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18.10.2026|Spielbericht|pst

Nach der Schlusssirene: Niederlage beim Spitzenreiter

Das Gastspiel am 9. Spieltag der Opel Handball-Bundesliga bei der SG Flensburg-Handewitt haben die Füchse Berlin in der letzten Sekunde verloren. Der baldige Hauptstadt-Akteur Simon Pytlick entriss mit seinem Freiwurf zum 33:34 (19:17) seinem neuen Club den Punkt, den er nach einem umkämpften Fight verdient hätte.

Aus Flensburg kehren die Füchse dank eines Last-Second-Freiwurfs des Bald-Berliners Simon Pytlick mit leeren Händen nach Hause.
© Bildnachweis: Anderson-Jensen

In der GGW Arena mussten die Mannen von Trainer Nicolej Krickau zwar deutlich weniger Zeitstrafen verkraften (zwei zu sieben), doch die Abwehrleistung stimmte in einigen Aktionen nicht, sodass die Norddeutschen ihre Tabellenführung verteidigen konnten. Beim 33:34 (19:17) der Füchse Berlin zu Gast bei der SG Flensburg-Handewitt hatten die Hausherren den besseren Start in die Partie, doch dank eines 7:0-Laufs konnten die Hauptstädter den Spielstand zur Halbzeit drehen. Die Führung mussten sie nach dem Seitenwechsel jedoch wieder abgeben. Abermals kam der Deutsche Pokalsieger allerdings zurück und konnte durch Nils Lichtlein 15 Sekunden vor dem Spielende ausgleichen. Simon Pytlick, ab der kommenden Saison im Trikot der Berliner, verwandelte seinen Freiwurf nach dem Ertönen der Schlusssirene aber noch und bescherte seinem aktuellen Arbeitgeber den Heimsieg.

Für die Füchse bleibt nach einem aufopferungsvollen Kampf nicht einmal ein Punkt, welchen sich Kapitän Max Darj und Co. sicherlich verdient hätten. Zwar stimmte auch im Angriff nicht alles – Flensburgs Torhüter Simon Möller wurde mit 16 Paraden zum Schreck für die Füchse –, doch in Phasen betrachtet war das Gästeteam dem Spitzenreiter ebenwürdig. Auch zwischen den Berliner Pfosten konnte Andreas Palicka mit zwölf erfolgreichen Abwehrversuchen immer wieder wichtige Statements setzen, war beim abgefälschten Wurfs Pytlicks allerdings ebenfalls machtlos. Unter den Torschützen stach an diesem 9. Spieltag der Opel Handball-Bundesliga Mathias Gidsel heraus. Der dänische Welthandballer netzte nahe der Grenze zu seinem Heimatland elfmal ein.

Die unterschiedlichen Phasen im Verlauf

Der Start in das Auswärtsspiel bei der SG Flensburg-Handewitt verlief nicht nach Wunsch: Die Hausherren warfen die ersten beiden Tore. Doch die Füchse Berlin glichen in Person von Tim Freihöfer und Mathias Gidsel schnell aus. Auch Nils Lichtlein stellte früh auf Pari-Pari, 3:3 (5.). Sofort war es das erwartete Tempospiel auf beiden Seiten. Weil die Gäste aber in der Anfangsphase mehrmals an SG-Torhüter Simon Möller scheiterten, konnte Emil Jakobsen nach neun Minuten auf 8:5 für die Flensburger erhöhen. Matthes Langhoff konterte mit einem Treffer, Füchse-Keeper Lasse Ludwig parierte und Gidsel verkürzte auf Minus eins. Auch Simon Pytick, der in der kommenden Saison nach Berlin wechselt, konnte früh Akzente für die Gastgeber setzen. Im Angriff der Norddeutschen lief darüber hinaus der deutsche Nationalspieler Marko Grgić mit einigen Toren auf Hochtouren.

Nach einer knappen Viertelstunde lagen die Berliner drei Tore zurück, doch Langhoff schnappte sich einen Abpraller von der Latte, nachdem Lichtlein an jener scheiterte, und schweißte den Ball ein. Als es vier Treffer Rückstand waren, zog Füchse-Trainer Nicolej Krickau an seiner alten Wirkungsstätte die erste Auszeit und versuchte die Mannschaft neu einzuschwören (17.). Das darauffolgende Sieben-gegen-Sechs hatte jedoch keinen direkten Impact, der Angriff blieb ohne Erfolg. Nachdem Andreas Palicka nach seiner Einwechslung zum ersten Mal den Ball an die Hand bekam, warf Gidsel jedoch direkt ins leere Tor zum 13:15 (21.). Kurz darauf verkürzte Freihöfer per Siebenmeter auf Minus eins. Der schwedische Torhüter Palicka traf sechs Minuten vor der Halbzeit selbst zum Ausgleich, weitere Paraden führten dazu, dass Gidsel artistisch die erste Füchse-Führung brachte. Lichtlein erhöhte auf 17:15 (27.). Ein 7:0-Lauf des Hauptstadt-Clubs drehte indes von 11:15 auf 18:15 – eine Wahnsinns-Phase. In die Halbzeit ging es mit einem 19:17.

Auch im zweiten Spielabschnitt waren es die Flensburger, die den ersten Treffer erzielten, Hákun West av Teigum stellte allerdings wieder auf Plus zwei, dennoch kam die SG besser aus der Kabine. Die Hausherren erzielten auch den Ausgleich zum 21:21 (35.), doch der Führungstreffer blieb aus. Stattdessen netzte Gidsel unter starker Bedrängnis ein. Nach weiteren Angriffen war es aber Aymeric Minne, der auf 24:23 für die Norddeutschen stellte (39.), in dieser Phase fehlte den Berlinern der Zugriff in der Abwehrarbeit. Minnes französischer Namensvetter und Nationalmannschaftskollege Aymeric Zaepfel konnte nach Minnes nächstem Tor auch treffen, für die Füchse brillierte Palicka zudem immer wieder mit Paraden und hielt sein Team im Spiel. So konnte Freihöfer wieder ausgleichen (43.). Eine Viertelstunde vor der Schlusssirene lagen die Berliner drei Tore zurück, Krickau nahm erneut eine Auszeit.

Nach mehreren Fehlwürfen fing sich auch Langhoff wieder und brachte den Ball an Möller vorbei, dennoch rannten die Füchse dem Spielstand in der Crunchtime hinterher. Tobias Grøndahl verwandelte immerhin seinen Siebenmeter zum 29:31 (50.). Mit dem Kopf wehrte Palicka dann Minnes Wurf ab, sodass av Teigum die Füchse im nächsten Angriff auf Minus eins heranbrachte – schön abgeräumt in doppelter Überzahl. Unglaublich wichtig: Ludwig nahm Jakobsens achten Siebenmeter weg, am gegenüberliegenden Strich setzte Grøndahl das Spielgerät allerdings an den Pfosten, sodass knapp drei Minuten vor dem Ende der Lucky Punch ausblieb. Weil Flensburg aber wieder ohne Torerfolg blieb und Lasse Møller eine Zeitstrafe bekam, verkürzte Max Darj auf 32:33 (59.). 45 Sekunden vor dem Schluss war Palicka bei Grgićs Wurf aus der letzten Reihe zur Stelle, Lichtlein glich eine halbe Minute später aus. Der Schlussakkord nach der Sirene gehörte allerdings Pytlick, der den Freiwurf durch die Füchse-Mauer im Netz unterbrachte – eine 33:34-Niederlage stand für die Berliner zu Buche.

So geht es weiter für die Füchse

In der Opel Handball-Bundesliga steht am kommenden Spieltag ein Heimspiel für die Füchse Berlin auf dem Programm. Am Sonntag, 25. Oktober, gastiert ab 16.30 Uhr die HSG Wetzlar in der Max-Schmeling-Halle. Tickets für die Begegnung sind hier erhältlich. Zuvor geht es für die Hauptstädter zum Topspiel in der EHF Champions League nach Ungarn. Beim One Veszprém HC geht es am Mittwoch, 21. Oktober, von 18.45 Uhr um die ersten Punkte für die Hauptrunde der Königsklasse. Die Partie ist live und auf Abruf bei Dyn zu sehen.

Stimme und Statistik

Trainer Nicolej Krickau: „Das war ein Topspiel auf Topspiel-Niveau. Aber wir müssen daran arbeiten, auch die letzten Details für uns zu gestalten. Wir hatten eigentlich genug Chancen, den Unterschied zu machen, aber trotzdem bin ich unfassbar zufrieden mit unserem Fokus über 60 Minuten. Das war sehr cool, uns von Minus vier zurückzuarbeiten in der ersten Halbzeit und in der zweiten Halbzeit von Minus drei. Damit bin ich mega zufrieden.“

SG Flensburg-Handewitt: Burić, Möller (16 Paraden); Pytlick (5), Buschmann, Bergholt (4), Grgić (5), Tønnesen, Horgen, Volz, Jakobsen (9/7), Arnarsson, Blagotinšek, Minne (7), Novak (1),Møller (3), Witzke.

Füchse Berlin: Ludwig (3 Paraden), Palicka (12, 1 Tor); Darj (2), Prantner, Simak, Ariño, Grøndahl (1/1), Lichtlein (4), Gidsel (11), Freihöfer (5/4), Langhoff (5), Zaepfel (1), av Teigum (3), Marsenić.




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