Etwas mehr als 48 Stunden dauert es noch, bis für die Füchse Berlin bei der diesjährigen IHF Men’s Club World Championship der erste Aufschlag erfolgt. Mit dem Erreichen des Finales der EHF Champions League in der vergangenen Spielzeit sicherte sich das Team von Trainer Nicolej Krickau zugleich das Ticket für die Reise in die Neue Hauptstadt Ägyptens. Normalerweise berechtigt nur der Titelgewinn in der Königsklasse zur Teilnahme an der IHF Club-Weltmeisterschaft. Da der FC Barcelona als Sieger der EHF Champions League hervorging, jedoch bereits als Vorjahressieger der Vereinsweltmeisterschaft für das Turnier gesetzt war, rückten die Berliner ins Teilnehmerfeld nach. Für die Füchse ist der Wettbewerb keineswegs Neuland: Bereits zum sechsten Mal in der Vereinsgeschichte kämpfen sie um die Krone des globalen Vereinshandballs. Bei den fünf bisherigen Teilnahmen standen die Füchse immer im Finale.
Das Gefühl, sich Clubweltmeister nennen zu dürfen, kennt der Verein bereits aus seinen ersten Teilnahmen an der IHF Men’s Club World Championship 2015 und 2016. In beiden Jahren lieferten sich die Berliner dramatische Endspiele, die anschließend in grenzenlosem Jubel mündeten. Bei der Premiere setzten sich die Männer in Grün gegen Veszprém durch und sicherten sich erstmals die Trophäe. Nach einer dramatischen Verlängerung stand ein 28:27 auf der Anzeigetafel. Ein Jahr später folgte im damaligen Austragungsort Doha die Titelverteidigung: Im Finale gegen Paris Saint-Germain behielten die Füchse mit 29:28 die Oberhand. Hinzu kommen drei Silbermedaillen aus den Jahren 2017 und 2018 gegen Barça sowie zuletzt 2023 im Aufeinandertreffen mit dem SC Magdeburg.
In diesem Jahr wartet in der New Capital Sports Hall ein veränderter Modus auf die teilnehmenden Mannschaften. Das Feld wird auf zehn Teams erweitert und damit um eine Mannschaft gegenüber den beiden vorangegangenen Ausgaben vergrößert. Sechs Mannschaften sind direkt für die Gruppenphase gesetzt – darunter auch die Füchse Berlin –, während vier Teams vor Beginn des eigentlichen Wettbewerbs eine Vorqualifikationsrunde bestreiten. Nach Abschluss der Gruppenphase geht der Wettbewerb in eine K.-o.-Phase um die Plätze eins bis acht über: Die Gruppensieger spielen um den Titel, die Zweitplatzierten bestreiten das Spiel um die Bronzemedaille, die Drittplatzierten kämpfen um die Plätze fünf und sechs und die Viertplatzierten schließen die Platzierungsspiele um die Plätze sieben und acht ab.
Das Turnier findet vom 24. September bis zum 1. Oktober 2026 in der Neuen Hauptstadt Ägyptens statt. Auf den amtierenden DHB-Pokalsieger wartet in der Gruppe B der ägyptische Gastgeber Al Ahly gemeinsam mit dem Burgan SC aus Kuwait. Außerdem stößt entweder der Wildcard-Inhaber One Veszprém HC oder der australische Vertreter Sydney Uni hinzu, nachdem sich beide in einer Vorqualifikation am Donnerstag gegenüberstehen. In der Gruppe A treffen Barça, EC Pinheiros aus Brasilien und die Marokkaner von Montada Derb Sultan aufeinander. Hinzugesellen wird sich nach dem Qualifikationsduell entweder der Wildcard-Inhaber Zamalek SC aus Ägypten oder der Los Angeles Handball Club aus den USA.
Zum Auftakt treffen die Berliner am Freitag, 25. September, ab 19.45 Uhr deutscher Zeit auf den Burgan SC. Es folgen die Aufeinandertreffen mit Veszprém oder Sydney (Sonntag, 27. September, 16.45 Uhr), Al Ahly (Dienstag, 29. September, 19 Uhr) und das Platzierungsspiel am Donnerstag, 1. Oktober. In die Begegnung können die Füchse mit viel Rückenwind gehen: Zuletzt tankten die Akteure am vergangenen Sonntag beim Bergischen HC jede Menge Selbstvertrauen. Ein Auswärtserfolg mit elf Toren Vorsprung – 37:26 hieß es am Ende in der Opel Handball-Bundesliga – sorgte für eine gelungene Generalprobe. Nicht mitreisen kann Torhüter Andreas Palicka aufgrund einer Fleischwunde an der Hand. Ersetzt wird er durch Jungfuchs Frederik Höler. Auch Nils Lichtlein tritt die Reise nach Afrika mit an. Primär, um im Training Halleneinheiten zu absolvieren und weiterhin an seinem Comeback zu arbeiten.
Wer die Füchse bei der IHF Club-WM von zu Hause aus unterstützen möchte, kann dies über die Plattform SolidSport tun. Alle Partien werden live auf Handball Globe TV übertragen. Einzelne Spiele sind für 6,99 Euro erhältlich, alternativ gibt es für 19,99 Euro einen All-Access-Pass für das komplette Turnier.
Geschäftsführer Bob Hanning: „Eine IHF Club-WM ist immer etwas Besonderes, wenn die besten Mannschaften ihres Kontinents aufeinandertreffen. Natürlich ist Europa das Maß aller Dinge. Im Regelfall sollte es darauf hinauslaufen, dass wir uns mit One Veszprém HC um den Einzug ins Finale duellieren. Allerdings habe ich mit der italienischen Nationalmannschaft gemerkt, dass es nicht leicht ist, gegen eine ägyptische Mannschaft in Ägypten zu spielen. Auch wenn es eine Challenge ist, ist es trotzdem unser Anspruch, die Partie gegen die Ägypter erfolgreich zu bestreiten.
Aber schon jetzt möchte ich ein großes Kompliment an Nicolej und die Mannschaft aussprechen. In der Liga stehen wir mit 8:2 Punkten da, das hätte auch anders verlaufen können. Jetzt hoffen wir außerdem, dass Nils in den nächsten 14 Tagen wieder auf der Platte stehen kann und Fabi innerhalb von vier Wochen zurückkehrt. Wir sind auf einem super Weg. Wir fahren zur IHF Club-WM mit dem Traum, sie zu gewinnen, wissen aber auch, dass wir eventuell auf Teams treffen, die mit uns auf Augenhöhe agieren oder aufgrund der personellen Situation vielleicht sogar etwas besser sind als wir.“
Trainer Nicolej Krickau: „Wir freuen uns sehr, dass wir ein Teil der IHF Men’s Club World Championship sein dürfen. Das ist ein weiteres Highlight. Vier Spiele in sechs Tagen bieten noch mehr Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Außerdem können wir unser Spielsystem erweitern. Aymeric kann weiterhin integriert werden, unsere Außenspieler bekommen weitere Minuten und Freddy kann sich ebenfalls im Anpfiff beweisen. Trotzdem wissen wir natürlich auch, dass wir nicht ohne Ambitionen nach Ägypten reisen. Wir wollen versuchen, den Pokal zu holen. Das wird allerdings eine harte Aufgabe.“
Die Spiele im Überblick:
Freitag, 25. September, 19.45 Uhr: Burgan SC
Sonntag, 27. September, 16.45 Uhr: Sydney Uni/One Veszprém HC
Dienstag, 29. September, 19 Uhr: Al Ahly
Donnerstag, 1. Oktober: Platzierungsspiel