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26.03.2015|Information|ATz

Füchse Berlin bleiben in Melsungen ohne Chance

Es war eine beeindruckende Vorstellung der MT Melsungen am Mittwochabend. Vor 3.417 Zuschauern trumpfte die Mannschaft von Michael Roth groß auf und zog nach dem 9:6 in der zwölften Minute vorentscheidend davon. Zur Pause stand ein 20:11 auf der Anzeigetafel und diese Führung geriet gegen einen enttäuschenden Pokalsieger auch im zweiten Abschnitt nicht mehr in Gefahr. Mit jeweils sechs Toren waren Fabian Wiede und Paul Drux die erfolgreichsten Schützen und einzigen Lichtblicke der Füchse, die auf dem siebten Platz verbleiben. 

Michael Roth begann die richtungsweisende Partie im Kampf um die internationalen Startplätze mit einer 5:1-Formation und diese störte die Kreise der Füchse-Offensive zunächst erfolgreich. Da zudem Mikael Appelgren mehrfach glänzend auftrumpfte, dauerte es bis in die fünfte Minute, bevor den Gästen der erste Treffer gelingen sollte. Obschon auch Petr Stochl mit einigen Glanztaten aufwartete, hatte sich Melsungen durch Momir Rnic, Patrick Fahlgren und Malte Schröder so eine frühe 3:0-Führung erspielen können. Paul Drux erlöste die Gäste dann, dich Malte Schröder und Michael Allendorf antworteten mit einem Doppelschlag zum 5:1 - die ersten sechs Minuten gingen klar an die Hausherren. 

Danach aber stabilisierten sich die Gäste: Die Deckung fand in die Begegnung und in der Offensive gelang es nun immer häufiger Lücken in die Melsunger Deckung zu reißen. Der Abstand war beim 5:3 wieder auf zwei Tore geschrumpft, der psychologisch wichtige Anschlusstreffer sollte aber nicht gelingen - auch weil Melsungen die sich bietenden Chancen konsequent nutzte und sich die Differenz so bei zwei bis drei Toren einpendelte. Nach einer Viertelstunde schien sich das Spiel dann aber leicht in Richtung der Gäste zu neigen: Mit einem Doppelschlag hatten Pavel Horak und Petar Nenadic die Berliner beim 10:9 auf ein Tor herangebracht. 

Melsungen zeigte sich davon aber wenig beeindruckt. Michael Roth hatte in der Deckung auf eine 6:0-Variante umgestellt und in dieser liefen sich die Füchse nun immer wieder fest. Die Hauptstädter wirkten ideenlos, nach dem Siebenmeter von Fabian Wiede zum 11:10 sollte in den letzten zehn Minuten des ersten Abschnitts nur noch ein weiterer Treffer gelingen. Michael Roth hatte nach einer Auszeit personell auf einigen Positionen gewechselt und die frischen Kräfte demontierten die Gäste aus Berlin nun. 

Schnelle Tore von Johannes Sellin und Mario Maric, begleitet von einer Doppelparade Appelgrens, zwangen Füchse-Coach Dagur Sigurdsson zur Reaktion. Doch die Auszeit verfehlte die erhoffte Wirkung und auch der eingewechselte Silvio Heinevetter konnte nicht für die Wende sorgen. Beim 15:10 durch Michael Allendorf war der Abstand auf fünf Tore angewachsen, dann traf Iker Romero auf der Gegenseite. Doch es folgten fünf weitere Melsunger Treffer in Serie. Die Hausherren spielten wie entfesselt auf, Appelgren und die Deckung sorgten für den notwendigen Rückhalt und in der Offensive wurde von jeder Position Torgefahr ausgestrahlt. Nach dem 20:11 von Michael Allendorf ging es mit einer - auch in der Höhe verdienten - Neun-Tore-Führung in die Kabinen. 

Die Berliner hatten nach zwanzig Minuten völlig die Linie verloren und kämpften im zweiten Abschnitt darum, diese wiederzufinden. Melsungen spielte angesichts der deutlichen Führung nun aber mit Selbstvertrauen auf. Den Treffer von Pavel Horak beantworteten Momir Rnic und Johannes Sellin mit einem Doppelschlag zum 22:12, zwei Minuten nach Wiederbeginn war der Abstand erstmals im zweistelligen Bereich und die Melsunger hatten die Fans mit einer weiteren sehenswerten Kombination begeistert. Danach gab es eine Schrecksekunde, Silvio Heinevetter blieb nach einer Parade verletzt liegen und musste behandelt werden - nach einer kurzen Unterbrechung konnte er dann aber weiterspielen. 

Heinevetter war danach mehrfach zur Stelle, die Füchse steigerten sich zudem in der Deckung, doch in der Offensive ging weiterhin nur wenig. Melsungen verteidigte mit viel Einsatz und im Tor war Mikael Appelgren weiterhin ein glänzender Rückhalt. Allerdings zwangen die Füchse die Hausherren nun immer wieder in den gebundenen Angriff, ohne die Gegentreffer im Schnellangriff konnte der Pokalsieger den Abstand in der Folge zumindest konstant halten. Melsungen hatte die Begegnung allerdings weiter im Griff, auch als Patrick Fahlgren nach knapp vierzig Minuten verletzt vom Parkett musste. Nach der temporeichen ersten Halbzeit wurden Tore nun seltener, am Abstand aber änderte sich wenig - er pendelte sich bei neun bis zehn Toren ein. 

Dagur Sigurdsson versuchte es mit einigen Umstellungen, die Deckung wurde beispielsweise offensiver - aber Melsungen hatte auf jeden dieser Schachzüge eine passende Antwort. Nenad Vuckovic übernahm in dieser Phase die Verantwortung, er erzielte beispielsweise den Treffer zum 28:18. Zwei Treffer von Marino Maric hielten den Abstand bis zum 30:20 bei zehn Toren, dann aber kassierten Felix Danner und Nenad Vuckovic Zeitstrafen - für komplette zwei Minuten mussten die Gastgeber mit zwei Akteuren weniger agieren. Da wenig später nach einem Gerangel auch Fredrik Petersen und Michael Müller vom Parkett mussten, gab es für gut eine Minute den Vergleich von fünf Füchsen gegen drei Melsunger Feldspieler. Die Partie war zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden, die Füchse konnten in der Folge nur noch etwas Schadensbegrenzung betreiben - Melsungen feierte einen verdienten 31:24-Erfolg und die Füchse blieben deutlich hinter den Erwartungen. 

Torschützen: Drux (6), Wiede (6/4), Nenadic (5), Nielsen (2), Horak (2), Zachrisson (1), Romero (1), Pevnov (1)




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