaft nach dem Schlusspfiff ausgiebig feierte und nach Minuspunkten Tabellenerster ist. Die Füchse haben ein Spiel mehr als die Verfolger aus Hamburg und Mannheim und bleiben daher noch auf dem dritten Tabellenplatz. 

Stimmen:
Klaus Elwardt (Geschäftsführer THW Kiel)
"Wir haben ein tolles Handballspiel gesehen, die Mannschaft war auch auf Wiedergutmachungstour, besonders nach dem Punktverlust in Flensburg."

Alfred Gislason (Trainer THW Kiel)
"Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Unsere Angriffsleistung war mit Abstand das Beste, was wir in dieser Saison zu Stande gebracht haben. Auch nach der Pause haben wir gut angefangen, darauf haben wir in Überzahl aber etwas unsere Chancen verpasst."

Dagur Sigurdsson (Trainer Füchse Berlin)
"Ein Gegner, der besser als wir ist, war auch heute besser. Wir mussten oft auf Risiko gehen, das hat nicht immer geklappt. Kiel hat sehr gut gespielt, wir haben keinen schlechten Tag erwischt, aber Kiel war einfach besser."

Bob Hanning (Trainer Füchse Berlin)
"Heute haben wir einen unglaublich guten THW Kiel gesehen, uns hat dieses Quäntchen gefehlt. Kiel ist konsequent angetreten, hat überragend gespielt und dafür herzlichen Glückwunsch. Als Veranstaltung ist es ein gelungener Abend vor 10.000 Handballfans geworden."




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