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26.05.2011|Information|Füchse Berlin

Sven-Sören Christophersen im Interview:

„Wir haben nichts zu verschenken…”

Mit seinem Wechsel zu den Füchsen Berlin hat Sven Sören Christophersen sportlich das große Los gezogen. Ganz plötzlich spielt der 26-jährige, der zuvor schon in Hildesheim, Wilhelmshaven, Lemgo und Wetzlar unter Vertrag stand, um den Einzug in die Champions League. Am Sonntag die Füchse um wichtige Punkte gegen seinen Ex-Klub aus Wetzlar. Die TOYOTA HBL sprach zuvor mit dem 1,98 großen Nationalspieler.
 
Die Füchse Berlin spielen allen Ernstes um die Direktqualifikation zur Champions League mit. Hand aufs Herz: Damit haben Sie zu Saisonbeginn sicher nicht gerechnet, oder?

Christophersen: Ich habe zu Saisonbeginn ein wenig in Richtung Europacup-Teilnahme geschielt, mehr aber nicht. Unser Ziel war es, besser zu sein als im Vorjahr. Dass wir nun so deutlich über unserer Vorgabe liegen, ist sehr erfreulich. Das spricht für die sehr guten Leistungen in dieser Saison.
 
Am Sonntag geht es gegen die HSG Wetzlar. Da sollten aus Berliner Sicht zwei Punkte Pflicht sein.

Christophersen: Zumal wir daheim spielen und es das letzte Match vor den eigenen Fans in dieser Saison sein wird. Daheim haben wir bislang eine ausgezeichnete Bilanz, insofern müssen wir natürlich diese Favoritenrolle annehmen und diesem Anspruch auch genügen. Die Gefahr, den Gegner zu unterschätzen, ist da, aber das sollten wir unbedingt vermeiden. Ich habe zuvor zwei Jahre in Wetzlar gespielt und werde entsprechend darauf hinweisen.
 
Macht Ihr einstiges Engagement in Wetzlar diese Begegnung aus Ihrer Sicht zu einem besonderen Spiel?

Christophersen: Im Vorwege eines solchen Spiels freut man sich natürlich auf zwei oder drei Gesichter. Allerdings sieht es gegenwärtig so aus, als ob ich am Sonntag nicht werde spielen können. Ich habe mir einen Muskelfaserriss zugezogen. Ich freue mich dennoch auf die Auseinandersetzung. Die Wetzlarer Mannschaft wird erst am Tag danach wieder heimfahren, sodass es bestimmt Möglichkeit geben wird, am Abend noch ein wenig zusammen zu sitzen. Aber das schöne an unserem Sport ist, dass das alles keine Rolle mehr spielt, wenn der Schiedsrichter das Spiel angepfiffen hat. Dann haben wir nichts mehr zu verschenken.
 
So ein Pech mit der Verletzung. Schon das Hinspiel in Wetzlar dürfte nicht in so guter Erinnerung sein. Sie wurden mit einer Gehirnerschütterung nach Berlin zurück transportiert.

Christophersen: Das Spiel war für mich schon nach drei Minuten beendet. Aber es steht ja lang schon fest, dass die HSG Wetzlar auch kommenden Jahr wieder in der 1. Liga dabei sein wird. Da wird es sicher noch einige Möglichkeiten geben, gegeneinander zu spielen.
 
Ihre nächste Zukunft wird in Berlin sein. Wie lange haben Sie dort noch Vertrag?

Christophersen: Mein Vertrag läuft noch bis zum Sommer 2012.
 
Und danach?

Christophersen: Ich bin in diesem Monat 26 Jahre alt geworden. Da macht man sich natürlich Gedanken wie man die Blütezeit in seinem Handballerdasein verbringen möchte. Ich fühle mich gegenwärtig in Berlin sehr wohl, und ich hätte nichts dagegen, auch weiterhin hier zu spielen. Aber es müssen dann auch alle Faktoren passen. Die Truppe hier ist charakterlich einwandfrei und sehr homogen. Wir hatten in dieser Saison unglaublich viel Spaß, was angesichts des Erfolges auch nicht so schwer war. Jetzt kommen andere Herausforderungen – vielleicht die Champions League, vielleicht der EHF-Cup – die mich reizen. Ich bin sehr gespannt, was hier in Berlin in den kommenden Jahren passieren wird.
 
Und wie geht es für Sie in der Nationalmannschaft weiter?

Christophersen: Bundestrainer Heiner Brand wird die Mannschaft in den nächsten beiden Qualifikationsspielen coachen, und ich gehe davon aus, dass er an der Reihenfolge im linken Rückraum nichts ändern wird. Da bin ich – das hat er mir in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt – gegenwärtig die Nummer drei. Es ist großartig dazuzugehören, aber auf Dauer für einen Leistungssportler ein wenig unbefriedigend. Mein Ziel ist es, in naher Zukunft mehr Einfluss auf das Spiel der DHB-Auswahl nehmen zu können. Warten wir´s ab. Ab Sommer gibt es einen neuen Bundestrainer. Und vielleicht werden die Karten dann neu gemischt. Bis dahin muss ich mich halt über gute Leistungen in der Bundesliga empfehlen.
 




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