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15.10.2026|Spielbericht|pg

Freihöfer-Rekord beim Einzug in die Hauptrunde

Einen Abend mit vielen unterschiedlichen Phasen erlebten die Füchse Berlin am heutigen Donnerstag in Portugal. Beim 36:33 (19:18) gegen den FC Porto durfte das Team von Trainer Nicolej Krickau einen wichtigen Auswärtssieg bejubeln, der gleichbedeutend mit dem Einzug in die Hauptrunde der EHF Champions League ist. Dabei überragte ein Mann im Trikot der Bundeshauptstädter mit einem persönlichen Rekord.

Tim Freihöfer war mit 15 Toren der Mann des Abends.
© Bildnachweis: Filipe Oliveira Photos

Die Zuschauer in der Pavilhao Dragao Arena wurden am 4. Spieltag in der EHF Champions League Zeugen eines spannenden Handballabends. An diesem spielte sich besonders ein Mann in den Vordergrund: Tim Freihöfer. Der Linksaußen führte die Füchse Berlin mit 15 Treffern, darunter drei Tore vom Siebenmeterstrich, zu zwei signifikanten Zählern in der Gruppe A. Noch nie netzte die Nummer 20 in einem Pflichtspiel auf Profi-Ebene häufiger. Bereits vor fünf Tagen durfte sich der Nationalspieler im Duell gegen den TBV Lemgo Lippe über eine neue persönliche Bestmarke von 14 Toren freuen – heute setzte er beim 36:33 (19:18) gegen den FC Porto nochmal einen drauf. Damit stehen aus den letzten beiden Partien zusammengerechnet 29 Tore auf dem Konto des ehemaligen Jungfuchses.

Neben den persönlichen Rekord von Freihöfer dürfen sich die Berliner Fans auch über den vorzeitigen Einzug in die Hauptrunde freuen. Auch wenn der Mannschaft von Trainer Nicolej Krickau noch zwei Spiele in der Gruppenphase bevorstehen, sind die Füchse von einem der ersten beiden Plätze nicht mehr zu verdrängen. Vor den beiden ausstehenden Partien gegen One Veszprém HC sowie RK Partizan AdmiralBet befindet sich der Hauptstadt-Club auf Rang zwei der Gruppe A. Lange war die heutige Begegnung gegen die Portugiesen ausgeglichen, erst nach dem Seitenwechsel wurde es ein wenig deutlicher. In den letzten Sekunden des Aufeinandertreffens behielten die Männer in den dunkelgrünen Trikots einen kühlen Kopf und festigten den zweiten Tabellenplatz.

Die 60 Minuten im Überblick

Den Auftakt in die Begegnung markierte Matthes Langhoff. Nach 44 Sekunden schweißte der Nationalspieler das Spielgerät maßgenau ins obere rechte Eck des gegnerischen Torwartgehäuses ein. Die Berliner setzten von Beginn an auf schnelle Ballgewinne in der Defensive, um durch rasche Tempogegenstoße zum Erfolg zu kommen. Dank Tim Freihöfer sowie Mathias Gidsel gelang dieses Vorhaben par excellence. Wenig später war es erneut Langhoff, der Diogo Rêma Marques zum 4:1 überwinden konnte und den ersten Drei-Tore-Vorsprung erzielte (4.). Doch auch der FC Porto kämpfte sich in die Partie. Die Mannschaft von Trainer Carlos Alberto Prata Martingo spielte ihre Angriffe geduldig aus, wodurch die Männer in den blau-weißen Trikots die Lücken in der Füchse-Abwehr fanden. Sobald sich den Füchsen jedoch die Möglichkeit bot, die Fehler der Portugiesen zu bestrafen, taten sie dies eiskalt – unter anderem in Form von Nils Lichtlein (10.). Nachdem Frederik Simak in der darauffolgenden Abwehrphase diszipliniert den Ball eroberte, sprintete Freihöfer bereits auf und davon und netzte zum 9:6.

In der 17. Spielminute brachte Lichtlein die Zuschauer zum Staunen – eine Körpertäuschung wie aus dem Lehrbuch sowie ein gelungener Abschluss sorgten für das 12:10. Dass der Spielmacher auch exzellente Qualitäten in der Vorarbeit besitzt, zeigte dieser eine Offensivaktion später, als Gidsel perfekt in Szene gesetzt wurde und der Däne mit viel Schwung aus der zweiten Reihe abschließen konnte. Eine Angriffsaktion später gelang die Kugel auf engstem Raum durch Tobias Grøndahl zu Aymeric Zaepfel, welcher auf Freihöfer abräumte – der Nationalspieler verwandelte schnörkellos zum 15:11 (23.). Erneut präsentierte sich der Linksaußen treffsicher, nachdem sein früherer Jungfuchs-Mitspieler Lichtlein ein perfektes Auge bewies und den Ball von der Mitte-Position auf den linken Flügel beförderte. In Überzahl kam Langhoff von der linken Angriffsseite mit vollem Tempo und stürmte mit maximaler Überzeugung zum 17:14. Nahezu dasselbe Szenario spiegelte sich eineinhalb Minuten später wieder, als der Rückraum Linke erneute keine Nerven zeigte (26.). Zum Teil leichte Ungenauigkeiten verhinderten einen größeren Vorsprung nach dem Ablauf des ersten Durchgangs, sodass der Hauptstadt-Club mit einem 19:18 in die Kabine ging.

Nach der Pause präsentierte sich Freihöfer ähnlich treffsicher wie in der ersten Hälfte und ließ seinen Verein das erste Mal im zweiten Abschnitt jubeln. Die Nummer 20 präsentierte sich zunächst als Alleinunterhalter und konnte auch das 21:21 für sich beanspruchen (35.). Nach einer guten Defensivsequenz und einem schnellen Konter, trug sich auch sein Pendant auf der anderen Seite, Hákun West av Teigum, in die Torschützenliste ein. Ein Ausrufezeichen gab auch Andreas Palicka ab – der Schlussmann ließ Antonio Martinez verzweifeln und verriegelte seinen Arbeitsplatz. Wie schon im ersten Durchgang war Simak in der Abwehr hellwach – durch einen Steal des Kreisläufers und einen Expresspass auf Gidsel erschien ein 25:22 auf der Anzeigetafel in Pavilhao Dragao Arena (39.). Dass er auch vom Siebenmeterstrich erfolgreich sein kann, stellte Freihöfer beim 26:23 unter Beweis.

Die letzte Viertelstunde wurde durch einen erfolgreichen Strafwurf von Grøndahl eingeläutet. Aufgrund einer Zeitstrafe für Freihöfer, durfte der Norweger sein Können vom Strich unter Beweis stellen. Dass Simak auch im Angriff der Bundeshauptstädter von großer Bedeutung sein kann, machte der Neuzugang bei seinem Treffer zum 29:27 (50.) deutlich. Unaufhaltsam spielte an diesem Abend Freihöfer. Einmal mehr wurde der Linksaußen optimal von Langhoff in Szene gesetzt und stellte auf 31:29. Aufgrund der Parade von Palicka und einem artistisch einzigartigen Treffer von Gidsel im Tempogegenstoß konnte sich der amtierende Deutsche Pokalsieger eine erneute Drei-Tore-Führung erarbeiten. Das Momentum der doppelten Überzahl nutzte der dreimalige Welthandballer auch eine Offensivaktion später aus und erhöhte auf 33:29 (55.). Als Aitor Ariño rund 40 Sekunden vor dem Spielende in der Deckung die Kugel abfing und Gidsel das Spielgerät ins verwaiste Porto-Tor befördern konnte, war der Auswärtssieg perfekt. Auch Palicka trug sich kurz darauf noch in die Torschützenliste ein, indem der Schwede den Ball ins leere Gehäuse der Hausherren warf. Nach dem Ertönen Schlusssirene durften sich die Füchse Berlin über den 36:33-Auswärtssieg freuen und gleichzeitig den Einzug in die Hauptrunde der EHF Champions League bejubeln.

Die Auswärtstour geht weiter

Einige Reisestrapazen müssen die Füchse in diesen Tagen verkraften. Von der Atlantikküste geht es nonstop weiter an die Flensburger Förde. Dort gastieren die Berliner am Sonntag, 18. Oktober, ab 15 Uhr bei der SG Flensburg-Handewitt. Im Spiel gegen den Tabellenführer der Opel Handball-Bundesliga wartet eine schwierige Aufgabe auf das Team von Trainer Nicolej Krickau. Ein hartes Stück Arbeit steht den Bundeshauptstädtern auch drei Tage danach bevor – der nächste Kracher steht am Mittwoch, 21. Oktober, um 18.45 Uhr in Ungarn an. Dortiger Herausforderer ist der One Veszprém HC. Über das nächste Heimspiel im Fuchsbau dürfen sich alle Fans am Sonntag, 25. Oktober, freuen. Um 16.30 Uhr ist die HSG Wetzlar im Rahmen der „stärksten Liga der Welt“ zu Gast in der Max-Schmeling-Halle. Tickets sind hier erhältlich.

Stimmen und Statistiken

Trainer Nicolej Krickau: „Zunächst einmal sind wir sehr glücklich darüber, dass wir uns vorzeitig für die Hauptrunde qualifizieren konnten. Unser erstes Teilziel haben wir somit erreicht. In der ersten Hälfte haben wir heute zwei sehr unterschiedliche Viertelstunden gezeigt. In den ersten 15 Minuten waren wir gut in der Abwehr, aber uns haben jedoch die Paraden gefehlt. In der zweiten Viertelstunde haben wir weniger technische Fehler gemacht, aber hatten dafür nicht mehr den nötigen Zugriff in der Defensive. In der zweiten Halbzeit hatten wir oftmals das Gefühl von Kontrolle in unserem Spiel, aber unsere Spielqualität war nicht ganz auf unserem Niveau, sodass es lange spannend blieb. Einige Paraden von den Außenpositionen helfen uns dann aber sehr, wodurch wir uns einen kleinen Vorsprung erarbeiten können. Grundsätzlich sind wir froh über die Qualifikation für die Hauptrunde.“

Matthes Langhoff: „Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir den Einzug in die Hauptrunde geschafft haben. Das war heute, wie erwartet, kein einfaches Spiel. Porto hat die kompletten 60 Minuten hinweg sehr gut dagegengehalten und uns das Leben echt schwer gemacht. Trotzdem haben wir es gerade zum Spielende hin geschafft einen klaren Kopf zu behalten und durch die Fehler von Porto im Sieben-gegen Sechs das ein oder andere leichte Tor zu erzielen, wodurch wir den Sieg über die Bühne bringen konnten.“

Füchse Berlin: Ludwig (2 Paraden), Palicka (7, 1 Tor); Darj (1), Prantner, Simak (1), Ariño, Grøndahl (1/1), Lichtlein (3), Gidsel (8), Freihöfer (15/3), Langhoff (5), Zaepfel, av Teigum (1), Marsenić.

FC Porto: Abrahamsson, Marques (6 Paraden); Gomes (3), Moreira de Oliveira (1), Silva (3), Amador Salina (2), Costa (8), Fernandes (3), Martinez (3/2), Soares Djanló, Ferreira (2), Reis Veiga de Magalhāes, Azevedo de Oliveira, Pedro Oliveira, Brandāo (7), Brito Duarte (1).




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