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14.12.2010|Spielbericht|RM

Pokal-Sensation: Füchse gewinnen gegen den Pokalsieger Hamburg

Damit hatte wohl keiner gerechnet, viel schwerer als mit dem Pokalsieger HSV Hamburg hätte es die Füchse im Pokal-Achtelfinale nicht erwischen können. Doch sie boten den Hamburgern über 50 Minuten Paroli, mehrfach wechselte die Führung. In der Schlussphase setzten sich die Füchse ab, der HSV hatte kein Rezept mehr gegen die starke Abwehr und einen überragenden Torhüter Silvio Heinevetter. Mit 31:27 ging der Sieg am Ende an die Füchse, die damit im Viertelfinale des DHB-Pokals stehen. Ausgelost wird die nächste Runde am nächsten Dienstag beim Heimspiel gegen den SC Magdeburg, gespielt wird das Viertelfinale am 1./2. März.

„Unglaublich, das war Hammer. Jeder weiß, dass der Pokal das Steckenpferd des HSV ist", sagte der überglückliche Berliner Nationalkeeper Silvio Heinevetter. "Nachdem wir Kiel und den HSV zu Hause geschlagen haben, ist das jetzt schon was ganz Großes", fügte der überragende Heinevetter hinzu.

In der für einen Dienstag gut gefüllten Max-Schmeling-Halle war das Tempo beider Mannschaften von Beginn an sehr hoch. Der Tabellenführer aus Hamburg agierte mit äußerster Entschlossenheit und ging folgerichtig in der vierten Minute mit 2:4 in Führung. Doch die Hausherren wollten ihre Heimstärke auch im Pokal unter Beweis stellen. Trotz eines sehr gut aufgelegten Johanes Bitter im Tor gelang der Ausgleich zum 5:5. Doch an genau diesem Bitter scheiterte Ivan Nincevic mit einem Strafwurf und der Möglichkeit zur Führung in der siebten Minute. Mit einem spektakulär abgefangenen Abpraller gelang es dann aber Markus Richwien den Führungstreffer zum 6:5 zu erzielen. Als dann Nincevic und Peterson zum 8:5 erhöhten, nahm Martin Schwalb seine Auszeit.

Auch der Wechsel von Kraus auf Duvnjak im Hamburger Rückraum brachte nicht sofort den gewünschten Erfolg. Die Füchse waren weiter einen Schritt besser und führten nach 17 gespielten Minuten weiter mit 12:9. Kurz vor Ende des ersten Durchgangs brachten dann einige starke Paraden von Jogi Bitter die Gäste wieder ins Spiel. In der 27. Minute glich der HSV dann durch einen Treffer von Pascal Hens zum 14:14 aus. Am Ende gelang es den Hamburgern sogar noch eine Führung mit in die Pause zu nehmen. Beim Stand von 15:16 wurden die Seiten gewechselt.

Nach der Pause war es dann zunächst der HSV, der den Ton angab. Mit einer guten Mannschaftsleistung und einem überragenden Bitter im Tor führte der HSV nach 39 Minuten mit 17:19. Im Angriff der Füchse zeigte Sven-Sören Christophersen unterdessen, was in ihm steckt und glich mit einem Doppelpack zum 19:19 aus. Fünfmal war der Nationalspieler zu diesem Zeitpunkt schon erfolgreich und damit erfolgreichster Füchse-Werfer. In der Folge stand die Partie auf Messers Schneide. Immer wieder wechselte die Führung zwischen den Füchsen Berlin und dem HSV Hamburg.

Als es den Berlinern dann in der 51. Minute gelang, mit 24:22 in Führung zu gehen, nahm Martin Schwalb seine Auszeit. Er schickte Per Sandström ins Tor und versuchte damit nochmal ein Zeichen für die letzten Minuten zu setzen. Doch die ganze Füchse-Mannschaft zeigte einen unerbittlichen Siegeswillen. Auf 28:24 erhöhten die Hausherren die Führung gegen den Tabellenführer. Die letzten Minuten waren ein Freudentanz in der Max-Schmeling-Halle. Keinen Anhänger der Füchse Berlin hielt es mehr auf den Plätzen und der Mannschaft auf dem Platz gelang alles. Am Ende gewannen die Füchse mit einer ausgezeichneten Mannschaftsleistung mit 31:27 und zogen damit ins Viertelfinale des DHB-Pokal ein.

Stimmen zum Spiel:

Martin Schwalb - Trainer HSV Hamburg:
Die Füchse waren in der entscheidenden Phase der Partie einfach wacher und besser. Wir haben einfach zu viele leichte Gegentore bekommen und direkte Zweikämpfe verloren. Unsere 19:16-Führung haben wir zu schnell verschenkt und sind dadurch ins Hintertreffen geraten. Es hat heute nicht sollen sein. Wir sind zurecht ausgeschieden, die Füchse waren die bessere Mannschaft.

Dagur Sigurdsson - Trainer Füchse Berlin:
Wir sind unglaublich stolz und zufrieden mit dem Ergebnis. Es ist eigentlich nicht zu fassen. Wir haben sehr gut gespielt und auch riesen Charakter gezeigt. Es ist ein richtig großer Tag für uns. Wir haben uns vorgenommen hier mitzuspielen und auf unsere Chance zu warten - das ist uns gut gelungen. Wir sind in der Lage hier zu Hause alle zu schlagen. Ich bin eigentlich sprachlos.

Christian Fitzek - Sportlicher Leiter HSV Hamburg:
Ich kann nur hoffen, dass uns die freien Termine auf dem Weg zur deutschen Meisterschaft helfen werden.

Bob Hanning - Geschäftsführer Füchse Berlin:
Nach dem Göppingen-Spiel war mir schon etwas Bange, ob wir die Serie der Hinrunde noch halten können. Wir haben heute ein sehr gutes Handballspiel gesehen. Es gilt nun aber, sich auf die kommenden Liga-Aufgaben gegen Wetzlar und Magdeburg zu konzentrieren.




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