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04.11.2005|Information|on

21:21 in Magdeburg - Jens Vortmann überragend

Mit einem nicht für möglich gehaltenen 21:21 (10:12)-Unentschieden kehren die Füchse aus Magdeburg zurück nach Berlin. In einer torarmen Partie drehten die Berliner, angetrieben von einem alles überragenden Jens Vortmann im Tor, der insgesamt nur neun Tore zuließ, einen 14:19-Rückstand innerhalb von acht Minuten in eine 20:19-Führung. Beste Magdeburger Schützen vor knapp 900 Zuschauern in der Hermann-Gieseler-Halle waren Maciej Dmytruszynski mit 6 und Markus Richwien mit 5 Treffern. Für Berlin war der ehemalige Nationalspieler Christian Rose (7/1) erfolgreichster Werfer.


Es war der Tag des Jens Vortmann. 29 Bälle flatterten auf seinen Kasten zu, den er in der 22. Minute betrat, nachdem der von Rückenschmerzen geplagte Carsten Ohle heute kaum etwas zu fassen kriegte. Neun Bälle musste der junge Keeper nur aus seinem Netz holen und war damit Hauptverantwortlicher für den überraschenden Berliner Punktgewinn an der Elbe.

Denn angesichts der professionellen Jugendarbeit in Magdeburg, die Spieler wie Grafenhorst, Theuerkauf, Sprenger oder Schöne - allesamt mittlerweile Nationalspieler - hervorgebracht hatte, war man in Berlin nach den zuletzt im Heimspiel gegen Usedom gezeigten Leistungen nicht als Favorit nach Magdeburg gereist. Und als es nach 21 Minuten 12:6 für den SCM stand, drohte in der Tat ein kleines Debakel. Bis dahin hatte Carsten Ohle gerade mal zwei Bälle abwehren können, fand der Angriff der Berliner selten eine Lücke in der gut gestaffelten Magdeburger Abwehr.

Jörn-Uwe Lommel bewies wieder einmal ein glückliches Händchen und beorderte Jens Vortmann ins Tor. Und plötzlich kam der Angriffsmotor der Sachsen-Anhaltiner ins stocken. Kein einziger Ball wollte mehr an Vortmann vorbei, stattdessen verkürzten die Berliner bis auf 12:10.

Erneut hohe Führung des SCM

Nach Wiederanpfiff setzte sich zunächst die Magdeburger Tormisere fort, 11 Minuten lang war Vortmann nicht zu überwinden. Doch auch die Füchse fanden in ihren Angriffen nicht die Mittel, um zu Torerfolgen zu kommen. Bälle an den Kreis fanden nicht ihr Ziel, der Rückraum konnte nur durch Einzelaktionen gefallen. Als dann Ballverluste zu Kontern führten, zog der SCM plötzlich bis auf 19:14 davon, die Messe schien gelesen.

Doch da war ja noch Jens Vortmann, der nach dem kurzen Magdeburger Zwischenspurt nun wieder eine Parade nach der anderen zeigte. Vier Tore in Folge für die Berliner sorgten für den 18:19-Anschlusstreffer und dem Signal für eine packende Schlussphase. Nach dem Ausgleich zwei Minuten vor dem Abpfiff dann sogar die Führung für Berlin (20:19). Magdeburg konnte allerdings erneut ausgleichen und dank eines gestohlenen Balles von Markus Richwien, der in einen Pass von Schücke auf Matz dazwischen ging, wieder die Führung übernehmen. Doch postwendend fiel wieder der Ausgleichstreffer und es begannen die aufregenden letzten 60 Sekunden, in denen Jens Vortmann erneut eine sensationelle Parade zeigte, die die Füchse noch einmal in Ballbesitz brachte. Während die Magdeburger nun mit Mann und Maus verteidigten, kamen die Füchse nur noch zu Freiwürfen. Der letzte nach Ablauf der Spielzeit von Christian Rose kam nicht zum Tor durch, so blieb es beim Unentschieden.

"20 Paraden in 38 Minuten, das ist unglaublich"

Bob Hanning sprach hinterher von einem Punktgewinn. "Wir sind einen Punkt über dem Soll. Mit dem Sieg in Burgdorf haben wir die Niederlage gegen Stralsund ausgeglichen, heute war es ein nicht einzuplanender Punkt." Überragend in seinen Augen Jens Vortmann. "20 Paraden in 38 Minuten, das ist unglaublich", fehltem dem Manager die Worte. "Überragend", sagte auch Michael Krieter zu der Leistung des 20-jährigen Schlussmannes. Ob von außen, aus dem Rückraum oder völlig freistehend, Vortmann kaufte den Magdeburgern Bälle ab, dass ihnen mit zunehmender Spieldauer die Verzweiflung auf dem Gesicht stand.

Allerdings war auch die Deckungsarbeit der Füchse sehr gut. Der SCM-Schütze vom Dienst, Andreas Rojewski, wurde in Manndeckung und damit größtenteils aus dem Spiel genommen. Ihm gelang lediglich ein Siebenmetertor. Das große Manko war einmal mehr der Angriff. "Uns fehlt einer im linken Rückraum", weiß nicht nur Michael Krieter, der bei zwei Siebenmeter zum Einsatz kam. Der Ausfall vom mittlerweile am Kreuzband operierten Sascha Detlof wiegt schwer.

"Das war definitiv eine Mannschaft, die da geackert hat", freute sich Jörn-Uwe Lommel. Sein Trainerkollege Harry Jahns indessen trauerte vergebenen Chancen nach: "Wir haben vergessen, den Sack zuzumachen, können am Ende über den Punkt froh sein“, so der SCM-Coach. "Es war am Ende ja noch glücklich für den SCM", fand auch Lommel. "Wir hätten einen Sieg zwar nicht verdient gehabt, aber der SCM hätte sich nicht beschweren können, wenn wir das Siegtor machen." Grund dafür, so Lommel, war eine geschlossene kämpferische Mannschaftsleistung. "Wir haben zweimal hohe Rückstände wettgemacht", war Lommel von der Moral der Füchse mehr als angetan.

Schon am kommenden Mittwoch geht es weiter für die Füchse. Dann kommt die HSG Varel in die Max-Schmeling-Halle. Mit der Leistung aus Magdeburg im Rücken, darf das Publikum sich auf ein interessantes Spiel freuen.

SC Magdeburg II - Füchse Berlin 21:21 (12:10)

SCM:
Gumula, Hübe;
Dmytruszynski 6, Richwien 5, Liesche 4/1, Jahn 2, Oelze 2, Atlason 1, Rojewski 1/1, Kupfer, Böcker, Rudow, Konietzka, Bruchno.

Füchse:
Ohle (1.-22., 2 Paraden), Vortmann (22.-60., 20 P.), Krieter (bei 2 Siebenmeter, 1 P.)
Rose 7/1, Matz 6/1, Stupar 2, Hartensuer 2, Schücke 2, Hok 2, Deffke, Roemling, Loge

Siebenmeter: 2/3 - 2/4
Zeitstrafen: 16 - 12 Minuten
Schiedsrichter: Frank Klinkermann/Christian Lutze

Spielfilm: 3:2 (6.), 4:4 (11.), 7:5 (16.), 12:6 (21.), 12:8 (26.), 12:10 (HZ), 12:11 (35.), 13:11 (41.), 17:13 (46.), 19:14 (49.), 19:16 (52.), 19:18 (55.), 19:20 (58.), 21:21 (59.), 21:21 (EN)




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