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07.04.2006|Information|RM

Die Füchse verschaffen sich souverän Luft im Abstiegskampf

Im Abstiegsduell konnten die Gäste der HSG Augustdorf/Hövelhof bei den Füchsen nur in den ersten neun Minuten Anschluss halten. Mit einem kurzen Zwischenspurt machten die Füchse schon Mitte der ersten Halbzeit den Sieg klar und konnten danach befreit aufspielen. Seinen ersten Auftritt im Fuchsbau hatte Neuzugang Joakim Agren, der in der Abwehr bestens ins Team integriert war und auch den einen oder anderen Angriff einleitete. Neben einem trotz eines Gesichtstreffers in der dritten Minute glänzend haltenden Carsten Ohle trafen Pavel Prokopec (9/2) und Christian Rose (8) im Angriff fast nach Belieben.

Den ersten Schreck mussten die Gastgeber bereits nach drei Minuten verdauen, als Torhüter Carsten Ohle nach einem Gesichtstreffer minutenlang behandelt wurde und anschließend Michael Krieter das Tor hütete. Nur zwei Minuten später dann dieselbe Szene vor dem gegnerischen Tor, doch René Selke blieb vorerst im Kasten. Während Ohle ins Tor der Füchse zurückkehrte und in eine überragende erste Halbzeit startete, hatte Gästetrainer Diethard von Boenigk in der Folge wenig Glück mit seinen Torhüterwechseln. Nach einem zwischenzeitlichen 5:3 konnte Augustdorf/Hövelhof zwar nochmals auf 6:4 aufschließen, doch weder Selke, noch der mit ihm in der ersten Halbzeit wechselnde Torsten Hopp bekamen einen Ball zu fassen.

Ab der neunten Minute kamen dafür dann die Füchse richtig in Fahrt. In der Abwehr zeigte sich Neuzugang Joakim Agren voll integriert und brachte die Gäste eins um andere Mal zum Verzweifeln, die restlichen Torwürfe parierte Ohle. „Wie gut wird der erst, wenn er anfängt mit uns zu trainieren“ zeigte sich Jörn-Uwe Lommel von Agrens Heimeinstand beeindruckt. „Wir hatten massive Probleme mit der Abwehr der Füchse gehabt“ resignierte von Boenigk nach dem Spiel. Doch es war auch das variable und flexible Angriffsspiel der Gastgeber, das eine Serie von 7:0 Toren in zehn Minuten möglich machte. Waren zu Anfang Pavel Prokopec und Marc Pieper die dominierenden Spieler, traf jetzt Christian Rose fast nach Belieben.

Wer das Spiel der Füchse mit dem Heimspiel vor Wochenfrist gegen Emsdetten vergleichen wollte, konnte dies nur bedingt. Vielmehr erinnerte die desolate Leistung der Gäste an das Auftreten der Füchse im letzten Heimspiel. „Letzte Woche saßen wir hier und machten trübe Gesichter, heute strahlen wir über das ganze Gesicht“ zeigte sich auch Füchse-Trainer Lommel über diese Veränderung glücklich. Musste Manager Bob Hanning damals noch Krisenmanagement betreiben und lud alle Besucher des Emsdetten-Spiels zum heutigen Heimspiel ein, wurde diesen ein stimmungsvoller Auftritt geboten.

Hanning erstmals bei einem Heimspiel auf der Bank

Bob Hanning nahm dagegen erstmals bei einem Heimspiel auf der Füchse-Bank Platz, anstatt im Hintergrund zu agieren. Ersten Spekulationen über einen aktiven Eingriff in das Coaching erteilte er jedoch eine Abfuhr. „Das war der ausdrückliche Wunsch von Jörn“ erklärte Hanning die überraschende Maßnahme. In der jetzigen Situation müsse man Kräfte bündeln, so Hanning, der seine Aufgabe darin sah Lommel zu entlasten und mit einem Grinsen feststellte „Ich habe heute Spaß gehabt.“

Weniger Spaß hatte dagegen von Boenigk, auch wenn sich seine Mannschaft nach den torlosen zehn Minuten etwas gefangen hatte. Augustdorf/Hövelhof konnte zwar bis zur Halbzeitpause (17:8) den Abstand konstant halten, war jedoch chancenlos. Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit erhöhten die Füchse den Vorsprung auf elf Tore und mussten in der Folge nur noch den Vorsprung verwalten. „Wir hatten hier heute über 60 Minuten keine Chance gehabt.“ Musste von Boenigk am Ende resigniert feststellen, angesichts des Endergebnisses von 29:20 war ihm auch bewusst, dass das Ergebnis durchaus auch hätte höher ausfallen können.

Augustdorf/Hövelhof steckte noch das Spiel gegen Hildesheim in den Knochen

Noch unter der Woche hatte Augustdorf/Hövelhof dem Tabellenführer Hildesheim einen Punkt abgerungen. „Es ist das eingetreten, was ich befürchtet hatte, dass wir den Kraftakt vom Mittwoch noch in den Knochen haben“ war für den Gästetrainer auch jenes Spiel die Ursache für das heutige Auftreten seines Teams. Dabei hatte er die Ergebniskosmetik zum Ende des Spiels weniger seiner Mannschaft zu verdanken, sondern eher Jens Vortmann im Füchsetor, der in den letzten Minuten nicht richtig ins Spiel fand und seine bekannte Leistung nicht abrufen konnte.

Die Gäste mussten nach dieser Niederlage im Abstiegsduell mit der Gewissheit abreisen nun völlig im Abstiegskampf festzustecken, daran konnte auch die parallele Niederlage von Niestetal wenig ändern. Die Füchse blicken dagegen mit einem Polster von fünf Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz auf die Mitkonkurrenten herab. Den letzten Lacher hatte allerdings der Gästetrainer auf seiner Seite, nachdem Hanning für seine Mannschaft eine weitere Siegprämie als Motivationshilfe in Aussicht gestellt hatte. Solch eine Prämie dürfe Hanning gern auch für Augustdorf/Hövelhof in deren Duell gegen Niestetal ausloben, so von Boenigk.


Füchse Berlin – HSG Augustdorf/Hövelhof 29 : 20 (17:8)

Füchse Berlin:
Ohle (1.-3.+5.-49. Min., 15 Paraden), Krieter (3.-5. Min., 0 P.), Vortmann (1 7m+49.-60. Min. 1 P.)
Prokopec 9/2, Rose 8, Detlof 4, Roemling 4, Pieper 2, Hartensuer 1, Deffke 1, Agren, Matz, Schücke

HSG Augustdorf/Hövelhof:
Selke (1.-9. Min.+16.-30. Min., 5 Paraden), Krüger (9.-16. Min., 1 P.), Hopp (31.-60. Min., 6 P.)
Stukalin 5/1, Mylius 4/3, Vašek 3/2, Schindelhauer 3, Kemeny 2, Gote 2, Honerkamp 1, Feldmann

Zeitstrafen: 6 : 0 Minuten (Prokopec, Deffke, Hartensuer)
Siebenmeter: 2/2 – 6/7 (Stukalin scheitert an Ohle)
Schiedsrichter: Thomas Dähne, Stefan Scholz
Zuschauer: 1.326

Spielfilm: 3:1 (5.), 6:4 (9.), 9:4 (14.), 13:4 (19.), 14:6 (24.), 16:7 (27.), 17:8 (HZ)
20:9 (35.), 23:12 (40.), 23:12 (45.), 24:14 (49.), 26:18 (55.), (EN)

Auszeiten:
7. Minute HSG Augustdorf/Hövelhof
52. Minute Füchse Berlin




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