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29.01.2017|Jugend|SB, CG

"Die Liga sollte nicht vergessen: Wir können noch schwimmen!"

Die zweiten Herren der Füchse Berlin besiegte am Samstagabend den Grünheider SV mit 31:29 - im Hinspiel setzte es noch eine deutliche 25:30-Niederlage. Damit verbesserte sich das Team von Trainer Jaron Siewert von Tabellenplatz sechs auf vier.

von Sebastian Butzke

Für die Moral war der Sieg gegen Grünheide von großer Bedeutung

Sportsgeist definiert sich nicht durch die Tatsache, ganz oben zu stehen. Er ist vielmehr die Fähigkeit, angesichts des Abgrundes auf keinen Fall die Waffen fallen zu lassen.

Genau diesen Sportsgeist hat meine Mannschaft am Wochenende gegen den statistischen Favoriten aus Grünheide beweisen können. Im Moment des absoluten Niedergangs, dem traurigen Ende eines Traumes (Aufstieg!) und einer scheinbaren Fassungslosigkeit konnten wir uns selbst in der Auswärtssituation gegen einen Gegner, der uns im Hinspiel klar dominieren konnte, beweisen und eben die Fassung nicht verlieren.

Schon von Anfang an war klar: Diese Partie wird ein Kampf zwischen zwei starken Mannschaften, in der letztlich der Kopf über Sieg oder Niederlage entscheiden wird. Wir erzielten zwar gleich den ersten Treffer der Partie, jedoch lieferten die Gastgeber anschließend einen 3:0-Lauf, was uns zunächst den ersten Rückstand einbrachte.

Die erste Devise bestand also darin, dranzubleiben und auf keinen Fall den Abstand größer werden zu lassen. Dies gelang uns über solide Angriffsaktionen, die auf den Punkt gespielt wurden sowie über eine sehr ordentliche Abwehrarbeit, mit der über starken Rückhalt aus Kevin Deistings Tor Bälle für eine Führung erkämpft werden konnten.

Während der kleinen handballerischen Überraschungs-Starre der beeindruckten Grünheider Spieler sowie des Publikums bauten wir die erkämpfte Führung auf "plus drei" aus. Zu diesem Zeitpunkt waren es circa fünf Minuten, die den Grünheidern blieben, um wenigstens diesen Rückstand bis zur Pause wieder zu verkürzen, jedoch wurden jegliche Versuche der Gegner von uns im Keim erstickt. Und so ging es mit guten Aussichten in die Pause.

So rosig diese aber vor der Pause auch waren, nach der Halbzeit kann ein Handballspiel immer ein ganz anderes werden. Und es kam, wie so oft schon diese Saison bei uns kommen musste: Kopflose Versuche, die gegnerische Abwehr mit chaotischen Aktionen zu überwinden und viel zu viele Räume für den Grünheider Angriff. Dies ließ unsere Führung schnell dahinschmelzen und schlug letztlich sogar in einen Rückstand um, dem wir nun wieder hinterherlaufen mussten. Mit Mühe hielten wir uns bei "minus drei bis vier" Toren.

Dennoch: Ans Aufgeben hatte in unseren Reihen noch niemand gedacht und so unterstützte man sich weiter auf dem Feld und von der Bank aus. So gut es eben ging. Ich hätte nicht von großem Sportsgeist geschrieben, wenn dieser nicht in diesem Spiel zu finden gewesen wäre, da in den letzten zehn Minuten das Adrenalin einen Weg fand, das Spiel wieder in eine Entscheidung auf Messers Schneide zu verwandeln. So kippte die Partie von "minus vier" auf "plus zwei".

Und wir siegten.

Unser Schiff ist zwar gesunken und der Aufstieg realistisch betrachtet dahin. Der Rest der Liga sollte bloß nicht vergessen, dass jeder von uns auch schwimmen kann.




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