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06.11.2010|Spielbericht|RM - handball-world.com

Füchse erkämpfen sich Auswärtssieg in Gummersbach

Den Füchsen Berlin ist der nächste Coup geglückt - 34:32 (18:16) gewann das Team von Dagur Sigurdsson beim VfL Gummersbach. Damit halten die Füchse den Anschluss an das Spitzentrio und bleiben die Überraschungsmannschaft der Saison. Die erste Überraschung gab es für die Zuschauer und den Gegner gleich zu Spielbeginn. Trotz seiner Verletzung biss Alexander Petersson auf die Zähne und konnte spielen, am Ende erzielte er sieben Treffer. Übertroffen nur von Sven-Sören Christophersen und Bartlomiej Jaszka, die jeweils acht Tore erzielten. Zwar mussten die Berliner die meisten Gegentore der Saison hinnehmen, trafen aber erstmals auch mehr als 30 Mal. Am Ende war es die Nervenstärke, die in der engen Partie den Ausschlag für die Berliner gab. Den Füchsen gelang es damit aber auch eine sensationelle Serie des VfL Gummersbach zu beenden: seit 2006 hatte der VfL in der Eugen-Haas-Halle kein Pflichtspiel mehr verloren, die letzte Liga-Niederlage lag sogar mehr als sechs Jahre zurück.

Am letzten Spieltag der vergangenen Saison empfing der VfL Gummersbach die Füchse Berlin und setzte sich damals mit 29:27 durch. Im Fernduell mit dem TV Großwallstadt hatten die Füchse damit um ein Tor das Nachsehen um die Europapokalteilnahme. Nun nahmen die Berliner Revanche, knüpften auch nach der Länderspielpause an den starken Saisonstart an und setzten sich mit 34:32 (18:16) beim Altmeister durch. Damit nahmen sie ganz nebenbei der Eugen-Haas-Halle auch den Heimnimbus. Die letzte Niederlage des VfL in der Liga liegt bereits mehr als sechs Jahre zurück, vor vier Jahren verloren die Oberbergischen letztmals ein Pflichtspiel, damals im EHF-Pokal gegen den TBV Lemgo.

Nach einem Füchse-Sieg sah es allerdings zunächst nur im ersten Durchgang aus. Früh konnten sich die Berliner absetzen, bei denen überraschend auch Alexander Petersson mitwirkte. Der Isländer hatte sich am vergangenen Samstag im Länderspiel in Österreich eine Bänderverletzung im Knöchel zugezogen, konnte aber schon wieder mit von der Partie sein. Mit seinem ersten Tor besorgte er den 2:2-Ausgleich, seinen zweiten von insgesamt sieben Treffern verwandelte er im Tempogegenstoß zum 5:3. Überhaupt wirkten die Gäste in der Startphase wacher, in der 12. Minute parierte Silvio Heinevetter zudem einen Strafwurf von Vedran Zrnic.

Die Hausherren wollten sich allerdings nicht ihrem Schicksal ergeben, Trainer Sead Hasanefendic griff in die Trickkiste und beorderte früh beim 5:9 eine offensive Abwehr auf die Platte. Damit hatten die Gäste zwar ihre Probleme, die kräftezehrende Abwehrformation konnte der VfL aber nicht lange aufrecht erhalten. Dafür nutzte der VfL eine Zeitstrafe gegen Ivan Nincevic, Barna Putics und Geoffrey Kranz trafen zum 11:13. Dagur Sigurdsson mahnte in einer Auszeit zur Ruhe und instruierte seine Mannschaft neu.

Dennoch verließen die Berliner in der Schlussphase des ersten Durchgangs ihre spielerische Linie und ließen sich zu unnötigen Fouls hinreißen. beim 14:17 musste zunächst Torsten Laen mit der zweiten Zeitstrafe das Feld verlassen, er hatte am Trikot gezogen. Krantz nutzte die Überzahl und verkürzte zum 15:17. Als dann Petersson den Ball nicht freigab musste er ebenso vom Feld wie Mark Bult nach einem Wechselfehler. Kurzzeitig befand sich damit der VfL Gummersbach sogar in dreifacher Überzahl, konnte die Chance aber nicht nutzen. Zwar erzielte Zrnic den Anschlusstreffer, rechtzeitig zur Pause erhöhte jedoch Nincevic in doppelter Unterzahl zum 18:16 für die Gäste.

Nachdem es die Berliner verpasst hatten mit einer höheren Führung in die Pause zu gehen, stellte Hasanefendic sein Team auf den zweiten Durchgang ein. Zunächst erzielte Dravo Vukovic in der 34. Minute den Ausgleich zum 19:19, dann parierte Goran Stojanovic beim Stand von 20:20 einen Strafwurf von Nincevic. Zur ersten VfL-Führung seit der Startphase traf dann Patrick Wiencek. Danach entwickelte sich ein temporeiches Spiel, in dem beide Teams ohne Struktur und vor allem ohne Abwehr auftraten. Mehrfach wechselte die Führung, bei den Hausherren hatte nun Torhüter Goran Stojanovic deutlich besser ins Spiel gefunden.

In der 46. Minute versuchte dann Berlins Trainer Dagur Sigurdsson mit neuen Akzenten das Spiel wieder an sich zu reißen. Neben dem Torhüterwechsel von Heinevetter zu Petr Stochl feierte Michal Kubisztal im linken Rückraum sein Comeback nach mehr als zweimonatiger Verletzungspause. Eine Wende gelang den Berliner allerdings nicht, Gummersbach war die aktivere Mannschaft und schaffte es so das Spiel weiterhin offen zu gestalten. Nach einem Strafwurf von Adrian Wagner zum 32:31 lag dann allerdings der VfL letztmals in Führung. In der Schlussphase hatten die Gäste die besseren Nerven, nacheinander trafen Markus Richwien und Konrad Wilczynski per Strafwurf. Mit seinem achten Tor in der Schlussminute sorgte dann Bartlomiej Jaszka für die Entscheidung und den 32:34-Endstand.




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