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13.05.2012|Information|SvN

Füchse überzeugen in der Liga mit 35:19-Kantersieg gegen TV Großwallstadt

Vier Spiele, und mindestens drei Siege: So lautete die Marschrichtung von Manager Bob Hanning für die Schlussphase der Bundesligasaison. Gegen den TV Großwallstadt zählte für die Füchse nur ein Sieg, um den dritten Tabellenplatz zu festigen. Nach der Niederlage des HSV Hamburg gegen den THW Kiel hatten die Berliner die große Chance, sich von den Hanseaten mit drei Punkten Vorsprung abzusetzen. Das gelang mit einer überzeugenden Mannschaftsleistungen mit einem überragenden Petr Stochl im Tor beim 35:19-Heimsieg vor 9.000 Zuschauern. 

Von Beginn an demonstrierten die Hauptstadthandballer ihre Überlegenheit, agierten sowohl offensiv als auch defensiv mit großer Sicherheit und zwangen den TVG früh zu Fehlern. Diese nutzte besonders der agile Ivan Nincevic aus, der von der linken Seite die Tempogegenstöße seiner Teamkollegen verwertete. Großwallstadt hingegen konnte nur selten Akzente in der Vorwärtsbewegung setzen. Entweder bissen sich die Unterfranken an der kompakten 6:0-Abwehr der Hausherren die Zähne aus oder scheiterten am gut aufgelegten Petr Stochl. Der tschechische Schlussmann parierte in der Anfangsviertelstunde bereits fünf Wurfversuche. Seine Mannschaft führte nach einem Doppelschlag von Sven-Sören Christophersen zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich mit 10:3.

Selbst die frühe Auszeit von Großwallstadts Trainer Peter David brachte den Tabellendreizehnten nicht zwingend genug in die Partie zurück. Währenddessen versuchten die Füchse mit schnellen Kombinationen die mit 9.000 Zuschauern ausverkaufte Max-Schmeling-Halle zu verzücken. Markus Richwien verwandelte einen blinden Pass von Alexander Petersson zum 11:4, kurz darauf beförderte Bartlomiej Jaszka aus der Rückraummitte den Ball in die Maschen.

Acht Tore Vorsprung nach 19 Spielminuten, auf eine Überraschung deutete bis dahin nichts hin. Allerdings zeichnete sich bei den Gästen Torhüter Andreas Wolff mehrmals aus und parierte vier Würfe, sodass der TVG zu freien Bällen kam. Die Unterfranken starteten in Folge dessen eine Mini-Serie mit drei Toren. Als Steffen Weinhold auf 12:7 verkürzte, hatte Dagur Sigurdsson den Drang selbst ins Spielgeschehen einzugreifen. Der Berliner Coach stimmte seine Mannschaft für die Schlussminuten der ersten Hälfte ein. Die Partie verlief nun ausgeglichen, der TVG fand besser ins Spiel, ohne die Füchse aber entscheidend in Bedrängnis zu bringen. Mit seinem dritten Tor des Abends stellte Markus Richwien den 15:10 Pausenstand her.

Spätestens nach dem Seitenwechsel ließen die Gastgeber keine Zweifel am Erfolg aufkommen. Egal ob Jaszka aus dem Rückraum, Richwien von rechts, oder Pevnov von der Kreismitte: Die Füchse trafen derweil aus allen Lagen. Selbst Abwehrchef Denis Spoljaric, der höchst selten Tore erzielt, brachte den Ball zum 19:12 im Tor unter. Als Petr Stochl kurz darauf sogar einen Siebenmeter der Gäste abwerte, schienen die Großwallstädter zu resignieren – fast. Besonders Maximilian Holst und Moritz Schäpsmeier stemmten sich gegen die drohende hohe Niederlage und führten den TVG kurzzeitig wieder auf fünf Tore heran. Doch das sollte die letzte Hoffnung für Großwallstadt gewesen sein. Besonders weil für deren Abwehrchef Sverre Jakobsson nach seiner dritten Zeitstrafe das Spiel gelaufen war.

Schlussendlich mussten sie erneut die Hausherren ziehen lassen. Auch die verbleibenden Feldspieler der Füchse, die bis dahin noch keine Treffer erzielt hatten, trugen sich nun in die Torschützenliste ein. Johannes Sellin drehte in seinen ersten Minuten sofort auf, erzielte schnell drei Tore und brachte den Füchsen nach 48 Minuten die 27:17-Führung. Der TV Großwallstadt brach in der Schlussviertelstunde komplett ein. Magere zwei Treffer bekamen die Gäste in den letzten 13 Minuten zu Stande, was unter anderem auch am Berliner Keeper lag. Petr Stochl entschärfte 23 Bälle und kam damit auf eine überragende 55%-Quote. Die Gäste schienen nur noch den Abpfiff herbei zu sehnen, denn Tor um Tor vergrößerte sich der Vorsprung der Berliner, deren souveräner Erfolg deutlich mit 35:19 endete.

Stimmen zum Spiel:

Peter David (Trainer TV Großwallstadt)

„Bis zur 40. Minute konnten wir die Partie offen halten. Danach sind wir aber auseinander gebrochen. Das ist nicht normal, dass wir so eine schlechte Wurfquote aus dem Rückraum haben. Als unser Abwehrchef noch die rote Karte bekommen hatte, hatten wir keinen Fuß mehr gefasst. Petr Stochl hatte eine überragende Quote und die Füchse haben einen sensationellen Lauf. Bei uns herrscht nur noch große Enttäuschung.“

Dagur Sigurdsson (Trainer Füchse Berlin)

„Ich bin sehr zufrieden mit der Einstellung gewesen. Insgesamt war das eine richtig gute Leistung. Man hat gesehen, dass die Jungs wollen.“

Bob Hanning (Geschäftsführer Füchse Berlin)

„Man kann vor der Leistung der Mannschaft nur den Hut ziehen. Ich hatte etwas Bauchschmerzen vor dem Spiel aufgrund der hohen Belastung des Teams, die hat mir das Team aber genommen. Ein riesen Kompliment an die Mannschaft und Trainer.“

Uli Wolf (Teammanager TV Großwallstadt)

„Wir sind natürlich komplett enttäuscht. Nach dem Spiel heute zählt gegen Hildesheim nichts anderes als ein Sieg. Unsere nächsten zwei Heimspiele müssen wir gewinnen, das ist Pflicht für uns. Ich hoffe dann auf einen versöhnlichen Saisonabschluss.“




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