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Die HBW Balingen-Weilstetten ging nach drei Minuten mit 0:2 in fremder Halle in Führung, beide Treffer gingen dabei auf das Konto des früheren Berliners Daniel Brack. Michal Kubisztal war es dann, der mit einem Kraftwurf aus dem Rückraum das erste Tor für die Hausherren erzielte. Doch seine Mannschaftenkameraden schienen den Start in die Paretie weiterhin verschlafen zu haben. Die Berliner waren zu respektvoll vor der aggressiven Balinger Deckung. Füchse-Coach Jörn-Uwe Lommel reagierte nach 8:23 Minuten mit einer Auszeit um sein Team neu einzustellen.

Die Spielweise der Balinger Abwehr lernte Mark Bult unterdessen schmerzhaft kennen: Frank Ettwein traf den niederländischen Nationalspieler bei einem Wurf mit der Hand im Gesicht. Er konnte jedoch nach kurzer Behandlungspause weiterspielen. In der Folge konnten die Füchse zumindest verhindern, dass die Balinger ihre Führung ausbauten. Jedoch war der Abwehrschlüsselspieler bereits nach einer Viertelstunde mit zwei Hinausstellungen belastet. Bei den Balingern überraschte dabei immer wieder Daniel Brack mit plötzlichen Schlagwürfen. In der ersten Halbzeit gelangen ihm sechs Treffer.

Eine nervöse Phase mit technischen Fehlern der Füchse blieb ohne Auswirkungen, weil sich die Gäste mit einem Wechselfehler selbst dezimierten. Auf der Torhüterposition der Berliner war in der 24. Minute Jens Vortmann ins Spiel gekommen. Fortuna bescherte ihm einen guten Einstieg als ein Ball von Lobedank vom Pfosten an Vortmanns Rücken sprang und danach neben das Tor prallte. Auf der Gegenseite brachte Christian Caillat die Füchse beim 11:12 wieder auf ein Tor heran. Kurz danach griff auch Dr. Rolf Brack zur grünen Karte. Er wollte natürlich seinen Vorsprung mit in die Halbzeit nehmen. Das gelang ihm, auch weil er wieder auf die Variante mit dem siebten Feldspieler vertraute. Sein Team ging so sogar mit einer 11:14-Führung in die Pause.

Füchse agieren konzentrierter und siegen am Ende noch deutlich

In die zweite Hälfte waren die Füchse Berlin deutlich wacher gestartet. Folgerichtig erzielte in der 35. Minute Rico Goede den erstmaligen Ausgleich der Berliner zum 14:14. Balingen legte zunächst weiter vor, doch in der 39. Minute ließ Mark Bult die heimischen Fans mit seinem Treffer zum 17:16 die erste Führung bejubeln. Doch die Füchse mussten nun einen Rückschlag hinnehmen, der vorbelastete El Fakharany erhielt nach einem Foul an Balomenos die dritte Zeistrafe und wurde somit disqualifiziert. Die Füchse legten in der Folge aber weiter vor, beim 22:20 nahm Dr. Rolf Brack seine Auszeit, bevor es in die letzten zehn Minuten ging.

In dieser versuchte es Brack wieder mit der Variante mit sieben Feldspielern. Doch diese brachte nicht den gewünschten Erfolg, auch weil zunächst Weber und danach Müller zwei Strafzeiten kassierten. Statt mit einem Feldspieler mehr durch den Wechsel für den Torhüter agierten die Gäste nun in doppelter Unterzahl. Die Füchse nutzten die Überzahlsituation und setzten sich schnell auf 24:20 ab. Die Vorentscheidung fiel nach Ablauf der Strafzeiten mit einem Treffer von Petr Stochl aus dem eigenen Torraum. Brack konnte als siebter Feldspieler nicht schnell genug mit Slaby wechseln, auf diese Chance hatte der Füchse-Keeper gewartet und erzielte das 27:21.

Doch Balingen-Weilstetten hielt trotz des Gegentreffers an der Taktik fest und erntete bei 27:23 dann auch die Früchte für das Risiko. Stochl scheiterte unterdessen bei seiner zweiten Chance mit einem Distanzwurf, war dann aber beim dritten Mal zum 28:23 wieder erfolgreich. Diese Führung gaben die Hausherren in den verbleibenden Minuten nicht mehr her und verbesserten sich durch den Erfolg auf den achten Tabellenplatz. Balingen konnte die Füchse lange Zeit ärgern, Zählbares nimmt das Team aber nicht auf die Heimreise und verbleibt so auf Tabellenplatz fünfzehn.

Stimmen zum Spiel:

Jörn-Uwe Lommel:
Heute konnte man sich auf die Balinger Abwehr einstellen. Die erste Halbzeit war für uns dennoch hektisch und zerfahren. Die Spieler waren einfach nicht in der vollen Konzentration. Vielleicht haben sie Balingen einfach auch etwas untersschätzt. In der Halbzeit mussten wir uns dann etwas wachrütteln. Am Ende war unser Kader einfach besser besetzt. Respekt für Balingen, die haben uns richtig geärgert. So konnten wir uns mit dieser Partie gut auf Minden vorbereiten.

Dr. Rolf Brack:
Ich habe das Spiel als rasant empfunden. Es gab zwei grundverschiedene Halbzeiten: Für uns war die erste Halbzeit die beste in einem Auswärtsspiel. Wir sind mit guter Angriffseffektivität in die Halbzeit gegangen. Doch über das gesamte Spiel hat bei uns die Konterqualität gefehlt, faktisch haben heute keine Konter stattgefunden. Die zwei Punkte gehen an Berlin, aufgrund der ganz starken zweiten Halbzeit.
Zum Thema Schiedsrichter möchte nach meiner Kritik in den letzten Spielen auch noch etwas sagen. Die Regelpolizistenmentalität ist auch ein Grund für den Zuschauerschwund in den Hallen. Viel mehr braucht man ein "Game Management", das hat heute sehr gut stattgefunden. Eine gewisse Härte und ein Kampf muss einfach auch zugelassen werden um attraktiven Handball zu spielen.





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