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22.01.2013|Information|ATz

Welche Überraschung bietet uns die Nationalmannschaft noch?

Liebe Handballfreunde, mehr als eine Woche ist jetzt bei der Weltmeisterschaft schon gespielt. Allen Unkenrufen zum Trotz reden wir immer noch über unsere Nationalmannschaft, mehr denn je sogar. Die größten Pessimisten sprachen vom Vorrundenaus, die Mehrheit traute dem Team das Achtelfinale zu und erwartete dort das Aus. Meine eigenen Erwartungen hatte ich im Vorfeld auch klar formuliert. Das Achtelfinale war für mich ein Muss, das Viertelfinale das Ziel, eine Halbfinalteilnahme wäre das Sahnehäubchen und wenn es dann sogar für das Finale reicht, dann wäre das die Kirsche obendrauf. Ich hatte aber auch gesagt, dass wir davon noch weit entfernt sind und eigentlich sind wir das jetzt auch noch.

Wir müssen aber feststellen, dass die Mannschaft uns alle positiv überrascht hat. Vor allem das letzte Vorrundenspiel gegen Frankreich war an Spannung nicht zu überbieten. Für mich war es eines der besten Spiele der Nationalmannschaft in den letzten Jahren, vielleicht sogar seit der Weltmeisterschaft 2007. Da habe ich mich dann gern an die letzten Jahre erinnert. Auch als wir Mitglieder der Task Force nach der Berufung von Martin Heuberger zum Bundestrainer in der Kritik standen, wir hätten nicht den Mut zu Veränderungen. Das Gegenteil ist der Fall, Martin Heuberger hat viele Spieler getestet, noch mehr Spieler beobachtet und hat für das Turnier in Spanien eine in weiten Teilen neue Mannschaft aufgestellt.
 
Genau darin liegt für mich auch der Schlüssel des Erfolgs. Wäre ich Gegner des deutschen Teams, ich wüsste nicht, auf wen ich mich einstellen sollte. Da steht kein Superstar wie Karabatic bei den Franzosen oder auch Wael Jallouz bei den Tunesiern im Kader. Und genau das ist unsere Stärke, der homogene Kader, den Martin auch weitgehend komplett einsetzt. So hatte er immer noch einen Joker in der Hinterhand, konnte wechseln und variieren. Das hat sich dann auch im Achtelfinale gegen Mazedonien gezeigt, als Sven-Sören Christophersen schon früh verletzt raus musste und dann andere Spieler in die Bresche sprangen.
 
Jetzt hoffe ich natürlich, dass es bei Smöre wirklich nur die leichte Verletzung am Knie ist und er am Mittwoch wieder spielen kann. Mit seiner Leistung bin ich übrigens sehr zufrieden, er kommt immer besser ins Turnier und übernimmt auch die ihm zugedachte Führungsrolle. Keine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, dass er den gesamten Dezember noch verletzt war. Für die Füchse Berlin hatte er kein Spiel mehr bestritten und stieg erst mit der Nationalmannschaft wieder in das Training ein. Und auf Silvio Heinevetter muss man einfach stolz sein. Mit seiner Emotionalität gibt er der Mannschaft hin und wieder den Kick und seine Parade gestern beim 18:16 war einfach sensationell.
 
Das Turnier zeigt uns, dass wir mit der Nationalmannschaft auf einem guten Weg sind, den wir jetzt aber auch konsequent fortsetzen müssen. Ich bin gespannt, wer sich heute im Achtelfinale durchsetzt. Aber ich gehe fest davon aus, dass wir am Mittwoch gegen Spanien spielen und gerade gegen den Gastgeber sind wir natürlich Außenseiter. Aber wer weiß, vielleicht belohnt sich die Mannschaft ja noch mit dem Sahnehäubchen und vielleicht sogar mit der Kirsche obendrauf.
 
Ihr Bob Hanning




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