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18.01.2006|Information|on

40 Minuten beim Tabellenführer bestanden - Prokopec und Deffke schmerzlich vermisst

40 Minuten kämpften und spielten die Füchse bravourös beim Tabellenführer. Auch ohne Pavel Prokopec, der fiebrig das Bett hüten musste, waren die Berliner lange ebenbürtig. Doch am Ende brachen die Dämme, verloren die Füchse deutlich mit 30:24 (14:14). Die besser besetzte Hildesheimer Bank und nachlassende Kräfte der Berliner gaben den Ausschlag zugunsten des Tabellenführers.


Dass Jörn-Uwe Lommel heute beim Spitzenreiter gewinnen wollte, merkten die 1.600 Zuschauer spätestens in der 39. Minute. Nach einem gehaltenen Siebenmeter von Carsten Ohle beim Stand von 16:16 vertändelten die Füchse zweimal nacheinander den Ball und lagen durch zwei schnelle Tore von Lakenmacher und Kasmauskas erstmals seit langem wieder mit zwei Toren hinten. Lommel nahm seine Auszeit, um die Spannung im Team zu halten. Doch die erhoffte Wirkung blieb aus, denn nach dem Anschlusstreffer durch Christian Rose gelang den Berlinern in den folgenden 10 Minuten nur zwei Tore, Hildesheim zog vorentscheidend auf 25:19 davon. "Das ging so schnell, da konnte man kaum Luft holen", sagte Füchse-Coach Jörn-Uwe Lommel später. Er wechselte Jens Vortmann für Carsten Ohle ein, als Hildesheim den Vorsprung auf vier Tore ausgebaut hatte, nach der ersten 6-Tore-Führung des Gastgebers kam der Rückwechsel zu Ohle.

Zuvor lagen die Füchse mehrfach in Führung und steckten auch kleinere Rückschläge immer wieder weg. Es wäre sogar eine Halbzeit-Führung möglich gewesen, als beim Stand von 14:13 die Füchse in Ballbesitz waren. Doch Hildesheim konnte sich den Ball schnappen und per Tempogegenstoß den Ausgelich erzielen. Da Christian Rose den Lauf von Hildesheims Neuzugang Otto Fetser regelwidrig störte, kassierte der Berliner zudem eine Zeitstrafe.

Die engagierte Leistung der ersten Halbzeit hatte den Berliner aber viel Kraft gekostet. Zuletzt war man beim 16:16 nach 38 Minuten auf Tuchfühlung. Dann konnten sie im zweiten Spielabschnitt nichts mehr zusetzen und verloren letztlich beim zwar nicht souveränen, aber sehr routinierten Spitzenreiter. Nach dem 29:21 durch den Hildesheimer Rückraum-Kanonier Mike Hairston drohte gar noch ein Debakel.

Doch die Berliner fingen sich wieder und hatten im letzten Angriff sogar noch die Möglichkeit, das Ergebnis mit einem 4-Tore-Rückstand passabel zu gestalten. Doch Marc Hartensuer verlor 10 Sekunden vor dem Ende den Ball, Rene Boese hatte keine Mühe zum 30:24-Endstand einzuwerfen.

Trotz der Niederlage war Lommel nicht unzufrieden. "Die heutige über weite Strecken sehr ansprechende Leistung bestätigt den Trend der letzten Wochen", bekundete der Trainer. Er sah eine sehr engagierte und mannschaftlich geschlossene Leistung. "Dass uns dann heute Morgen Pavel Prokopec ausfiel, war dann letztlich der entscheidende Faktor", sagte Lommel, der auch Jens Deffke im Abwehrverband schmerzlich vermisste. Für ihn musste der junge Christoph Pöhl 60 Minuten in der Abwehr ran. Eine gute Leistung bekundete der Füchse-Trainer Sascha Detlof. "Solange er noch Kraft hatte, hat er ein Klassespiel gemacht. Aber ihm fehlt einfach noch Wettkampfpraxis." Insgesamt mache das Spiel beim Tabellenführer aber Mut für die kommenden Wochen. "Wir haben jetzt eine zweiwöchige Spielpause. Wir werden die Zeit nutzen und weiter hart arbeiten." Am 1. Februar gastiert Post Schwerin in Berlin, bis dahin soll neue Kraft getankt werden. "Das wird schon", so ein entspannt wirkender Lommel.

Ein Sonderlob hatte Lommel für die beiden Schiedsrichter Rainer und Bernd Methe übrig. "Das war sehr wohltuend, so erfahrene und konzentrierte Schiedsrichter zu haben", so Lommel. Das Brüderpaar aus dem hessischen Vellmar hatte heute nach langer Pause das Comeback gegeben und nach Meinung des Füchse-Trainers das Spiel hervorragend geleitet.

Eintracht Hildesheim - Füchse Berlin 30:24 (14:14)

Hildesheim:
Stange, Katsigiannis;
Fetser 6, Lakenmacher 5, Hairston 4, Galus 4, Nikolov 2, Vilaniskis 2, Kasmauskas 2, Mathews 2, Boese 2/1, Limberg 1, Gorpishin, Schiech,

Füchse:
Ohle, Vortmann (41. - 50.);
Rose 6/2, Detlof 4, Roemling 3, Schücke 3, Hartensuer 3, Loge 2, Matz 2, Pieper 1, Pöhl, Plessow

Schiedsrichter: Rainer Methe / Bernd Methe Zeitstrafen: 2 - 10 Minuten (Kasmauskas (35.) - 2x Hartensuer (18., 57.), Schücke (28.), Rose (30., 33.))
Siebenmeter: 1/3 - 2/4 (Ohle hält gegen Boese (37.) und Mathews (58.) - Rose (19.) und Schücke (21.) scheitern an Katsigiannis)
Zuschauer: 1.600 in der Halle 39 (Hildesheim)

Spielfilm:
1:0 (3.), 1:2 (6.), 3:4 (10.), 5:6 (14.), 7:6 (17.), 10:7 (21.), 11:11 (25.), 12:13 (27.), 14:14 (HZ) -
16:16 (36.), 18:16 (39.), 21:17 (42.), 23:18 (44.), 25:19 (50.), 27:21 (52.), 29:21 (54.), 29:24 (56.), 30:24 (EN)

Auszeiten: Hildesheim nach 24:10 Minuten (Stand: 11:10) und 56:46 Minuten (Stand: 29:24); Berlin nach 18:07 Minuten (Stand: 9:7) und 38:14 Minuten (Stand: 18:16)




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