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23.12.2004|Information|on

Weihnachtspause bei den Füchsen

15 Spiele sind gespielt, die Füchse haben 15 Punkte geholt und stehen mit Platz 10 und neun Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz besser da, als von vielen befürchtet. In heimischer Halle holte das Team 12 von 16 möglichen Zählern, auswärts konnte man hingegen nur beim Tabellenletzten Varel siegen, in Wuppertal reichte es immerhin für einen Punkt. Zeit für einen kleinen Rückblick auf die bisherige Saison.


Vor der Saison standen die Füchse bei vielen Experten auf der Liste der Abstiegskandidaten weit oben. Ein dünner Kader und wenig Blutauffrischung im Team wurden als Gründe angeführt. Nach 15 Spieltagen erwiesen sich die Begründungen als durchaus zutreffend, aber mit Carsten Ohle im Tor und Jonathan Rivera haben die Berliner optimale Verstärkungen gefunden, die der Mannschaft geholfen haben.

Einzig die schwere Verletzung von Sascha Detlof hat die Berliner zurückgeworfen. Der junge Mittelmann begann die Saison sehr stark, der Knoten schien geplatzt zu sein. Doch am sechsten Spieltag riss sein Kreuzband, eine Operation wurde nötig. Detlof wird den Berlinern erst in der nächsten Saison wieder zur Verfügung stehen, der ohnehin schmale Kader steht zusätzlich unter Druck.

Trotzdem feierten die Füchse in den folgenden Spielen überragende Heimerfolge. Herausragend war hierbei insbesondere der 34:25-Sieg über den als Tabellenführer angereisten Stralsunder HV. In einem Spiel, in dem alles passte, fegte der Außenseiter den haushohen Favoriten aus der Halle und sorgte für tiefe Depressionen beim Aufstiegsfavoriten. Aber gerade dieses Spiel zeigte auch die Schwachpunkte der Füchse.

Denn wenn nur ein Spieler im Rückraum einen unterdurchschnittlichen Tag erwischt, wird es eng. Bei drei etatmäßigen Rückraumakteuren gibt es nur wenig Möglichkeiten zum Wechseln. Marc Pieper, der eigentlich Stefan Matz beerben soll, aber auch auf der rechten Rückraumposition einsetzbar ist, konnte seine wenigen Einsätze nur selten nutzen, um sich als Alternative anzubieten. So spielen meistens Viktor Pohlack, Jens Deffke und Jonathan Rivera im Angriff durch, ohne sich eine längere Pause gönnen zu können.

Die zwangsläufige Folge: Kräfteverlust in der Endphase der Spiele. Und so ging so manche Partie verloren, die man mit einer anderen Konstellation möglicherweise erfolgreicher hätte gestalten können. Geld für sinnvolle Verstärkungen ist in Berlin aber derzeit nicht vorhanden. Zwar wird im Management unermüdlich an zusätzlichen Einnahmequellen gearbeitet, der große Erfolg blieb aber bisher aus. Die Millionen-Metropole Berlin konzentriert sich auf seine Erstligisten im Fußball, Eishockey oder Basketball, alle anderen Sportarten stehen im Schatten.

Sportlicher Lichtblick der noch nicht ganz abgeschlossenen Hinrunde war Carsten Ohle, der mit schier unglaublichen Reflexen den Füchsen in schwierigen Phasen den nötigen Rückhalt gab. Erstaunlich, denn noch immer muss Ohle unter der Woche in Delitzsch alleine trainieren. Die Arbeitsplatzsuche in Berlin gestaltete sich schwieriger als erwartet, sodass Ohle weiterhin seinen Beruf in Delitzsch nachgeht.

Der Shooting-Star der Berliner war aber ohne Zweifel Dennis Mathews. Der junge Berliner ist derzeit Torschützenkönig der Füchse und sicherer Siebenmeter-Werfer. Mit im Schnitt 6,3 Toren pro Spiel hat Mathews eine sehr gute Quote, glänzt als Schütze von Linksaußen und als Konterspieler. 74% der Siebenmeter konnte er verwandeln, eine erstligareife Quote.

Das Erfolgsrezept ist jedoch die Abwehr. Der Mittelblock um Rivera und Hok ist nur schwer zu überwinden, dahinter steht mit Carsten Ohle ein sicherer Rückhalt. Auch die Umstellung von 6:0 auf 5:1 klappt hervorragend, viele Bälle werden sich in der Abwehr erarbeitet und zu Tempogegenstoß-Toren verwandelt. Auch die Rückkehr von Marc Hartensuer, der in der vergangenen Saison dauerverletzt pausieren musste, machte sich positiv bemerkbar. Mit Sebastian Roemling und Jörg Hok stehen zudem zwei Kreisläufer zur Verfügung, die höchst unterschiedliche Spielweisen vorweisen können und so jeden Gegner vor Probleme stellen.

So haben die Füchse eigentlich sehr gute Zukunftsaussichten. Damit die neue Saison frühzeitig geplant werden kann, ist die Grundlage mit 15 Punkten gelegt, um möglichst frühzeitig nichts mit der Abstiegsfrage zu tun zu haben. Aber urplötzlich ziehen dunkle Wolken über den bisher so heiteren Berliner Handballhimmel auf. Trainer Georgi Sviridenko werden seitens der niederländischen Strafbehörden Verfehlungen vorgeworfen, die aus seiner Zeit beim TV Grambke herrühren sollen. Er musste sich zur Klärung der Vorwürfe nach Holland begeben und kann seither nicht mehr das Training in Berlin leiten. Die Füchse sahen sich gezwungen, ihren Trainer zu beurlauben und Jörg Herrmann als Interimscoach einzusetzen, da bisher unklar ist, wann Sviridenko wieder in Berlin zur Verfügung stehen wird. Die Mannschaft wurde erst nach dem letzten Heimspiel über die Gründe der Abwesenheit des Trainers informiert und zeigte sich geschockt. Eine flammende Rede von Carsten Ohle noch in der Kabine sorgte dafür, dass die Köpfe nicht gänzlich hängen gelassen wurden.

Bis zum 7. Januar, wenn die Füchse bei Augustdorf/Hövelhof antreten müssen, ist nun Zeit, neue Kräfte zu sammeln. Und vielleicht zeigen die Füchse im neuen Jahr dann nur noch ihr positives Heimspiel-Gesicht und legen die latente Auswärtsschwäche ab. Ganz nach dem Motto: „Fühlt Euch wie zuhause!“.

Wir wünschen allen Fans und Freunden der Füchse Berlin ein gesegnetes Weihnachtsfest.




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