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28.08.2013|Information|ATz

Hauptstadthandballern fehlt nach 25 Minuten die Kraft - 23:28-Niederlage in Melsungen

Die Füchse Berin mussten sich am ersten Spieltag der DKB Handball-Bundesliga der MT Melsungen mit 23:28 (12:13) geschlagen geben. 25 Minuten lang sahen die 3.338 Zuschauer in Kassel ein Spiel auf Augenhöhe, danach waren fast nur noch die Hausherren zu sehen. Eine 14-minütige Torflaute der Berliner sorgte für einen zwischenzeitlichen 9-Tore-Vorsprung von Melsungen, der am Ende nicht mehr aufzuholen war. Erfolgreichster Füchse-Werfer war Pavel Horak mit acht Treffern.  

Vor dem Anpfiff schauten die beiden Kontrahenten des 1. Spieltags gespannt nach Flensburg, denn dort wurde die 2. Runde des DHB-Pokal ausgelost. Gleich fünf Erstligaduelle zog "Losfee" Lars Christiansen. Die Füchse Berlin müssen jedoch nicht gegen einen Ligakonkurrenten antreten. Für die Berliner geht es am 23. Oktober zum Zweitligisten TSG Ludwigshafen-Friesenheim. "Friesenheim hat schon oft gezeigt, wozu sie zu leisten im Stande sind. Wir nehmen die Favoritenrolle an, fahren aber natürlich mit Respekt nach Friesenheim", sagte Sportkoordinator Volker Zerbe zur Auslosung. 

Doch zunächst ging es am Mittwochabend um wichtige Punkte in der DKB Handball-Bundesliga. Beide Teams wollen im kommenden Jahr international spielen, daher war die erste Partie ein wichtiger Fingerzeig. Mit den beiden knappen Champions-League-Qualifikationsspielen hatten die Füchse eine Vorbereitung auf hohem Niveau. Aber auch die Melsunger hatten viele Testspiele in der Vorbereitung bestritten und sich gezielt verstärkt. In der gut gefüllten Rothenbach-Halle kam es kurz nach dem Anpfiff gleich zum Duell der früheren Teamkollegen. Johannes Sellin versuchte sich im zweiten Angriff an Silvio Heinevetter, der setzte aber gleiche in lautstarke Duftmarke, doch per Gegenstoß konnte Sellin dann im nächsten Angriff verwandeln. 

Offensiv kamen die Berliner gut in Schwung - ein Doppelpack von Horak und die Treffer von Igropulo und Petersen brachten die Gäste 4:2 in Führung. Melsungen konterte mit einem Kempa, doch Pavel Horak hatte sich warm geworfen. Beim 6:4 aus Füchse-Sicht erzielte der Tscheche bereits seinen vierten Treffer. Die Gastgeber kämpften sich heran, Mikael Appelgren parierte einen Ball nach dem anderen und so war die Partie nach einer Viertelstunde wieder ausgeglichen. Konstantin Igropulo fand unterdessen noch nicht so gut ins Spiel wie sein Teamkollege auf der linken Rückraumposition. Daher bekam Fabian Wiede seine Chance von Trainer Sigurdsson und fügte sich in der Defensive gleich gut ein. Aber in Halbzeit eins führte im Füchse-Angriff kein Weg an Pavel Horak vorbei. Beim 10:11 nach 22 Minuten hatte der tschechische Nationalspieler sein Trefferkonto auf sieben erhöht. Seine Nebenspieler konnten bis dahin jedoch noch keine entscheidenden Akzente setzen, weshalb Dagur Sigurdsson nach 28 Minuten zur grünen Karte griff. Die Partie blieb weiter offen und die Gastgeber konnten eine 13:12-Führung mit in die Pause nehmen. 

Nach dem Seitenwechsel waren es dann auch die Hausherren, die das Momentum nutzen. Zwei Paraden und drei Treffer, darunter ein Kempa, ließen die Führung Tor um Tor anwachsen. Nach nunmehr neun Minuten Torflaute beim Stand von 16:12 hatte Coach Sigurdsson genug gesehen, er bat erneut zur Auszeit und wurde sichtlich lauter. Doch MT-Keeper Mikael Appelgren blieb unüberwindbar. Im Füchse-Tor kam nun auch Petr Stochl, der sich gleich mit einer Parade bedankte. Das Problem war jedoch weiter die Offensive, selbst in einer doppelten Überzahl verloren die Berliner den Ball und im Gegenzug traf Müller zu 19:12-Führung. Nach 14 Minuten ohne Füchse-Treffer war es dann erneut Horak, der für sein Team traf. 

Es funktionierte einfach nichts wie gewünscht im Füchse-Angriff, selbst der vom Siebenmeterpunkt so treffsichere Fredrik Petersen vergab gegen Appelgren und Melsungen erhöhte die Führung auf neun Tore. Zwei Treffer von Igropulo und zwei von Löffler sorgten dann für Hoffnung in Reihen der Gäste. Beim 23:17 in der 47. Minute griff dann MT-Trainer Michael Roth zu grünen Karte. Noch war genug Zeit, um den Vorsprung wieder zu egalisieren. Tor um Tor kämpfte sich das Team um Kapitän Iker Romero heran und beim 24:20 war der Melsunger Vorsprung geschmolzen und Stochl glänzte mit wichtigen Paraden. 

Doch die Zeit lief gegen die Füchse Berlin. Die Melsunger nahmen das Tempo aus ihren Angriffen und Dagur Sigurdsson versuchte Michael Müller mit Bartlomiej Jaszka auf der vorgezogenen Position aus dem Spiel zu nehmen. Der Treffer von Patrik Fahlgren zum 27:22 bei vier verbleibenden auf der Uhr war dann jedoch die Vorentscheidung zu Gunsten der Melsunger. Auch wenn Füchse-Kapitän Iker Romero den Treffer zum 28:23 erzielen konnte, war das am Ende nur noch Ergebniskosmetik. Nun müssen die Füchse Berlin schnell zurück in die Bahn finden, am Sonntag um 17:15 Uhr präsentiert sich die Mannschaft dem heimischen Publikum in der Max-Schmeling-Halle gegen Aufsteiger Eisenach.
 
Torschützen: Horak (8), Igropulo (4), Romero Fernández (3/1), Löffler (3), Petersen (2), Richwien (2), Thümmler (1)
 




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