Zum Ende hin fand die Mannschaft von Cheftrainer Nicolej Krickau noch einmal die letzten Körner in einem hochintensiven deutschen Halbfinale, der Wiederauflage des Vorjahres-Endspiels der Machineseeker EHF Champions League. In jenem dürfen die Füchse Berlin nach Platz zwei 2024/25 nun erneut nach der Krone Europas greifen. Am morgigen Sonntag, 14. Juni, spielen sie im Finale des TruckScout24 EHF FINAL4 gegen den FC Barcelona. Auf dem Weg dorthin bezwang der Deutsche Pokalsieger am heutigen Samstag den Deutschen Meister SC Magdeburg mit 40:35 (19:17).
Bester Werfer war Mathias Gidsel mit neun Toren, Tim Freihöfer zeigte wie gegen Flensburg beim Abschluss der DAIKIN Handball-Bundesliga ebenfalls wieder eine starke Leistung. Alle acht Versuche – ob von Linksaußen oder per Siebenmeter – verwandelte der ehemalige Jungfuchs. Auf beiden Seiten konnten die Torhüter nicht wirklich glänzen, in der Crunchtime war Dejan Milosavljev allerdings zur Stelle und verhalf seinem Team zum Finaleinzug. Diesen hatte die U18-Truppe von Bob Hanning bereits zuvor gefeiert. Beide Füchse-Mannschaften spielen also morgen in der Lanxess Arena, die beim Berliner Aufeinandertreffen gegen Magdeburg mit 20120 Zuschauer ausverkauft war. Die Profis um 18 Uhr, die Jungfüchse bereits um 11.30 Uhr. DYN zeigt beide Partien live, die späte Partie auch bei DAZN und DF1.
So liefen die 60 Minuten in Köln
Weil der SC Magdeburg den Ball im ersten Angriff der Begegnung nicht im Tor unterbringen konnte, erzielte Hákun West av Teigum die Führung für die Füchse Berlin. Nach gut fünf Minuten erzielte Lasse Andersson mit viel Wucht das 2:1, doch jeweils glich der SCM aus und konnte dann auch in Führung gehen (7.). Tim Freihöfer glich per Siebenmeter derweil schnell wieder aus, Mijajlo Marsenić drehte den Spielstand wieder zugunsten des Deutschen Pokalsiegers (10.). Mit einem Kempa-Trick von Mathias Gidsel auf Andersson erzielte der Pokal-MVP das 5:4 (11.). Für Linkshänder Nils Lichtlein war auch der Wurf von Halblinks indes kein Problem. Es blieb weiter ein Wechselspiel auf der Anzeigetafel. Während die Füchse ihr Tempospiel in dieser Phase besser aufzwingen konnten, trafen Marsenić, av Teigum und Andersson erneut.
Nach einer Viertelstunde bekam Torhüter Dejan Milosavljev seinen Arm vor das Spielgerät, sodass av Teigum im Gegenstoß erstmals auf Plus zwei stellte. Nach 17 Minuten warf auch Welthandballer Gidsel sein erstes Tor, kurz darauf Matthes Langhoff von ungewohnter Position auf Linksaußen. Gidsel verwandelte dann zum 13:10 (18.), später war Freihöfer wieder vom Strich aus erfolgreich. Doch die Magdeburger kamen wieder heran, Lasse Ludwig – der neu zwischen die Pfosten der Berliner kam – konnte aber den Ausgleich verhindern. Weil die Abwehr lange durchhielt und das Gegentor verhinderte, traf Freihöfer im Tempogegenstoß. In die Kabine ging es mit einer 19:17-Führung.
Den zweiten Durchgang eröffnete Lichtlein mit einem ansatzlosen Wurf, der den Weg ins Gehäuse fand, dort schlug auch Anderssons nächste Kanone ein. Doch die Berliner verloren den Faden ein wenig, die Vier-Tore-Führung schrumpfte auf einen Treffer. Es wurde eine enorm dicke Luft und die Füchse mussten alles geben, das Spiel nicht aus der Hand zu geben. Tempotore wie von Gidsel halfen dabei, auch Lichtlein ackerte sich stark durch (40.). Mit einem schicken Dreher von Linksaußen machte auch Freihöfer sehenswert auf sich aufmerksam, sein nächster Treffer bedeutete das 29:27 (42.). Auf den SCM-Ausgleich hatte av Teigum die passende Antwort (45.).
13 Minuten vor dem Ende war es dann soweit, die Magdeburger holten sich die Führung zurück – und Füchse-Trainer Nicolej Krickau nahm sofort eine Auszeit. Daraufhin war es wieder av Teigum, der einnetzen konnte und auf Pari-Pari stellte – und das Momentum kippte. Nachdem Gidsel hinten einen Ball abfing, brachte Andersson die Führung zurück. Kurz darauf parierte Milosavljev und Gidsel stellte auf 35:33 (52.). Lichtlein erhöhte fünf Minuten vor dem Ertönen der Schlusssirene auf Plus drei, wenig später Max Darj auf Plus vier. Torhüter Milosavljev kam auch noch zum Torerfolg und traf zum 40:35-Endstand.
Morgen geht es um Europas Krone
Zum zweiten Mal in Folge stehen die Füchse Berlin damit im Finale der Machineseeker EHF Champions League. Im Endspiel des TruckScout24 EHF FINAL4 geht es am morgigen Sonntag, 14. Juni, ab 18 Uhr um einen Titel, den der Club aus der Hauptstadt noch nie gewonnen hat. Gegner ist der FC Barcelona, der sich im zweiten Halbfinale nach Verlängerung gegen Aalborg Håndbold durchgesetzt hat.
Stimme und Statistik
Trainer Nicolej Krickau: „Das war Werbung für den Handball. Beide Teams waren dem Sieg stets zum Greifen nahe. Es waren zehn Minuten, in denen wir eine richtig starke Torwartleistung hatten. Das hat den Unterschied ausgemacht und da war das Momentum auf unserer Seite. Wichtig war auch, dass Gidsel die Kempa-Situation kurz vor Schluss verteidigt hat. Am Ende sind wir superglücklich.“
SC Magdeburg: Hernández (5 Paraden), Mandić (1); Musche (2), Claar (4), Zehnder, Kristjánsson (5), Pettersson, Magnússon (9/8), Hornke (5), Jonsson, Weber, Lagergren (6), Mertens, Saugstrup (4), O’Sullivan, Bergendahl.
Füchse Berlin: Ludwig (3 Paraden), Milosavljev (6, 1 Tor); Darj (1), Prantner, Andersson (7), Ariño, Grøndahl, Lichtlein (5), Gidsel (9), Freihöfer (8/5), Cehte, Pichiri, Langhoff (2), Herburger, av Teigum (5), Marsenić (2).