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24.03.2013|Information|SvN/ATz

Füchse verpassen knapp den CL-Viertelfinaleinzug in packendem Handball-Topspiel


In der Endabrechnung fehlte den Füchsen Berlin ein Tor, um den Traum von der Champions League weiter zu leben. Mit 26:27 (13:14) mussten sich die Berliner Handballer dem spanischen Spitzenteam BM Atletico Madrid geschlagen geben und verpassten damit den Viertelfinaleinzug. In einem hochspannenden Spiel vor 9.000 Zuschauern machten beide Teams große Werbung für den Handballsport. Die Partie wurde in mehr als 80 Ländern live übertragen. Bester Werfer der Hausherren war Konstantin Igropulo mit acht Treffern. 

Es war ein nervöser Auftakt der Berliner gegen abgebrühte Madrilenen. In der Anfangsphase verlief nahezu alles optimal für die Spanier. Während Atletico die ersten beiden Treffer des Spiels markierte, vergaben die Füchse ihre vier ersten Möglichkeiten in Serie. Die Hausherren scheiterten weniger an der kompakten Defensive von Madrid, sondern eher an ihrem eigenen Abschluss. Atletico Madrid hingegen blieb eiskalt vor dem Tor. Nach den ersten zehn Spielminuten lagen die Gäste bereits mit 6:2 in Front. Füchse-Coach Dagur Sigurdsson hatte genug gesehen und forderte das Time-Out. Direkt nach der Pause glimmte kurzzeitig ein Funken Hoffnung auf, denn der zuvor verletzte Bartlomiej Jaszka betrat das Feld. Dieser war sofort am nächsten Spielzug der Füchse beteiligt, setzte zum Wurf an und netzte unter tosendem Applaus der 9000 Zuschauer in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle ein. Doch die Offensivstärke von Atletico Madrid übertrumpfte die Abwehrversuche der Hausherren. Angeführt von deren Star Kiril Lazarov gelang den Gästen nahezu jeder Wurf aus jeder Lage. Zwischenzeitlich mussten die Berliner einem Fünf-Tore Rückstand hinterherlaufen.

Weiterhin ließen sich die Spanier nicht von der Abwehr der Berliner beeindrucken und kamen zu freien Würfen – doch Silvio Heinevetter war nun da. Der deutsche Nationalkeeper parierte mit zunehmenden Spielverlauf immer häufiger und hielt die Füchse im Spiel. Seine Vordermänner dankten es ihm, Konstantin Igropulo und Evgeni Pevnov brachten die Berliner mit drei Treffern in Folge auf 7:9 heran. Mit dem Momentum auf ihrer Seite ging die Aufholjagd der Füchse weiter. Besonders Konstantin Igropulo sprang für die Gastgeber in die Bresche und verkürzte mit seinem fünften Treffer des Abends zum 13:14 Halbzeitstand.

Der zweite Durchgang begann ebenso spannungsgeladen, wie die erste Halbzeit endete. Dieses Mal waren es allerdings die Füchse, die einen Start nach Maß hinlegten. Nachdem Evgeni Pevnov den Spielstand egalisierte, spielte sich der Bundesligist in einen Rausch. Mit drei Treffern in Folge setzten sich die Füchse auf 19:16 ab und hatten plötzlich das Tor zum Viertelfinale weit aufgestoßen. Doch dieser Husarenritt sollte ein jähes Ende finden, als Atletico Madrid vermeintlich unter Schock stand und gar noch in Unterzahl agieren musste. Nachdem Jakov Gojun auf der Strafbank Platz nahm, zeigten die Gäste eine Trotzreaktion und erzielten drei Treffer in Unterzahl. Alles begann von Neuem. Atleticos Trainer Talant Dujshebaev hatte seit mehreren Minuten die Time-Out-Karte in der Hand, steckte diese aufgrund des beeindruckenden Comebacks aber wieder schnell ein. Währenddessen ließen Lazarov und Källman weiter ihre Qualitäten aufblitzen und erhöhten mit ihren Toren zu einem 5:0 Lauf von Madrid. 

Unerwartet und unverhofft waren die Füchse wieder gefordert, die sich trotz der spanischen Fiesta nicht aus der Ruhe bringen ließen. Petr Stochl sollte nun den Kasten dicht halten – und wie. Der Tscheche parierte prompt die nächsten zwei Angriffe und half den Füchsen, das Spiel erneut offen zu gestalten. Noch waren zehn Minuten auf der Uhr, das Spiel stand auf des Messers Schneide. Erneut war es ein Spiel auf Augenhöhe. Doch nachdem Konstantin Igropulo mit einem weiteren Treffer die Führung der Berliner zurückeroberte und Schlussmann Petr Stochl das Publikum erneut mit einem schnellen Reflex verzückte, waren die Füchse wieder oben auf.

Allerdings hatten auch die Spanier mit José Javier Hombrados, der nach fünfmonatiger Verletzungspause sein Comeback gab, ihre Lebensversicherung im Tor. Der Kapitän parierte in der Schlussphase glänzend und vereitelte damit nicht nur eine vorzeitige Entscheidung, sondern leitete den kommenden Tempogegenstoß zum Ausgleich der Gäste ein. Ivano Balic brachte sein Team wieder auf die Siegerstraße – noch drei Minuten zu spielen. Den Füchsen Berlin reichte das zwischenzeitliche Unentschieden, doch als sich Markussen am Kreis durchtankte und die Führung für Madrid erzielte, standen die Hausherren wieder unter Zugzwang. Iker Romero konterte gegen seine Landsleute, und knallte den Ball aus dem Rückraum unter den Querbalken. 

Das Herzschlagfinale war an Dramatik kaum mehr zu überbieten, noch eine Minute zu spielen. Diese Minute war der Moment des Kiril Lazarov, allein setzte er sich in der Rückraummitte durch traf zum 26:27 für Madrid, noch 30 Sekunden. Die Berliner hatten die letzte Chance der Partie, Jaszka kam als siebter Feldspieler auf das Parkett. Genau dieser Jaszka schraubte sich fünf Sekunden vor der Schlusssirene hoch und warf den Ball Richtung gegnerisches Tor. Pech für ihn und die Mannschaft, denn der Ball prallt vom Pfosten wieder ab und gelangt zurück zu den Gästen. Das Spiel war aus, der Traum vom Viertelfinale erloschen. Während sich die Gäste aus Madrid jubelnd in den Armen lagen, herrschte bei den Berlinern ernüchternde Enttäuschung. Mit einem großen Kampf endete das Abenteuer für die Füchse Berlin in der Champions League Saison 2012/2013. Nun gilt der volle Fokus auf die verbleibenden neun Spiele in der DKB Handball-Bundesliga, wo die Füchse sich erneut für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren wollen. Am Mittwoch steht dafür bereits das wichtige Auswärtsspiel bei der Melsungen an, bevor am Ostersonntag die SG Flensburg/Handewitt zum Spitzenspiel im Fuchsbau zu Gast ist. Restkarten für die Partie sind noch unter www.fuechse-berlin.de und unter 030 / 4430 4430 erhältlich. 

Füchse Berlin - BM Atletico Madrid 26:27 (13:14) - Hinspiel: 29:29 (10:13)

Torschützen:
Füchse Berlin: Igropulo (8), Romero Fernández (4), Pevnov (4), Sellin (3), Jaszka (3), Nincevic (2), Laen (2)
BM Atletico Madrid: Lazarov (6), Källman (4), Aguinagalde Akizu (3), Jurkiewicz (3), García Parrondo (3), Markussen (3), Cañellas Reixach (2), Balic (2), Gojun (1)


Stimmen zum Spiel:

Talant Dujshebaev (Trainer Atletico Madrid)

„Ich bin sehr zufrieden, in diesem Moment bin ich der glücklichste Mann in der Handballwelt. Wir sind  gegen ein sehr starkes Team in das Viertelfinale eingezogen. Wir haben ganz spannende Spiele gesehen, ständig hat sich der Spielstand gedreht. Das war ein schönes Achtelfinale. Auch unser Kapitän Hombrados ist nach seiner fünfmonatigen Verletzungspause zurückgekommen und hat uns sehr geholfen.“

Dagur Sigurdsson (Trainer Füchse Berlin)

„Wir sind sehr enttäuscht. Wir haben genug getan, und hätten auch mehr verdient gehabt. Unsere Bundesliga-Spiele werden uns dennoch weiterhin beschäftigen, wir müssen einfach weitermachen.“

Börge Lund (Rückraum Füchse Berlin)

„Das waren zwei enge Spiele und am Ende entscheidet ein einziges Tor. Wir wussten zwar, dass es ein knappes Spiel werden würde, allerdings sind wir sehr enttäuscht.“




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