Nach der Partie um Platz fünf bei der IHF Club-WM überragte auf dem Statistikbogen besonders ein Mann der Füchse Berlin. Lasse Ludwig erhielt völlig zurecht die Auszeichnung als Spieler des Spiels. In drei von vier Spielen des deutschen Vertreters in Kairo waren die hauseigenen Torhüter die MVP’s der Begegnung – zweimal Ludwig und einmal Frederik Höler. In dem heutigen Spiel gegen E.C. Pinheiros brillierte Ludwig mit 21 Paraden aus dem Spiel heraus. Damit hatte der 24-Jährige einen maßgeblichen Anteil am Erfolg gegen die Kontrahenten aus Brasilien.
In der ägyptischen Covered Hall New Administrative Capital war es ein 31:27 (17:13), bei dem die Füchse den besseren Start erwischten, sich jedoch in der ersten Viertelstunde durch zu viele Fehlwürfe nicht entscheidend absetzen konnten. Dieses Phänomen zog sich durch den Großteil des Aufeinandertreffens, aber dennoch war der fünfte Platz im Laufe der Partie nicht mehr in großer Gefahr, da der amtierende Deutsche Pokalsieger die Fehler der Brasilianer häufig bestrafte. Als bester Werfer ging Tobias Grøndahl hervor, der insgesamt siebenmal erfolgreich ins gegnerische Tor einnetzte. Mit zwei Siegen sowie zwei Niederlagen und einem fünften Rang geht damit die Reise in Ägypten zu Ende.
Der letzte Auftritt im Detail
Die erste nennenswerte Aktion auf der Seite der Füchse Berlin lieferte Lasse Ludwig. Der Schlussmann setzte direkt zum Beginn ein Ausrufezeichen und parierte den freien Konter von E.C. Pinheiros. Auch im Angriff danach hatte der ehemalige Jungfuchs den Fuß an der Kugel. Im Angriff war es Matthes Langhoff, der nach drei Spielminuten für den ersten Berliner Treffer sorgte. Die erste Führung wurde den Männern in den weißen Trikots von Aitor Ariño zum 2:1 beschert. Dass Langhoff über ein feines Handgelenk verfügt, zeigte dieser beim erfolgreichen Abschluss zum 3:2 per Dreher. Der Rückraum Linke hat auch ein Auge für seine Teamkollegen – so auch für Mijajlo Marsenić, der von sechs Metern auf 5:3 stellte (8.). Wenige Augenblicke später machte sich erneut Ludwig groß und mauerte sein Gehäuse zu. Genauso eine Minute später, als der Torhüter seine Qualitäten mittels einer Doppelparade unter Beweis stellte (12.). Einige Ungereimtheiten im Angriff haben eine deutlichere Führung in der Anfangsphase jedoch verhindert.
In die Torschützenliste hat sich nach rund 16 Minuten auch Hákun West av Teigum eingetragen. Der Rechtsaußen netzte zum 7:5. Ebenso erfolgreich war Marsenić eine Offensivaktion später, erneut hatte sich der Serbe am Kreis durchgesetzt. Ähnlich souverän präsentierte sich Tobias Grøndahl von der Strafwurflinie. In seinem ersten Versuch zeigte der Spielmacher keine Nerven. Wie eine Körpertäuschung in par exellence ausschaut, führte daraufhin Langhoff vor. Nachdem die Defensive der Bundeshauptstädter erneut gut gearbeitet hatte, war Kapitän Max Darj blitzschnell vorne und ließ ein 11:8 auf der Anzeigetafel erscheinen (21.). Dadurch, dass Ariño wenig später sehenswert auf Lauro Pichiri ablegte, konnte der Rechtshänder die erste Vier-Tore-Führung erzielen. Nicht beirren vom gegnerischen Körperkontakt ließ sich Aymeric Zaepfel, sodass auch der Franzose fortan zur Geltung auf dem Statistikbogen kam (23.). Den Schlusspunkt im ersten Durchgang markierte erneut der Neuzugang aus dem Linken Rückraum und sicherte die 17:13-Halbzeitführung.
Den Auftakt in die zweite Hälfte machte Leo Prantner nach 25 Sekunden. Der italienische Nationalspieler schlich sich als Einläufer gekonnt hinter dem Rücken der brasilianischen Deckung frei. Auch Torhüter Ludwig machte dort weiter, wo er in den ersten 30 Minuten aufgehört hatte und ließ die Verzweiflung in den gegnerischen Gesichtern aufkommen. Aluminiumglück hatte Grøndahl bei seinem dritten Siebenmeterversuch, erhöhte dennoch aber auf 19:14 (35.). Coach Nicolej Krickau setzte unter anderem auf das Sieben-gegen-Sechs. Den daraus resultierenden Raum nutzte erneut Prantner auf dem rechten Flügel. Dass der norwegische Siebenmeterschütze der Bundeshauptstädter auch einen Heber im Wurfrepertoire besitzt, zeigte er zum 22:18 (43.). Mit einer großen Menge an Durchschlagskraft brachte Langhoff sein Team wenige Augenblicke später nach erfolgreicher Parade von Ludwig mit fünf Treffern in Front.
Die letzten zehn Minuten der Begegnung läutete erneut die Nummer eins des Hauptstadt-Clubs ein. Nachwuchsathlet Julian Kusche hatte im Folgeangriff das perfekte Auge für Marsenić, der sich erneut keine Blöße gab und zum 27:22 traf. Ebenfalls war es der Serbe, der nach einer erfolgreichen Aktion in der Abwehr um ein weiteres Tor erhöhte. Daraufhin hatte Ariño den richtigen Riecher. Der Spanier fing das Spielgerät in der Defensive ab und konnte den Ball ins verwaiste brasilianische Gehäuse befördern (54.). Kurz darauf machte auch nochmal Prantner per Leger auf sich. Ebenso in den Vordergrund parierte sich Frederik Höler vom Kooperationsverein 1. VfL Potsdam, der sich in den letzten Spielminuten erfolgreich beweisen durfte und den 31:27-Endstand festhielt.
So sieht der weitere Fahrplan aus
Während sich die diesjährige IHF Men’s Club World Championship für die Füchse fortan in den Geschichtsbüchern befindet, bleibt nicht lange Zeit zum Durchschnaufen. Bereits in 50 Stunden sind die Athleten wieder auf dem Spielfeld gefordert. In der Opel Handball-Bundesliga gastieren die Berliner am Samstag, 3. Oktober, ab 20 Uhr bei der SG BBM Bietigheim. Zudem können sich alle Fans freuen, denn in der nächsten Woche hat das Warten auf einen Auftritt im Fuchsbau endlich ein Ende – sogar in doppelter Hinsicht. Erst steht am Mittwoch, 8. Oktober, die Begegnung in der EHF Champions League gegen den FC Porto auf dem Programm.
Tickets für die Partie um 18.45 Uhr sind hier erhältlich. Am Sonntag, 11. Oktober, kehrt dann auch die „stärkste Liga der Welt“ zurück in die Max-Schmeling-Halle. Um 18 Uhr ist der TBV Lemgo Lippe zu Gast in Deutschlands Hauptstadt.
Hier können sich die Plätze gesichert werden.
Stimmen und Statistik
Trainer Nicolej Krickau: „Es war wichtig, dass wir das Spiel heute gut überstanden haben und sich keiner der Spieler verletzt hat. Lasse Ludwig hat sich erneut mit einer sehr guten Leistung präsentiert. Jetzt freuen wir uns sehr nach Bietigheim zu reisen. Dafür sind wir bereit, wir richten unseren Blick voll und ganz nach vorne.“
Spieler des Spiels Lasse Ludwig: „Natürlich haben wir nicht die Platzierung erreicht, die wir uns erhofft haben. Wir ziehen unsere Lehren aus dem Turnier und werden weiter hart an uns arbeiten. In unseren übrigen drei Wettbewerben wollen wir nun den vollen Fokus nach vorne richten.“
Füchse Berlin: Ludwig (21 Paraden), Höler (1); Darj (1), Prantner (3), Ariño (5), Grøndahl (7/5), Gidsel, Freihöfer, Pichiri (1), Langhoff (5), Zaepfel (3), Kusche, av Teigum (1), Marsenić (5).
E.C. Pinheiros: Guerra (16 Paraden), Candido, William Santos; Fiuza (1), Oliveira (5), Pecly (2), Marques, Reis (4), Griggio (1), Emerson Santos (2), Lindoso (3), Baptista (1), Lima de Sousa, Borja (2), Duarte (3), Seifert (3/3).