In der Covered Hall New Administrative Capital in Kairo hatte Trainer Nicolej Krickau nicht den Auftritt seiner Mannschaft gesehen, welchen er sich erhoffte. So müssen die Füchse Berlin im dritten und gleichzeitig finalen Gruppenspiel bei der IHF Club-Weltmeisterschaft eine Niederlage gegen das ägyptische Team Al Ahly SC verkraften. Beim 27:30 (14:16) machten den Bundeshauptstädtern zu viele Fehler das Leben schwer. Da half es auch nicht, dass Matthes Langhoff mit acht Treffern sich als bester Werfer der Begegnung auszeichnen konnte.
Auch Aymeric Zaepfel präsentierte sich entschlossen im Abschluss und konnte sich siebenmal in die Torschützenliste eintragen. Doch gegen die kollektive Mannschaftsstärke der Lokalmatadoren kamen die Berliner an diesem Dienstagabend nicht an. Zu häufig ließen die Athleten besonders in der Schlussphase die Möglichkeit liegen, den Rückstand entscheidend zu verkürzen. Statt das erhoffte Spiel um Platz drei, müssen die Akteure nun im Duell um Rang fünf noch einmal ihr Können unter Beweis stellen.
Die 60 Minuten im Überblick
Den Startschuss aus der Sicht der Füchse Berlin markierte Mijajlo Marsenić, der zum Einstand der Begegnung gegen Al Ahly SC das Spielgerät zum 1:2 ins gegnerische Gehäuse beförderte. Der Serbe war es ebenfalls, der nach rund dreieinhalb Spielminuten den Ball in der Defensive entscheidend blockte. Beim daraus resultierenden Tempogegenstoß gab sich Matthes Langhoff keine Blöße. Die nervösen Anfangsminuten auf Seiten der Bundeshauptstädter schienen verflogen, als Leo Prantner von Rechtsaußen, Tobias Grøndahl vom Siebenmeterstrich und Aymeric Zaepfel aus dem Rückraum ihre Berliner Teamkollegen zum 5:5-Gleichstand warfen. Frei herausgespielt gelang Marsenić aus sechs Metern der erste Führungstreffer zum 6:5 (11.). Doch trotz des 4:0-Laufs der Männer in Weiß ließen sich die ägyptischen Kontrahenten nicht abschütteln und boten dem deutschen Vertreter weiterhin Paroli.
In Schach gehalten wurden die Hausherren zunächst unter anderem von Lasse Ludwig. Wie schon in den ersten beiden Spielen gegen Burgan SC sowie One Veszprém HC glänzte dieser mit einigen Paraden (16.). Nach Auszeit Nummer eins von Trainer Nicolej Krickau fasste sich Jungfuchs Julian Kusche im Anschluss ein Herz, sah die Lücke im Innenblock von Al Ahly SC und erkämpfte sich den Strafwurf, welchen Grøndahl erneut mit Bravour verwandelte. Der norwegische Spielmacher war es auch, der die Tore zum 11:12 und zum 12:13 für sich beanspruchte (22.). In Schlagdistanz hielt auch Zaepfel seine Mannschaft. Der französische Neuzugang machte immer wieder mit glänzenden Durchbrüchen auf sich aufmerksam, konnte trotz seiner zwei Treffer zum Abschluss des ersten Durchgangs jedoch nicht den 14:16-Halbzeitrückstand verhindern.
Ähnlich wie zum Beginn des Aufeinandertreffens mussten die Füchse auch in den Anfangsminuten der zweiten Spielhälfte zunächst mehrere Gegentreffer verkraften. Wieder netzte Marsenić als Erstes, dem Kreisläufer gelang nach 34 Spielminuten das Tor zum 14:19. Ein 1:4-Negativlauf zwang Krickau früh zu seinem zweiten Timeout, das jedoch durch den kurz darauffolgenden erfolgreichen Abschluss von Zaepfel Wirkung zeigte. Auch Langhoff arbeitete sich besser in die Begegnung und präsentierte zum 18:21 seine ganze Klasse (39.). Trotz allem leisteten sich die Akteure um Kapitän Max Darj zu viele fehlerhafte Abschlüsse, die es schwer machten, den Rückstand entscheidend zu verkürzen. Unbeeindruckt von dem Kampfgeist der Ägypter kam immer häufiger die Durchschlagskraft von Nationalspieler Langhoff zum Vorschein, der mit drei Buden in Folge nochmal auf 22:24 verkürzte und die letzte Viertelstunde einläutete.
Auch Ludwig zauberte nochmal alles aus seinem Repertoire heraus und vereitelte den freien Konter der Lokalmatadoren (46.). Der Torhüter aus der Nachwuchsakademie des Hauptstadt-Clubs ließ sich auch nach einem kurz darauffolgenden Kopftreffer nicht beirren. Der Schlussmann der Berliner entwickelte sich immer mehr zum Faktor, hielt auch neun Minuten vor dem Ende den nächsten Wurf. Die Chance zum Ausgleich beim Stand von 24:25 ergriffen die Athleten mit dem Fuchskopf-Logo auf der Brust allerdings nicht. Infolgedessen mussten der amtierende DHB-Pokalsieger seinen Anstrengungen Tribut zollen, sodass nach dem Ertönen der Schlusssirene nur eine 27:30-Pleite auf der Anzeigetafel zu erkennen war.
Der letzte Auftritt in Ägypten
Weil die Füchse die Gruppe B der diesjährigen IHF Men’s Club World Championship auf den dritten Tabellenrang beendet haben, treffen die Bundeshauptstädter im Spiel um Platz fünf auf ihr Pendant aus der Gruppe A. Nachdem heute ein ägyptischer Vertreter wartete, werden es die Berliner am Donnerstag, 1. Oktober, mit den Akteuren aus Brasilien zu tun bekommen. Gegen E.C. Pinheiros sind die Männer von Coach Nicolej Krickau ab 14 Uhr gefordert, wenn es übermorgen im letzten Auftritt in der Covered Hall New Administrative Capital um den fünften Platz geht.
Stimme und Statistik
Trainer Nicolej Krickau: „Die Leistung heute war deutlich unter unserem Niveau. In allen Phasen waren wir nicht gut genug. Das ist natürlich nicht unser Anspruch. Wir müssen nun weiter hart arbeiten und unsere Fehler analysieren.“
Füchse Berlin: Ludwig (7 Paraden), Höler (1); Darj (1), Prantner (1), Simak, Ariño, Grøndahl (5/3), Gidsel, Freihöfer (2), Pichiri, Langhoff (8), Zaepfel (7), Kusche, av Teigum, Marsenić (3).
Al Ahly SC: Homayed (5 Paraden), Taha (7); Sherif (2), Ramadan (3), Ehab, Hesham (6), Emad (2), Hany (6), Khairi (4), Walid (1), Sami, Salah, Elmasry, Nabil (1), Saifeldeen (1), Khaled (4/2).