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04.06.2026|Spielbericht|pst

Kantersieg in Kassel gibt alle Möglichkeiten

Mit dem 39:28 (18:16) bei der MT Melsungen haben sich die Füchse Berlin die perfekte Ausgangslage für den Showdown gegen Flensburg am Wochenende geschaffen. An diesem 33. Spieltag der DAIKIN Handball-Bundesliga hat das Team von Trainer Nicolej Krickau so auch den frischgebackenen Sieger der EHF European League geschlagen.

Hákun West av Teigum hat bei der MT Melsungen sein 100. HBL-Spiel bestritten.
© Bildnachweis: Lächler

Jenen ersten Titel der Vereinsgeschichte hat der Club aus Kassel am heutigen Donnerstagabend in der Rothenbach-Halle auch gebührend gefeiert. Vor allem in der ersten Halbzeit haben die Gastgeber derweil alles gegeben, um dem amtierenden Pokalsieger aus der Hauptstadt Paroli zu bieten, lange blieb es ausgeglichen. Nach dem Seitenwechsel haben sich die Füchse Berlin aber mit einem Blitzstart deutlich abgesetzt und am Ende einen deutlichen Erfolg in der Ferne erarbeitet. Beim 39:28 (18:16) gegen die MT Melsungen war Mathias Gidsel mit neun Toren einmal mehr der beste Werfer. Zwischen den Pfosten drückte Torhüter Lasse Ludwig der Partie seinen Stempel auf, nachdem er während der ersten Halbzeit ins Spiel kam.

Mit den zwei Punkten des 33. Spieltags geht es mit fast klarer Gewissheit in das Finale der DAIKIN Handball-Bundesliga. Dann gastiert an diesem Sonntag, 7. Juni, die SG Flensburg-Handewitt in der Berliner Max-Schmeling-Halle. Mit zwei Punkten Rückstand auf die Füchse haben sie rechnerisch noch die Chance auf Platz zwei, bei 65 aufzuholenden Toren ist dem Hauptstadt-Club die damit verbundene Qualifikation zur Machineseeker EHF Champions League aber wohl kaum noch zu nehmen. Weil es aber noch nicht offiziell sicher ist, blieb der riesige Jubel bei Kapitän Max Darj und Co. allerdings aus. Dieser soll dann im heimischen Fuchsbau mit den eigenen Fans ausbrechen.

So verlief das Auswärtsspiel in Melsungen

Die MT Melsungen zeigte sofort, dass sie nach dem Erfolg in der EHF European League ihren Heimfans etwas bieten wollte und vollendete den ersten Angriff erfolgreich. Mathias Gidsel konnte derweil für die Füchse Berlin ausgleichen, wie auch wenig später Hákun West av Teigum in seinem 100. Bundesliga-Spiel zum 2:2. Ex-Fuchs Dainis Krištopāns war es indes, der die MT-Führung zurückholte. Dieses Wechselspiel aus Plus eins Melsungen und Ausgleich Berlin blieb bis zur Viertelstunde-Marke bestehen. Bis dahin hatten die Hauptstadt-Angreifer immer wieder Probleme mit Kristóf Palasics, der Nebojša Simić im Tor der Gastgeber vertrat.

Zwischen den Pfosten des Deutschen Pokalsiegers kam dann Lasse Ludwig ins Spiel, nachdem Dejan Milosavljev keinen großen Einfluss nehmen konnte. Der deutsche Torhüter glänzte sofort mit der ersten Parade, sodass im nächsten Angriff Gidsel mit einem wuchtigen Wurf die erste Führung für die Gäste brachte, 11:10 (21.). Nachdem die MT den Spielstand kurzzeitig wieder umdrehen konnte, drehten die Füchse auf. Ludwigs viele Paraden plus ein langer Ball auf Gidsel brachten Berlin wieder in Front, Aitor Ariño stellte erstmals auf Plus zwei (25.). Nach Tobias Grøndahls Siebenmetertreffer stahl Matthes Langhoff den Ball und erzielte am Ende eines 5:1-Laufs das 16:13 (27.). Die Hausherren haben sich zwar zurückgekämpft, doch inklusive Ludwig-Treffer ging es mit einer Zwei-Tore-Führung in die Kabine, 18:16 zur Halbzeit.

Diese bauten Grøndahl vom Strich und Lasse Andersson auf 20:16 nach dem Seitenwechsel aus. Weil die Füchse besser aus der Pause kamen und unter anderem der Block stand, erhöhte der Däne und Pokal-MVP Andersson auf 22:17, in der 35. Minute Nils Lichtlein auf 23:17. Melsungen kam denkbar schlecht in die zweite Halbzeit, sodass Trainer Roberto Garcia Parrondo rasch den Auszeit-Buzzer betätigte. In einer langsameren Phase kam die MT aber auch nicht heran, stattdessen bestraften die Hauptstädter die Fehler der Gegenspieler im Sieben-gegen-Sechs und erspielten sich zwischenzeitlich einen Acht-Tore-Puffer.

In komfortabler Lage zeigte Ariño indes einen sehenswerten Dreher von Linksaußen zum 30. Tor der Berliner. Nachdem Ludwig das Bein ganz weit hochbekam, machte Langhoff im nächsten Angriff das Plus zehn perfekt, 37:27 (56.). Der deutsche Keeper konnte dann sogar den einzigen MT-Siebenmeter entschärfen, doch seine Vordermänner keinen Profit daraus schlagen, während auch Lauro Pichiri wieder Einsatzminuten sammeln durfte und dabei zweimal aus dem Rückraum einnetzte. Am Ende war es ein deutlicher 39:28-Auswärtssieg in der Rothenbach-Halle, in der die MT Melsungen nach der Schlusssirene mit dem Pokal der EHF European League dennoch den ersten Titel der Vereinshistorie feierte.

Das HBL-Finale steht im Fuchsbau an

An diesem Sonntag, 7. Juni, kommt es am 34. und letzten Spieltag der DAIKIN Handball-Bundesliga also zum Showdown zwischen den Füchsen Berlin und der SG Flensburg-Handewitt. Beide haben noch die Chance auf Platz zwei, der für die Machineseeker EHF Champions League qualifiziert. Anwurf in der bereits ausverkauften Max-Schmeling-Halle ist um 15 Uhr. Weil die Norddeutschen kurz vor dem Hauptstadt-Sieg in Kassel gegen Eisenach gewannen, gehen die Füchse mit zwei Punkten Vorsprung in die finale Partie. Bei einer 65-Treffer besseren Tordifferenz ist die Ausgangslage allerdings komfortabel.

Stimme und Statistik

Trainer Nicolej Krickau: „Wir sind superglücklich, dass wir den zweiten Platz jetzt fast sicher haben. Das war das Wichtigste heute. Das Spiel war fast wie erwartet. Wir wussten, dass es in der Abwehr gegen das Sieben-gegen-Sechs mit Dainis Krištopāns schwer wird. Trotzdem sind wir im Spiel geblieben und haben es gut genutzt, dass bei Melsungen die Kräfte ausgingen. Am Ende konnten wir noch durchwechseln, was schön ist. Es war ein hässliches Spiel, aber das ist in Ordnung, denn nur die zwei Punkte zählen. Jetzt freuen wir uns auf ein sehr schönes Spiel gegen Flensburg am Sonntag und ein letztes Mal in die Max-Schmeling-Halle zu kommen in dieser Saison.“

MT Melsungen: Palasics (6 Paraden), Bartucz (1); Marchán (5), Sipos, Krištopāns (3), Ignatow (2), Drosten (2), Stefansson (3), Arnarsson (1), Soler (1), Forsell Schefvert (3), Mensing (5), Guardiola, Eickhoff (1), Darmoul (2).

Füchse Berlin: Luwdig (7 Paraden, 1 Tor), Milosavljev (1); Darj, Prantner, Andersson (6), Ariño (3), Grøndahl (6/4), Lichtlein (3), Gidsel (9), Freihöfer (1/1), Cehte, Pichiri (2), Langhoff (4), Herburger, av Teigum (3), Marsenić (1).




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