Die beiden Europameister Lasse Andersson (acht Tore) und Mathias Gidsel (sieben) sowie Tim Freihöfer (acht) haben die meisten Treffer der Partie geworfen. Offensiv hatten sie großen Anteil an den zwei Punkten, die in der Hauptstadt geblieben sind. Defensiv konnte sich das Team von Trainer Nicolej Krickau einmal mehr auf Dejan Milosavljev verlassen, der die Partie mit elf Paraden beendete, auch Matthes Langhoff ackerte in der Abwehr und erhielt dafür ein Sonderlob des Coaches. Nach 60 Minuten zierte ein 37:32 (13:16) für die Füchse Berlin gegen den TVB Stuttgart die Anzeigetafel der Max-Schmeling-Halle, die nach der EM mit 9000 Zuschauern ausverkauft war.
An diesem 21. Spieltag der DAIKIN Handball-Bundesliga machte es der Tabellen-14. Dem Zweiten der Liga alles andere als einfach. Vor allem in der ersten Halbzeit konnten die Schwaben stark aufspielten und übertrumpften die Gastgeber förmlich, gingen auch mit Plus drei in die Halbzeitpause. Die Ansprache dort hat bei den Füchsen aber wohl gesessen, mit einer klaren Leistungssteigerung haben die Berliner den Turnaround geschafft und bleiben nach dem Auswärtssieg in Wetzlar 2026 ohne Punktverlust. Mit im Kader waren auch wieder Nils Lichtlein und Lasse Ludwig.
So verlief das Spiel im Detail
Zwar konnte Dejan Milosavljev schnell wieder mit Paraden für die Füchse Berlin auftrumpfen, doch den besseren Start erwischten definitiv die Mannen des TVB Stuttgart. Fünfeinhalb Minuten lang blieben die Gastgeber ohne eigenen Treffer, ehe Kapitän Max Darj sein Team erlöste. Doch die Gäste erhöhten direkt im Anschluss auf 3:1. Doch Tim Freihöfer drehte den Spielstand nach knapp zehn Minuten mit einem Doppelschlag – erst vom Siebenmeterstrich, dann aus dem Spiel heraus. Infolgedessen blieb es ein umkämpftes Duell, in dem die schwäbischen Gäste die Führung zurückeroberten. Offensive Ballverluste, während das eigene Tor aufgrund des siebten Feldspielers verwaist war, ließen die Stuttgarter mit drei Toren davonziehen, 7:10 (20.).
Daraufhin nahm Füchse-Trainer Nicolej Krickau die erste Auszeit, und Milosavljev wieder zwischen die Pfosten. Dies hatte Wirkung: Es folgte ein Treffer des frischgebackenen Dreifach-Welthandballers Mathias Gidsel, ein Abspielfehler in der TVB-Offensive und Freihöfers nächstes Tor. Auch Vize-Europameister Nils Lichtlein verkürzte daraufhin auf einen Treffer. Er sowie Gidsel, Lasse Andersson und Matthes Langhoff wurden vor dem Spiel für ihre EM-Medaillen geehrt und vom Fuchsbau gefeiert. Letzterer glich derweil in der 24. Minute zum 11:11 aus. Drei Minuten vor der Pause musste Marco Mengon, der erst in dieser Woche vom Berliner Kooperationspartner 1. VfL Potsdam kam, wegen einer roten Karte von der Platte, wie zuvor bereits früh sein Teamkollege Max Häfner. Nichtsdestotrotz ging es für den Hauptstadt-Club mit einem 13:16-Rückstand in die Kabine.
Durchgang zwei startete mit eigenem Anwurf und Freihöfer, der den ersten Angriff vollendete. Weil die Abwehr dann gut stand, verkürzte Lichtlein auf Minus eins, 15:16 (32.). Zwei Minuten später war es dann Kreisläufer Darj nach einem Tempogegenstoß, der den 17:17-Ausgleich brachte. Weil Stuttgart dann wegen eines Stürmerfouls ohne Torerfolg blieb, machte Andersson die Führung perfekt. Eine weitere Rakete des dänischen Europameisters stellte auf 19:17 (36.). Kurz darauf sah der dritte Stuttgarter rot: Antonio Serradilla. Kniend vollendete Darj zum 23:21 (41.), doch die Gäste blieben dran. Die Füchse ließen sich allerdings nicht aus der Ruhe bringen und bauten die Führung langsam aber sicher aus, dafür sorgten auch weitere Paraden Milosavljevs. Nach schönem Anspiel Gidsels verwandelte Hákun West av Teigum auf Rechtsaußen zum 27:23 für die Berliner (49.).
Mit viel Durchsetzungsvermögen konnte auch Langhoff den nächsten Treffer setzen. Mit seinem bereits 200. HBL-Saisontreffer stellte Gidsel derweil auf 32:27. Zum Ende hin behielten die Gastgeber die Nerven, trafen unter anderem sehenswert durch Lichtlein und feierten mit 37:32 den ersten Heimsieg des Jahres 2026. In der kommenden Woche stehen zwei Auswärtspartien für die Füchse Berlin an: Am Donnerstag, 19. Februar, geht es ab 18.45 Uhr in der Machineseeker EHF Champions League zu Dinamo Bucuresti. Drei Tage später geht es im HBL-Alltag weiter. Am Sonntag, 22. Februar, gastiert der Deutsche Meister beim Aufsteiger Bergischer HC. Anwurf ist um 18 Uhr,
DYN überträgt beide Spiele live.
Stimme und Statistik
Trainer Nicolej Krickau: „Ich war sehr zufrieden mit unserer Umstellung in der 2. Halbzeit, wo wir eine ganz andere Angriffsstruktur gezeigt haben. Das haben die Spieler gut umgesetzt. Auch unsere Abwehr gegen die vier Rückraumspieler war über lange Zeit sehr in Ordnung. Als Stuttgart wieder mit einem Kreisläufer gespielt hat, war die Umstellung schwierig. Das haben wir nicht gut genug gemacht und müssen wir besser lösen. Auch unser Angriff war heute weit weg von unserem Niveau. Trotzdem haben wir uns in der zweiten Hälfte nach dem Rückstand zur Pause gut zurückgekämpft. Respekt an Stuttgart für ihre Leistung. Am Ende sind wir glücklich, dass wir den Rückstand zur Pause drehen konnten.“
Füchse Berlin: Ludwig, Milosavljev (11 Paraden); Darj (3), Prantner, Andersson (8), Ariño, Grøndahl, Lichtlein (5), Gidsel (7), Freihöfer (8/2), Cehte, Langhoff (2), Herburger, av Teigum (4), Marsenić.
TVB Stuttgart: Kornecki, Vujović (9 Paraden); Max Häfner, Serradilla (1), Lien, Šnajder, Simone Mengon (7), Schmid (1), Heydecke (6), Matzken (4), Zieker (2), Marco Mengon (2), Kai Häfner (7/3), Nigg (2).