Beim letzten Spiel für den Hauptstadt-Club von Dejan Milosavljev, Lasse Andersson, Lukas Herburger und Nejc Cehte blieb das erhoffte perfekte Ende aus. Die Spanier waren vielleicht keine Nummer zu groß, doch in den entscheidenden Momenten fehlte es dem Team von Trainer Nicolej Krickau, das Momentum auf die eigene Seite zu ziehen. So konnte sich der FC Barcelona frühzeitig absetzen, weil die Füchse Berlin aber nie aufgaben, blieb es fast bis zum Ende spannend. Der Lucky Punch blieb jedoch aus, was die Spieler des Deutschen Pokalsiegers in der mit mehr als 20000 Zuschauern ausverkauften Lanxess Arena in Köln mit hängenden Köpfen zurückließ.
Zwar war es bereits im Vorjahr Platz zwei in der Machineseeker EHF Champions League, welcher der vermeintlich unglücklichste Rang ist, nichtsdestotrotz wurde die beste internationale Platzierung wiederholt. Beim 34:37 (16:20) im Endspiel des TruckScout24 EHF FINAL4 trug sich erneut Mathias Gidsel (neun Tore) als bester Schütze ein, wurde nach der Partie auch Torschützenkönig der gesamten Saison gekürt. Doch auch Lasse Andersson, Tim Freihöfer (beide sieben Treffer) und Nils Lichtlein (sechs) hatten in dieser Begegnung viele Glanzpunkte. Es sollte schlussendlich nicht sein, doch bereits in der kommenden Saison soll ein neuer Angriff gestartet werden. Inklusive Pokalsieg, Super Cup und Vizemeisterschaft blickt der Verein auf eine positive Spielzeit zurück.
So liefen die finalen 60 Minuten
Im ersten Angriff der Finalbegegnung scheiterte Mathias Gidsel an seinem dänischen Landsmann im Barça-Tor, Emil Nielsen, sodass die Spanier in Führung gehen konnten. Nils Lichtlein besorgte derweil die ersten beiden Treffer für die Füchse Berlin, während sein Torhüter Dejan Milosavljev erstmals zur Stelle war. Weil die Abschlüsse in der deutschen Offensive jedoch nicht stimmten, konnte der FC Barcelona auf zwei Tore enteilen. Dika Mem, der im Sommer 2027 an die Spree wechseln wird, erzielte das 6:4 für die Katalanen (9.). Die Angreifer der Füchse bissen sich immer wieder die Zähne an Nielsen aus, während aber auch Milosavljev immer wieder Bälle zu fassen bekam. Statt dann auf Ausgleich zu stellen, mussten die Berliner ein Minus drei hinnehmen.
Nach einem hervorragenden Lichtlein-Pass auf Linksaußen vollendete Freihöfer zum 9:11 (19.). Auch als Trainer Nicolej Krickau es mit dem Sieben-gegen-Sechs probierte, war das Momentum aufseiten Barcelonas, welche auf fünf Tore davonzogen. Freihöfer warf sich in Torlaune, während sich der Torschützenkönig der Machineseeker EHF Champions League, Mathias Gidsel, erst nach knapp 25 Minuten in die Torschützenliste eintrug. Bei Barça hingegen funktionierte nahezu jeder Abschluss, der Ball schlug ein ums andere Mal im Netz ein. Es war nicht die beste erste Halbzeit der Füchse, weder offensiv noch defensiv. Deshalb ging es nach einem weiteren Lichtlein-Tor sowie einem Gidsel-Kracher unter die Latte mit einem 16:20 in die Kabine.
Lasse Andersson brachte mit seiner Steal-Tor-Kombination direkt nach dem Seitenwechsel Schwung in die zweite Halbzeit. Auch Matthes Langhoff klaute einen Ball, sodass Gidsel in Unterzahl auf 18:20 verkürzen konnte (33.). Wegen dann aber zu vielen Fehlwürfen blieb ein Comeback aus, auch wenn sich Lichtlein einmal mehr stark durchtankte (39.). Eine Weltklasse-Doppelparade brachte die Füchse-Fans noch einmal zum Jubeln, während im Anschluss Andersson das Spielgerät versenkte (43.). Allerdings wollte das Momentum erneut nicht auf die Seite des Deutschen Pokalsiegers schlagen. An Aufgeben hatte aber niemand gedacht in der Truppe um Kapitän Max Darj, der in der Abwehr ackerte und ackerte.
Nachdem Barcelonas Ludivic Fabregas die rote Karte sah, verwandelte Tobias Grøndahl seinen ersten Siebenmeter über den Innenpfosten zum 24:27-Anschluss in der 46. Minute. Eine Milosavljev-Parade und Gidsels Tempogegenstoß brachten die Füchse auf 30:32 heran (53.). In der nächsten Aktion allerdings ein herber Rückschlag: Kapitän Darj wurde nach einem Foulspiel ebenfalls des Platzes verwiesen. Als die Berliner noch einmal auf zwei Treffer herankamen, blieb jedoch auch der letztmögliche Lucky Punch aus. Wie im Vorjahr bleibt dem Hauptstadt-Club nur das Nachsehen, denn sie verlieren das Endspiel mit 34:37.
Stimme und Statistik
Trainer Nicolej Krickau: „Gratulation an Barça. Sie haben großartig gespielt. Ich habe vor drei, vier Monaten damit begonnen, ihr Spiel zu analysieren. Mit der Kontinuität, die sie haben, war mir vor dem Spiel schon bewusst, dass sie die beste Defensive der Welt haben. Die ersten 15 Spielminuten waren heute sehr entscheidend. Da haben sie uns gezwungen, zu frühe Abschlüsse zu nehmen. Danach haben wir es etwas besser gelöst, sodass die anderen 45 Minuten in Ordnung waren. Es war ein schwieriges Spiel für uns. Trotzdem hat unter anderem Lasse Andersson einen überragenden Job geleistet. Barça hat verdient gewonnen. Wir bleiben weiterhin hungrig und hoffen, wieder nach Köln zurückzukehren und den Titel zu gewinnen.“
FC Barcelona: Hallgrímsson (1 Parade), Nielsen (14); Fernández (2), Carlsbogård (2), Mem (4), Cikuša (1), Janc (6), N’Guessan (2), Gómez (6/3), Sola Basterra, Makuc (5), Yehia Elderaa, Fabregas (1), Frade (7), Barrufet, Petar Cikuša (1).
Füchse Berlin: Ludwig, Milosavljev (12 Paraden); Darj, Prantner, Andersson (7), Ariño, Grøndahl (3/3), Lichtlein (6), Gidsel (8), Freihöfer (7/2), Cehte, Pichiri, Langhoff, Herburger, av Teigum (2), Marsenić (1).