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06.10.2013|Information|SvN

Unentschieden im Spitzenspiel - Füchse und Löwen trennen sich ohne Sieger

Im Topspiel der DKB Handball-Bundesliga am Sonntagnachmittag gabe es am Ende keinen Sieger. Nach zwischenzeitlichem Fünf-Tore-Rückstand drehten die Gäste aus Mannheim das Spiel und am Ende gab es beim 21:21 (13:10). Berlin kontrollierte in der ersten Hälfte die Partie komplett, nach 40 Minuten nahm die Hektik im Spiel der Hauptstadthandballer zu und das Spiel wurde ausgeglichen. Patrick Groetzki erzielte quasi mit dem Schlusspfiff den Ausgleich, bei dem er jedoch seinen Wurf abgestanden hatte. Der Treffer zählte und so teilten sich die Teams die Punkte. In der mit 9000 Zuschauern ausverkauften Max-Schmeling-Halle waren Bartlomiej Jaszka (7) sowie Andy Schmid und Uwe Gensheimer mit jeweils sechs Toren beste Schützen.

Die Mauer der Berliner stand von Beginn an stabil und zermürbte förmlich die Angriffsbemühungen der Löwen, die mit dem ehemaligen Fuchs Alexander Petersson starteten. Er war in den ersten zehn Minuten der einzige Torschütze der Gäste und schien das Spielprinzip der Berliner nicht vergessen zu haben. Über die komplette Zeit der ersten Hälfte waren die Füchse die bestimmende Mannschaft. Besonders deren Spielmacher Bartlomiej Jaszka überzeugte mit vier Treffern und gewohnt flexiblem Angriffsspiel. Bereits früh lagen die Hauptstadthandballer mit 5:1 (10.) in Front und hielten diesen Vorsprung bis zur Pause. Die Rhein-Neckar Löwen strahlten einzig aus dem Rückraum strahlten nennenswerte Torgefahr aus. Kim Ekdahl setzte erstmals die Qualitäten der Gäste in Szene. Mit seinem Rückraumkracher beendete er eine siebenminütige Torflaute der Löwen und legte kurze Zeit später aus der gleichen Position nach. 

Uwe Gensheimer blieb bis dahin blass. Die Gallionsfigur der Gäste fiel eher durch zwei Fehlpässe auf, anstatt dem Angriffsspiel seiner Mannschaft die entscheidenden Impulse zu verleihen. Mit seinem verwandelten Siebenmeter verkürzte er zum 9:5. Doch trotz der zusätzlichen Überzahl blieben die Versuche der Mannheimer weitestgehend ineffektiv. Gensheimer hatte erneut mit einem Strafwurf die Gelegenheit, auf drei Tore zu verkürzen. Doch der Pfosten leitete direkt den Tempogegenstoß der Berliner ein, welchen Fabian Wiede mit seinem zweiten Treffer zum 11:6 verwandelte. Die Löwen konnten lediglich in den letzten zwei Minuten des ersten Durchgangs eine Unnachlässigkeit der Hausherren nutzen und durch Gensheimer auf 13:10 verkürzen.

Die Wende erfolgte im zweiten Abschnitt der Partie, die Löwen deckten offensiv mit einer 4:2 Formation. Damit kamen die Berliner schwer zurecht und verloren des Öfteren den Ballbesitz. Andy Schmid ließ den Vorsprung der Füchse auf 16:14 schmelzen. Trainer Dagur Sigurdsson monierte eine Entscheidung der Schiedsrichter, was zu einer Zeitstrafe und der Dezimierung seiner Mannschaft führte. Ein gellendes Pfeifkonzert erfüllte die Max-Schmeling-Halle, doch die Löwen witterten wieder Morgenluft. Ekdahl erhöhte mit dem direkten Anschlusstreffer den Druck, ein verunglücktes Angriffsspiel der Berliner sorgte erneut für die Chance, welche Gensheimer frei von links zum Ausgleich ausnutzte. Das Spiel hatte nun alles, was ein Spitzenspiel im Handball braucht. 

Sigurdsson nahm die Auszeit, doch die Füchse befanden sich wie in einer Schockstarre. Wichtig für Berlin in dieser Phase war die folgende Parade von Silvio Heinevetter, der die erste Führung der Rhein-Neckar Löwen vereitelte. Von nun an entwickelte sich das zuvor erwartete Spiel auf Augenhöhe. Petr Stochl wechselte für Heinevetter in den Kasten und parierte unter tosendem Applaus den Siebenmeter von Uwe Gensheimer. Die Füchse kamen aus ihrer Trance heraus und gelangten durch den überragenden Jaszka erneut in Front. Der ebenfalls in guter Form agierende Andy Schmid egalisierte den Spielstand zum 18:18 – die letzten fünf Minuten brachen an.

Erneut rotierten die Berliner ihre Torhüter, Heinevetter entschärfte den nächsten Ball der Löwen. Im direkten Gegenzug brachte Jesper Nielsen die Hausherren mit 20:19 in Führung. Den Gästen aus Baden-Württemberg lief die Zeit davon, besonders nachdem Heinevetter den nächsten Wurf abwehrte. Allerdings bestraften sich die Füchse selbst um einen möglichen Heimerfolg, auch sie scheiterten auf der Gegenseite an Niklas Landin und verpassten die Vorentscheidung. Währenddessen tankte sich Guardiola für die Löwen durch und glich die Partie erneut aus. Berlin setzte derweil alles auf den letzten Angriff, weniger als eine Minute war noch zu spielen. Durch ein schnelles Anspiel von der rechten Seite gelang Pavel Horak an den Ball und tütete den vermeintlichen Sieg der Füchse zum 21:20 ein. Den Rhein-Neckar Löwen verblieben fünfzehn Sekunden, Berlin wollte früh stören – daraus ergab sich die entscheidende Lücke. Es war Patrick Groetzki, welcher in der gesamten Partie zuvor beinahe abgetaucht war, der auf der rechten Seite aus schlechtem Winkel frei zum Wurf kam und den 21:21 Endstand herbeiführte. Bei der Wurfausführung war der Rechtsaußen der Nationalmannschaft schon wieder auf dem Boden gelandet, die Schiedsrichter entschieden dennoch auf Tor. So wurden die Punkte in dem Topspiel zwischen den Berlinern und den Mannheimern geteilt. 

Torschützen: Jaszka (7), Nielsen (4), Petersen (4/3), Horak (3), Zachrisson (1), Wiede (1), Spoljaric (1)




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