In der Covered Hall New Administrative Capital in Kairo hatte Trainer Nicolej Krickau keine Schweißperle vergießen müssen und gab einigen Akteuren die Bühne, die bislang in dieser Saison bislang weniger Spielzeit bekamen. So war beim 38:18 (20:11) gegen den Burgan SC Aymeric Zaepfel mit zehn Toren der beste Werfer der Füchse Berlin. Auf ihn folgte Tim Freihöfer mit neun Treffern. Auch Frederik Höler, der erst in dieser Woche per Zweitspielrecht vom Kooperationspartner 1. VfL Potsdam für den verletzten Andreas Palicka in den Kader rückte, machte seine Sache sehr stark und wurde vom Weltverband zum Spieler des Spiels ausgezeichnet.
Der ehemalige Jungfuchs kam in der zweiten Halbzeit zwischen die Pfosten, nachdem im ersten Durchgang Torhüter Nummer eins Lasse Ludwig ebenfalls mit einigen Paraden glänzte. Insgesamt war es ein souveräner und deutlicher Auftakt bei der IHF Club-Weltmeisterschaft. Gegen das Team aus Kuwait wurde es schnell ein klarer Vorsprung, den die Füchse nie in Gefahr brachten, diverse kleine Showeinlagen konnten die Stimmung darüber hinaus erheitern – auch bei einigen Spielern, die bislang in dieser Saison zum Stammpersonal gehörten, jedoch viel Regeneration auf der Bank genießen konnten. Auch der Geschäftsführer Bob Hanning sah sich die Partie gelassen auf der Tribüne an.
Die 60 Minuten im Detail
Torhüter Lasse Ludwig sorgte für den perfekten Einstand der Füchse Berlin in die aktuelle Ausgabe der IHF Men’s Club World Championship und parierte den ersten Wurf des Burgan SC. Gegen die Kontrahenten aus Kuwait haben sich die Deutschen schnell abgesetzt, Tim Freihöfer markierte per Siebenmeter den Premierentreffer in Ägypten. Welthandballer Mathias Gidsel machte früh mit zwei Drehern auf sich aufmerksam, während Aymeric Zaepfel bereits nach siebeneinhalb Minuten das zehnte Tor der Füchse erzielte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Burgan drei Buden auf ihrem Konto. Zur Viertelstunden-Marke war der Deutsche Pokalsieger bereits mit 14:6 in Front.
Infolgedessen konnte sich auch Kapitän Max Darj in die Torschützenliste eintragen, so auch mehrmals Rechtsaußen Leo Prantner. Während im Rückraum Zaepfel nach seinem Transfer unter der Saison Einsatzzeit zur Eingewöhnung viel Spielzeit bekam, durfte auch Jungfuchs Julian Kusche früh auf die Platte, auch Youngster Lauro Pichiri konnte mehr Akzente setzen als gewöhnlich. Zwischen den Pfosten bewies sich Ludwig immer wieder als Spielverderber für die Mannschaft aus Kuwait, konnte sich jedoch nicht mit einem Tor belohnen – sein Wurf auf das leere Tor ging knapp daneben. Samt Manndeckung in der Abwehr ging es mit einer komfortablen 20:11-Führug in die Halbzeit. Einige verworfene Abschlüsse verhinderten einen noch größeren Vorsprung.
Aus der Kabine der Covered Hall New Administrative Capital in Kairo kamen die Füchse weiter mit ihrem gewohnten Tempospiel. Der französische Rückraumspieler Zaepfel verbuchte den ersten Einnetz-Moment. Zugleich war Frederik Höler sofort mit zwei Paraden zur Stelle. Der 22-jährige Torhüter ist für den verletzten Andreas Palicka eingesprungen und kam per Zweitspielrecht vom 1. VfL Potsdam – und fügte sich eben sofort perfekt ein. Perfekt war auch der Kempa-Trick Freihöfers und Prantners zum 22:11 (32.). Kurz darauf durfte auch Kusche sein Tor feiern, Frederik Simak erhöhte auf 27:11 (40.). Insgesamt wurde die Spielzeit in diesem klaren Duell auf die Spieler verteilt, die bislang in dieser Saison nicht so viel auf der Platte standen. So bildeten Kusche, Pichiri und Zaepfel zeitweise den Rückraum.
Ein weiteres Highlight: Höler parierte gleich doppelt gegen den Strich (43.). Prantner machte indes gut zwölf Minuten vor dem Spielende die 30 voll – nach einem Tempogegenstoß wie so oft im Berliner Spiel. Pichiri legte seinen Treffer hinterher, Simak stellte indes das Plus 20 her (52.). Am Ende war es ein 18:38, bei dem der deutsche Hauptstadt-Club seiner Favoritenrolle gerecht geworden ist. Höler wurde nach der Begegnung noch von der IHF als Spieler des Spiels ausgezeichnet.
Das nächste Spiel ist ein Topduell
Nach dem deutlichen Sieg gegen Burgan geht es bereits in zwei Tagen weiter bei der IHF Club-Weltmeisterschaft. An diesem Sonntag, 27. September, kommt es ab 16.45 Uhr deutscher Zeit zum absoluten Kracher in der Gruppenphase. Die Füchse Berlin duellieren sich mit dem zweiten europäischen Team in der Gruppe B vermeintlich um den Finaleinzug. Wie bereits in der vergangenen Woche in der EHF Machineseeker Champions League heißt der Gegner One Veszprém HC.
Stimmen und Statistiken
Trainer Nicolej Krickau: „Es freut mich natürlich, dass wir ohne Verletzungen geblieben sind. Außerdem war es gut, dass wir Spielern wie Aymeric Zaepfel, Julian Kusche und Frederik Höler Spielzeit geben konnten. Insgesamt habe ich alles gesehen, was ich sehen wollte und bin glücklich über den Sieg.“
IHF-Man-of-the-Match Frederik Höler: „Das ging alles sehr schnell, dass ich jetzt hier in Ägypten mit dabei sein kann. Aber es freut mich natürlich, dass ich gleich so helfen konnte. Das war eine konzentrierte Abwehrleistung und dann haben mir die Jungs auch geholfen, dass ich ein paar Würfe halten konnte.“
Burgan SC: Alkhamsan (2 Paraden), Safar (11); Alqallaf, Albahar (1), Alshammari, Hasan, Hussain Ali (1), Ben Araar (1), Hernandez Zulueta (5), Al Dashti (2), Alkhaldi (1), Alateyah (1), Mohammed, Yousef Ali (3), Almizal (2/2), Alsalem (1).
Füchse Berlin: Ludwig (11 Paraden), Höler (9); Darj (1), Prantner (7), Simak (3), Ariño, Grøndahl (1), Gidsel (4), Freihöfer (9/2), Pichiri (2), Langhoff, Zaepfel (10), Kusche (1), av Teigum, Marsenić.