Erstmals gingen die Füchse Berlin als amtierender Deutscher Meister in eine neue Runde. Auch wenn die Titelverteidigung nicht funktionierte, kann mit der Vize-Meisterschaft, dem Pokalsieg und dem erneuten Einzug in das Finale der Königsklasse dennoch auf eine starke Saison zurückgeschaut werden. Samt Trainerwechsel stabilisierte sich das Team um Kapitän Max Darj, um am Ende auf folgende Zahlen zu kommen.
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Lange Zeit haben es die Füchse Berlin geschafft, in jedem Wettbewerb ohne ein einziges Unentschieden auszukommen. „Alles oder nichts“ lautete die Devise wohl, wenn auch das Vermeiden eines Remis sicherlich nicht beabsichtigt war. Doch am 32. Spieltag der DAIKIN Handball-Bundesliga war es soweit. Im Heimspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf kam die Truppe von Coach Nicolej Krickau nicht über ein 30:30 hinaus. In der Machineseeker EHF Champions League blieb der Hauptstadt-Club indes ganz ohne Punkteteilung.
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Der zweite Platz ist immer der undankbarste Rang. Dennoch kann der Club mit Stolz darauf zurückblicken, in jedem Wettbewerb, in dem man teilgenommen hat, mindestens Zweiter geworden zu sein. Während es im Handball Super Cup und dem DHB-Pokal die Pole Position wurde, sind die Vize-Titel in der „stärksten Liga der Welt“ und der Beletage des europäischen Vereinshandballs mehr als beachtlich. Auch wenn vor allem die Finalniederlage gegen Barcelona als Schlusspunkt hinter der Saison schmerzt.
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Im neuen Jahr können die Füchse immerhin einen erneuten Anlauf nehmen, denn es ist ihnen gelungen, sich erneut für die EHF Champions League zu qualifizieren. Damit spielen die Berliner erstmals in der Vereinsgeschichte drei Saisons in Folge in der Königsklasse. Insgesamt ist es nach 2011/12 und 2012/13 die fünfte Teilnahme am Prestige-Produkt des europäischen Handballs. Dies ist der Vizemeisterschaft zu verdanken. Die Hauptstädter haben es also in den vergangenen drei Jahren immer unter die Top zwei der Bundesliga geschafft.
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Zwölf Jahre lang musste der Verein warten, bis er sich wieder Deutscher Pokalsieger nennen durfte. Über die Hürden Wetzlar, Eisenach, Kiel und Lemgo zogen die Füchse am 19. April in das Endspiel ein. Dort ging es gegen den Überraschungsfinalisten, den Bergischen HC. Die Berliner gaben sich keine Blöße und gewannen mit 42:33. Lasse Andersson wurde nach zwei starken Auftritten zum MVP des Lidl Final4 gewählt und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass er die Trophäe mit seinen Jungs in die Höhe strecken durfte.
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Die DNA der Füchse Berlin steckt in einer guten Jugendarbeit. Das zeigt sich nicht nur mit einigen ehemaligen Nachwuchsspielern, die bereits fest zum Kader gehören, in Verletzungsfällen sind in dieser Saison auch wieder diverse Jungfüchse eingesprungen und kamen so zu ihren Profidebüts. Mit Fabian Wiede, Nils Lichtlein, Tim Freihöfer, Matthes Langhoff, Lasse Ludwig, Lauro Pichiri, Frederik Höler, Felix Bernkop-Schnürch, William Reichardt, Gabriel Kofler, Max Günther, Tim Schröder, Jonas Kofler und Pius Joppich sind es 14 Spieler, die unter Krickau spielten und in Füchse Town ausgebildet wurden.
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Als wahrer Siebenmeter-Killer kristallisiere sich Dejan Milosavljev heraus. Insgesamt war er bei 25 Siebenmeter-Duellen in der DAIKIN Handball-Bundesliga der Spielverderber, womit der serbische Torhüter den drittbesten Wert ligaweit aufweist. Sein Highlight: Im Spiel gegen Magdeburg überragte er mit fünf Siebenmeter-Paraden und war auch ansonsten häufig im entscheidenden Moment da. Beispielsweise gegen Gummersbach markierte mit einer Tat gegen den Strich seine 19. Abwehraktion des Spiels.
32,58
Mit 32,58 Prozent grüßt indes allerdings ein weiterer Torhüter des Berliner von der Spitze, und zwar wenn es um die Quote gehaltener Bälle im HBL-Vergleich geht. Dort ist nämlich Lasse Ludwig angesiedelt, der weniger Paraden aufweist, aufgrund der aber ebenfalls geringeren Spielzeit eine hervorragende Quote in den Statistikbogen bringt. Unter allen Torhütern mit mehr als zwölf Partien macht ihm keiner etwas vor. In der neuen Saison bildet der ehemalige Jungfuchs dann das Duo mit Andreas Palicka.
34
34 Tore hatte es gebraucht, um den ersten Titel der Saison zu gewinnen. Am 23. August 2025 mussten es indes aber auch drei Tore im Siebenmeterwerfen sein, ehe Lasse Ludwig den entscheidenden Wurf von Elias Ellefsen á Skipagøtu entschärfte. Daraufhin stürmten alle Spieler auf den Keeper zu, denn das Team verteidigte mit einem 34:33 gegen den THW Kiel den Rexel Super Cup. Spannend: Noch drei weitere Male trafen die Füchse auf die Zebras: Neben den beiden Ligapartien bezwang der Hauptstadt-Club die Norddeutschen auch im Viertelfinale des DHB-Pokals.
46
Am schönsten sind Spiele für die Fans natürlich, wenn sie im Anschluss mit den Spielern feiern können, weil zwei Punkte eingetütet worden sind. 46-mal war dies in dieser Saison für die Füchse Berlin der Fall. 27 Siege waren es in der DAIKIN Handball-Bundesliga, 13 in der Machineseeker EHF Champions League, fünf auf dem Weg zum DHB-Pokal-Sieg und eben einer im Rexel Super Cup.
81
Am torreichsten war es derweil in der Bundesliga-Partie gegen die SG Flensburg-Handewitt am letzten Spieltag der Saison. Beim 43:38 haben die beiden offensivstärksten Mannschaften noch einmal ein wahres Offensiv-Spektakel abgerissen. Die zusammengerechnet 81 Tore waren der Bestwert in einem Spiel der Füchse 2025/26 – und haben die Fans im Fuchsbau ordentlich zum Feiern gebracht. Allein Mathias Gidsel war 18-mal erfolgreich.
161
Europas Krone wurde es am Ende knapp nicht, und dennoch durfte sich Mathias Gidsel eine aufsetzen – und zwar die für den Torschützenkönig in der Machineseeker EHF Champions League. Damit verteidigt er seine persönliche Auszeichnung aus der Vorsaison. Waren es 2024/25 noch 135 Tore, hat der Däne in der neuen Spielrunde noch einmal einen draufgelegt und 161 Buden für die Füchse in der Königsklasse gemacht.
317
Auch in der DAIKIN Handball-Bundesliga war Mathias Gidsel einmal mehr in Torlaune. Mit 317 Treffern – ohne einen einzigen Siebenmeter – hat er nicht nur seinen eigens aufgestellten Feldtor-Rekord in der „stärksten Liga der Welt“ erneut überboten, sondern war auch in diesem Wettbewerb der beste Schütze. Die Marke ist die zweitbeste jemals, Yoon Kyung-Shin warf 2000/01 324 Tore für den VfL Gummersbach. Auch nur drei Spieler knackten überhaupt die 300er-Marke: Neben den beiden bereits genannten auch Marko Grgić, 2024/25 noch im Trikot des ThSV Eisenach. Nach Konrad Wilczynski (07/08), Petar Nenadić (15/16) und Hans Lindberg (21/22) ist Gidsel der vierte HBL-Torschützenkönig der Füchse.
728
Die Füchse Berlin sind weithin für ihr Tempospiel bekannt. Geht ein Ball ins eigene Netz oder gelingt eine Parade, wird das Spielgerät in Windeseile zum Mittelkreis geworfen und der Offensiv-Express läuft bereits wieder. Somit müssen auch die Spieler eine hohe Dynamik an den Tag legen, sodass es zu vielen Sprints kommt. Die meisten weisen für gewöhnlich die Außenspieler auf, so auch diesmal der Linkshänder von den Färöer Inseln, Hákun West av Teigum. 728-mal zog er so richtig an in dieser Bundesliga-Saison – Bestwert beim Hauptstadt-Club.
1221
Über jenes Tempospiel kommt es eben auch dazu, dass die Berliner ihr gewohnt torreiches Spiel dem Gegner aufzwingen. Dies gelang so häufig, dass die Füchse mit 1221 Treffern auch die meisten im Vergleich über die gesamte DAIKIN Handball-Bundesliga vorzeigen können. Nur die SG Flensburg-Handewitt schaffte es auch über die Grenze von 1200 Toren. So bot der Deutsche Pokalsieger seinen Fans immer wieder ein Spektakel, bei dem es schnell zur Sache ging.
9000
Nicht nur wegen der vielen Toren kamen die Fans in die Max-Schmeling-Halle, sondern auch, um die besondere Stimmung im Fuchsbau zu erleben. Immer wieder war die Heimspielstätte im Herzen Berlins mit 9000 Zuschauern ausverkauft und sorgte für einen wichtigen Faktor. Mit den Anhängern im Rücken konnten die Spieler auf der Platte häufig ein paar Prozentpunkte mehr aus sich herauskitzeln. Deshalb gilt der Dank des Vereins an dieser Stelle – last but not least – auch den Fans.