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27.02.2014|Information|SvN

Berlin, Berlin, wir fahren... nach Hamburg! Füchse qualifizieren sich für Pokal Final Four

Die Füchse Berlin haben sich erstmalig in der Vereinsgeschichte für das DHB-Pokal Final Four in Hamburg qualifiziert. Im Viertelfinale erkämpften sich die verletzungsgeplagten Hauptstädter ein 26:23 (13:13)-Heimsieg gegen den TBV Lemgo. In einer spannenden Partie vor 3.312 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle waren Iker Romero (9) und Bartlomiej Jaszka (7) die besten Werfer. Überragender Rückhalt war der tschechische Nationaltorhüter Petr Stochl mit seinen 21 Paraden und einer Quote von 47%.

Ohnehin von mehreren Verletzungen geplagt, mussten die Berliner im Viertelfinale auch auf Silvio Heinevetter verzichten. Den deutschen Nationaltorhüter hatte eine Grippe erwischt. Für ihn rückte Nachwuchsspieler Alexander Heyder in das Aufgebot, im Kasten stand von Beginn an dann Petr Stochl. Der Schlussmann und dessen Gegenüber Niels Dresrüsse standen von Beginn an im Mittelpunkt und entschärften die ersten gegnerischen Angriffsversuche. 

Für den Favoriten aus Berlin kristallisierte sich bereits nach den ersten Minuten heraus, dass der Gegner aus dem Lipperland mehr als nur ein Stolperstein sein könnte. Denn der TBV Lemgo agierte frech im Angriff, stabil in der Defensive und hatte mit dem hoch aufgeschossenen Finn Lemke auf der Rückraumposition einen starken Werfer aus der zweiten Reihe. Eben jener Finn Lemke war es auch, der die Gäste nach fünf Minuten mit einem gewaltigen Schlagwurf in Führung brachte. Seine Größe und Sprungkraft machten den 2.10m-Riesen nahezu unblockbar. Einzig Petr Stochl vermochte mit sehenswerten Paraden der Urgewalt des 21-jährigen Rechtshänders widerstehen zu können.

In der Folge waren beide Mannschaften auf Augenhöhe, Lemgo hatte sogar leichte Vorteile aufgrund ihrer sattelfesten 6:0-Deckung, welche nur selten von den Füchsen ausgespielt werden konnte. Die Akteure aus dem Rückraum waren gefragt, die sich in Szene setzen mussten. So war es Fabian Wiede mit einem Kracher aus dem Rückraum in den Winkel, der seiner Mannschaften die bis dahin besten Abschlussmöglichkeiten offenbarte. Allerdings hatte Lemgo nicht nur eine kompakte Verteidigung, sondern blieb auch in der Offensive listig und ging durch Rolf Hermann sogar mit 6:4 (15. Minute) in Führung. Noch blieb Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson entspannt, dessen Vertrauen in seine Mannschaft nach wenigen Minuten zurückgezahlt wurde. So war es Bartlomiej Jaszka, der sich durch das Lemgoer Abwehrbollwerk kämpfen konnte und den Spielstand egalisierte.

Dennoch blieben die Gäste unbeeindruckt von den Füchsen, überstanden sogar eine Unterzahlsituation und nutzten selbst kleinste Lücken der Berliner zu ihrem Vorteil. Dabei vertraute der TBV erfolgreich auf den zusätzlichen Feldspieler, um den Nachteil auszugleichen. Nachdem Timm Schneider in der 25. Minute das 12:9 für Lemgo erzielte, legte Sigurdsson die grüne Karte auf den Tisch und bat seine Spieler zur Auszeit. Die Instruktionen des Füchse-Coachs trugen umgehend Früchte, Berlin kombinierte nun schneller über drei Stationen und ließ die Abwehrmauer der Gäste bröckeln. So war es Kapitän Iker Romero, der die Füchse mit zwei erfolgreichen Siebenmetern zum 13:13 Halbzeitstand wieder heranführte.

Im zweiten Durchgang lief dann der ohnehin starke Petr Stochl zur Höchstform auf und entschärfte einen Ball nach dem anderen aus nahezu jeder Lage. Der tschechische Nationaltorhüter hatte teilweise eine Fangquote von 50 Prozent und ermöglichte den Füchsen einen regelrechten Lauf. Neun Minuten vernagelte der Schlussmann sein Gehäuse, seine Vordermänner Romero und Jaszka erhöhten die Führung der Berliner auf 20:16 und sorgten erstmals für klare Verhältnisse. Doch Lemgo hatte noch einige Reserven, nun trat der Altmeister Florian Kehrmann ins Rampenlicht und führte sein Team mit einem Doppelschlag wieder heran. 

Plötzlich waren alle taktischen Mittel über den Haufen geworfen, das Spiel lebte nur noch von Kampf, Instinkt und unbändigem Willen. Berlin hatte derweil mit unglücklichen Stürmerfouls zu kämpfen, sodass der TBV durch Benjamin Herth in der Schlussphase zum 20:20 Ausgleich kam. Die Nerven lagen nun blank, die Füchse blieben acht Minuten ohne eigenen Treffer, wurden allerdings von ihrem überragenden Rückhalt Petr Stochl vor einem erneuten Rückstand bewahrt. Sein Teamkollege Jaszka nutzte die Gunst der Stunde und führte die Füchse zurück auf die Siegerstraße, die allerdings bis zur letzten Minute um den Sieg zittern mussten. Am Ende erlöste Iker Romero mit seinem neunten Treffer die Zuschauer in der Max-Schmeling Halle, indem er sich einen Abpraller von Lemgo schnappte und zum 26:23-Endstand verwandeln konnte.

Torschützen: Romero (9/5), Jaszka (7), Nielsen (3), Igropulo (3/1), Zachrisson (2), Wiede (2)
 
Paraden: Petr Stochl (1.-59./21 Paraden), Alexander Heyder (59.-60.) 




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