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11.03.2004|Information|on

"Der Kopf muss frei werden."

Wenn am Samstag die Reserve des derzeitigen Spitzenreiters der Handball-Bundesliga im Fuchsbau antritt, geht es für die Füchse um mehr als nur zwei Punkte. Nach vier Niederlagen in Folge steht die Mannschaft von Trainer Georgi Sviridenko enorm unter Druck.



Zwar bleibt für die Füchse der Abstand zu einem Abstiegsplatz mit 4 Punkten konstant, aber Flensburg als 17. der Tabelle macht sich noch Hoffnungen auf den Klassenerhalt. Ein Sieg im Fuchsbau ist auch für die Fördestädter so etwas wie die letzte Chance, doch noch den Sprung ans rettende Ufer zu schaffen.

Doch in Berlin schaut man weniger auf den Gegner. Nach der Niederlage in Achim war zunächst Frustabbau angesagt. "Reden nützt jetzt nichts mehr, wir müssen den Kopf frei kriegen", gibt Mannschaftskapitän Michael Jantzen den Takt vor. "Wir brauchen einfach ein Erfolgserlebnis". 45 Minuten ging es in Achim/Baden gut, aber dann fehlten nach der roten Karte gegen Hok und dem verletzungsbedingten Ausfall von Stefan Matz die Alternativen. "Und plötzlich lief nichts mehr, wir liefen gegen eine Wand", analysierte Jantzen den Einbruch nach knapp 45 Spielminuten. Es fehlte die ordnende Hand auf dem Platz, Jantzen selber hat diese Rolle nicht ausüben könnten. "Ich habe einfach scheiße gespielt", übte er deutliche Selbstkritik.

Immerhin gehört Flensburg zu den wenigen Gegnern, bei denen die Füchse auch auswärts gewinnen konnten. Mit 25:22 entführten die Berliner im November die Punkte von der Förde. Die von Peter Sellmer trainierte "Zweite Welle", wie sich die Reserve des Bundesliga-Spitzenreiters selber nennt, wird im Fuchsbau versuchen, wieder Anschluss an die Nichtabstiegsplätze zu gewinnen.

Mitte Februar wurde nach drei Niederlagen in Folge Bogdan Wenta durch seinen Manager Peter Sellmer auf der Trainerbank ersetzt. Man wolle einen Trainer haben, der sich voll und ganz auf die Mannschaft konzentriere, hieß es zur Begründung. Wenta war gleichzeitig an der Seite von Kent-Harry Andersson Co-Trainer bei der Ersten Mannschaft und hatte sich nur zur Übernahme der Trainerposition bei der Zweiten "überreden" lassen, weshalb er sich nach seiner Demission sehr enttäuscht zeigte.

Sellmer sah bei seinem Amtsantritt genügend Potenzial in der Mannschaft, um die Zweite Liga zu halten. Allerdings steht für ihn aus bisher vier Spielen nur ein Sieg zu Buche, erzielt gegen den Tabellenletzten Achim/Baden (28:26), was übrigens Thomas Gloth bei den Achimern den Trainerposten kostete.

Am vergangenen Wochenende war gegen den TuS-N.-Lübbecke in der Wikinghalle nichts zu holen, mit 29:42 ging die SG unter. Aber Lübbecke ist in dieser Saison ohnehin eine Ausnahmeerscheinung in der Zweiten Liga Nord, Niederlagen gegen den verlustpunktfreien Tabellenführer dürfen nicht als Maßstab gelten. Peter Sellmer hakte die Niederlage denn auch schnell ab: "Lübbecke war für uns nicht so wichtig, das Spiel in Berlin hat da einen ganz anderen Stellenwert."

Die Flensburger spielen in der Regel eine 5:1-Deckungsvariante, in der Kapitän Frank Wahl die zentrale Rolle spielt. Der torgefährliche Linksaußen ist zudem der Hauptschütze vom Siebenmeterpunkt. Probleme bereitet den Flensburgern das Positionsspiel. Ziel der Füchse muss es also sein, die Angriffsbemühungen der SG möglichst lange abzuwehren, um dann mit schnellen Kontern zum Erfolg zu kommen. Ob Robert Runge und Stefan Schröder die Reise nach Berlin antreten, war bis heute noch unklar, beide werden möglicherweise beim wichtigen Championsleague-Halbfinale gegen den SC Magdeburg gebraucht.

Bei den Füchsen sind außer den Langzeitverletzten Pieper und Hartensuer alle Mann an Bord. Vor diesem wichtigen Spiel ist die Stimmung angespannt. Jeder Spieler weiß aber, um was es geht und wird sich für die zwei Punkte zerreißen. Die Mannschaft will es sich und den Zuschauern beweisen, dass man besser ist, als der derzeitige Tabellenplatz ausweist. Neben der Mannschaft sind aber auch die Berliner Zuschauer gefordert. Wie man zusammen mit den Zuschauern sich in einen Rausch spielen kann, hat die SG Achim/Baden am vergangenen Samstag gegen die Füchse bewiesen. Ähnliches erhoffen sich die Spieler auch im Fuchsbau. Der Verein hat jedenfalls mit einer weiteren Sonderaktion die Grundlage gelegt: Alle ermäßigten Karten werden noch einmal ermäßigt: Am Samstag gibt es die günstigsten Karten bereits für 2,50 Euro. Einlass ist ab 18.00 Uhr, der Anpfiff erfolgt um 19.00 Uhr.




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