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11.10.2026|Spielbericht|pst

Zu viele Gegentore bei Heimpleite gegen Lemgo

Die beiden letzten Niederlagen zuhause in der Opel Handball-Bundesliga mussten die Füchse Berlin gegen den TBV Lemgo Lippe hinnehmen. An diesem Sonntag war es ein 36:37 (19:17), bei welchem die Defensivleistung nicht stimmte, ein Offensivakteur konnte aber immerhin eine persönliche Bestleistung auf das Parkett zaubern.

Tim Freihöfer stellte mit 14 Toren einen persönlichen Rekord auf, trotzdem schmerzt die Niederlage
© Bildnachweis: Lächler

Im November des vergangenen Jahres verloren die Füchse Berlin ihr bis dato letztes HBL-Heimspiel – und zwar gegen den TBV Lemgo Lippe. Dass es am heutigen Sonntag erneut nicht reichte, trübte die Stimmung in der mit 8525 Zuschauern gefüllten Max-Schmeling-Halle. Während den 60 Minuten voller Arbeitshandball war der Deutsche Pokalsieger zwar mit einer Führung in die Pause gegangen und hatte zwischenzeitlich eine Vier-Tore-Führung inne, am Ende lag das Glück aber auf der Seite der Ostwestfalen, welche erneut zwei Punkte aus der Hauptstadt entführten. Das 36:37 (19:17) am 8. Spieltag der Opel Handball-Bundesliga bedeutete zugleich die zweite Saisonniederlage für das Team von Trainer Nicolej Krickau.

Mit Platz vier in der Tabelle geht es in die neue Woche. Tim Freihöfer darf sich indes immerhin über eine persönliche Marke freuen: Nie warf der deutsche Nationalspieler 14 Tore in einem Pflichtspiel auf Profi-Ebene. Damit war er vor Mathias Gidsel, der zehn Treffer erzielte und immer wieder gute Chancen kreierte, der beste Werfer des Tages. Buden waren es allerdings im eigenen Netz zu viele. Daran änderte auch Torhüter Andreas Palicka, der nach seiner Handverletzung erstmals wieder auf der Platte stand, nichts. Weiter geht es mit zwei Auswärtsspielen in der kommenden Woche.

So verlief der Sonntagabend im Fuchsbau

Matthes Langhoff bescherte das erste Tor der Füchse Berlin in der Max-Schmeling Halle, für die Gäste des TBV Lemgo Lippe glich allerdings Levin Wanner postwendend aus. Nach gut zweieinhalb Minuten waren bereits fünf Tore gefallen, nachdem Mathias Gidsel jedoch ein Siebenmeter verwehrt blieb, war es einer mehr für die Mannen aus dem Westen Deutschland. Das Team von Trainer Florian Kehrmann konnte daraufhin auch wegziehen, 2:5 aus der Sicht der Füchse (4.). Für jene Hausherren stemmten sich jedoch Gidsel und Nils Lichtlein mit Toren gegen den frühen Aufwind Lemgos. Letzterer spielte nach seiner Fußverletzung erstmals von Beginn an. So auch Andreas Palicka nach seinem Cut an der Hand, der Schwede setzte mit seinen ersten Paraden ebenfalls Akzente. Auch Hákun West av Teigum trug sich in die Torschützenliste ein. Nach einer guten Abwehraktion und einem daraus resultierenden TBV-Ballverlust blieb Tim Freihöfer beim Siebenmeter zum 7:8 eiskalt (12.).

Ein Ballgewinn des Ex-Lemgoers Frederik Simak leitete daraufhin den Ausgleich ein, wieder war es Freihöfer, diesmal per Nachwurf vom Strich. Weil die Berliner Defensive wieder stabil stand, konnte der deutsche Nationalspieler diesmal aus dem Tempospiel heraus vollenden – der Spielstand war gedreht, 9:8 (15.). Kurz darauf sorgte Langhoff mit einem sehenswerten Eins-gegen-Eins und einem Dreher für Aufsehen. Die Mannen aus dem Lippischen ließen sich allerdings nicht abschütteln, immer wieder glichen sie aus. Mehrere Pfiffe gegen die Abwehr der Füchse konterte diese mit Ballgewinnen, sodass im schnellen Gegenzug Gidsel auf 14:12 stellte (22.). Der Welthandballer und Freihöfer blieben in Trefferlaune und ließen den Abstand bestehen. In die Katakomben des Fuchsbaus ging es mit einer 19:17-Führung.

Während Freihöfer nach dem Seitenwechsel dort weitermachte, wo er aufhörte – in der 39. Minute erzielte er bereits seinen zehnten Treffer –, kamen die Gäste aus Lemgo ein wenig heran. Kapitän Lukas Hutecek verkürzte unter anderem auf Minus eins aus Sicht des TBV. Eine gute Viertelstunde vor dem Spielende glich dann Christian O’Sullivan aus. Im nächsten Angriff bekam Lemgos Keeper Constantin Möstl seinen Körper zwischen sich und den Ball, sodass Hutecek im Gegenzug die Füchse in Rückstand brachte (44.). Trainer Nicolej Krickau nahm daraufhin eine Auszeit, und der folgende Angriff endete bei Mijajlo Marsenić, welcher den Spielstand auf der Anzeigetafel wieder auf Pari-Pari stellte (45.). Immer wieder holte sich das Team aus Nordrhein-Westfalen die Führung zurück. Nicht aber, als Palickas Parade den Weg für Freihöfers Treffer zum 29:28 ebnete (48.).

Kurz zuvor warf Lichtlein indes seinen 300. Treffer in der Handball-Bundesliga. In einem packenden Spiel blieb der Ausganglange bis in die Schlussminuten offen. Fehler und Glanzpunkte auf beiden Seiten wechselten sich ab. Lichtlein setzte sich mit unbändigem Willen durch und erzielte das 33:33 (55.). Wenig später machte es Gidsel in ähnlicher Manier. Doch das glücklichere Händchen hatte am Ende der TBV Lemgo Lippe. Während bei den Gästen vieles funktionierte, war den Füchsen der zweite Heimsieg in dieser Woche verwehrt, sie unterlagen mit 36:37.

So geht es für die Füchse weiter

Nach der Heimspiel-Woche geht es für die Füchse Berlin in der kommenden Woche gleich zweimal auswärts ran. Am Donnerstag, 15. Oktober, geht es ab 20.45 Uhr in der EHF Champions League beim FC Porto zur Sache. Dann geht es auf direktem Weg in den Norden Deutschlands. Dort empfängt die SG Flensburg-Handewitt den Deutschen Pokalsieger am Sonntag, 18. Oktober, von 15 Uhr an. Beide Partien sind live und auf Abruf zu sehen bei Dyn.

Stimme und Statistik

Trainer Nicolej Krickau: „Zunächst einmal richten wir unsere Glückwünsche an Lemgo. So glücklich wie sie sind, so enttäuscht sind wir. Das war heute vergleichbar mit der Partie aus der vergangenen Saison. Wir kommen nicht gut ins Spiel und agieren zu hektisch. Trotzdem arbeiten wir uns gut zurück. In der zweiten Halbzeit haben wir gegen das Sieben-gegen-Sechs keine guten Lösungen parat. Wenn dann auch noch unsere üblichen Paraden ausbleiben und die Abwehr zu passiv steht, wird es schwierig für uns. Lemgo hat sich mit viel Geduld, Freiheit und Qualität in ihrem Spiel präsentiert. In der Endphase war unser Niveau im Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter nicht hoch genug, um die Gäste vor den nötigen Herausforderungen zu stellen.“

Füchse Berlin: Ludwig (3 Paraden), Palicka (3); Darj, Prantner, Simak, Ariño, Grøndahl, Lichtlein (5), Gidsel (10), Freihöfer (14/8), Pichiri, Langhoff (4), Zaepfel, av Teigum (2), Marsenić (1).

TBV Lemgo Lippe: Möstl (6 Paraden), Ebner (4); Hutecek (6), Theilinger, Zehnder (2/2), O’Sullivan (1), Schagen, Wanner (6), Carstensen (3), Nyfjäll (2), Willecke (2), Versteijnen (8), Valkovskis, Wagner (4), Rubin (3).




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