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20.01.2016|Information|handball-world / JaS

Deutschland zieht mit starker Mannschaftsleistung in die EM-Hauptrunde ein

Die Slowenen hatten vor zwei Tagen gegen Spanien gepunktet. Die Vujovic-Sieben begann auch selbstbewusst, frühe Zeitstrafen nahmen hingegen dem deutschen Team zunächst den Spielfluss. Zur Halbzeit lag die Sigurdsson-Sieben jedoch bereits mit 12:10 vorne. Über die Zweikampfstärke in Abwehr und Angriff war die Wende gelungen und im Verlauf der zweiten Halbzeit lag Deutschland oft mit vier Toren vorne. Trotz der roten Karte gegen Pekeler (55.) überzeugte das DHB-Team auch im Endspurt, Slowenien konnte erst nach dem 25:18 (58.) Ergebniskorrektur zum 25:21 betreiben und scheidet aus, ohne an die Leistung gegen Spanien anknüpfen zu können. Dean Bombac (Wade) konnte nur zehn Minuten spielen.

Die Slowenen warteten mit einer unangenehmen offensiven Abwehrformation auf, das galt aber offenbar auch für die deutsche Mannschaft. Einige Akteure wirkten, wohl der großen Bedeutung der Partie geschuldet, doch etwas nervös, mehrere Würfe wurden in der frühen Phase vergeben. Das DHB-Team haderte zudem mit zwei frühen Zeitstrafen gegen Christian Dissinger, der nach sieben Minuten zum zweiten Mal draußen saß. Dagur Sigurdsson hatte sich derweil für eine veränderte Startaufstellung entschieden, Fabian Wiede spielte von Beginn an. In Unterzahl spielte das deutsche Team zudem mit Martin Strobel als sechstem Feldspieler. Doch der Rhythmus litt enorm. 

Slowenien führte nach elf Minuten mit 2:5. Die deutsche Sieben wies zu diesem Zeitpunkt nur eine Wurfeffektivität von 25 Prozent auf. Fünfmal war Gorazd Skof aus den Duellen mit den Werfern als Sieger hervorgegangen. Danach hatte Andreas Wolff gegen Gasper Marguc beim Konter einen wichtigen Reflex parat und Steffen Weinhold kam zum 4:5 durch. Allmählich konnte sich das Team steigern, wo nun Steffen Fäth den Part von Christian Dissinger in der Abwehr spielte und Martin Strobel die Angriffe mit anzog. Die Abwehr war jetzt wach und auch das Spiel nach vorne wurde flüssiger. Jannik Kohlbacher zwang Slowenien mit seinem zweiten Treffer zum 6:5 in die Auszeit. 

Veselin Vujovic verlangte offenbar während der Unterbrechung mehr Körperkontakt zu den deutschen Spielern zu suchen und den Spielaufbau mit zwei Spielern offensiv zu stören. Zudem sollte ebenso schnell nach vorne gespielt werden wie beim DHB-Team, das nach 18 Minuten mit Hendrik Pekeler erneut einen Spieler mit einer Zeitstrafe einbüßte. Kurz darauf musste dann mit Darko Cingesar erstmals ein Slowene das Feld verlassen. Den fälligen Strafwurf verwandelte Tobias Reichmann zum 8:6. Mit den ständigen Spiel-Unterbrechungen konnte sich das DHB-Team offenbar eher anfreunden als die Slowenen. Mehrere Ballgewinne brachten dem Team die 12:9-Vorlage ein. 

98 Sekunden waren in der ersten Halbzeit noch zu spielen. Die deutsche Mannschaft musste nach der fünften Strafzeit abermals zu fünft agieren, verschob aber zunächst weiterhin hervorragend. Rune Dahmke verhinderte mit einem Hechtsprung ein Anspiel auf den massigen slowenischen Kreisläufer Matej Gaber. Nach einem Fehlversuch von Fäth war Gaber dann jedoch im nächsten Versuch frei und netzte zum 12:10-Halbzeitstand. Deutschland überstand diese Phase ohne weiteren Gegentreffer, nach 33 Minuten staubte Rune Dahmke zum 13:10 ab. Im Gegenstoß ließ er einen weiteren Treffer folgen. Die deutsche Sieben lag erstmals mit vier Toren vorne. 

Die anfangs kläglichen Offensivwerte des Sigurdsson-Teams waren inzwischen im Normbereich. Immer wieder wurde geschickt das direkte Duell gesucht und gewonnen, in Abwehr und Angriff. Doch es blieb ein Kraftakt, die Slowenen zu distanzieren und gleichsam aus dem Turnier zu schieben. Torhüter Gorazd Skof mit Traumwerten voran, stemmten sie sich gegen die vorzeitige Abreise. Die Männer von Veselin Vujovic schafften es aber im Angriff nicht, Nadelstiche zu setzen. Nach 41 Minuten schickte Sigurdsson den bislang blassen und doppelbelasteten Christian Dissinger wieder ins Spiel. Der Star blieb derweil beim 18:14 (47.) die Abwehr. Die Slowenen kamen nur selten zum Wurf. 

Vid Kavticnik sollte im Angriff nach einer Auszeit noch mehr Verantwortung schultern, er erzielte beim 18:15 seinen vierten Treffer. Von den Mitspielern kam aber zu wenig. Vorne klingelte es erneut. Martin Strobel, der clevere Entscheidungen traf, netzte. Dabei blieb es auch in den letzten sechs Minuten, als nach der Disqualifikation von Hendrik Pekeler (22:17), Dean Bombac verursachte sie, Erik Schmidt an seiner Stelle weitermachte. Kurz darauf endete auch für Vid Potenko das Spiel vorzeitig. Diesen Ausfall traf die Slowenen offenbar hat. Rune Dahmke gelangen mehrere Bilderbuch-Ballgewinne. Nach dem 25:18 (58.) war die Sache durch. Das Spiel endete mit 25:21 nicht ganz so deutlich.

Die deutsche Mannschaft startet nach der Auftaktniederlage gegen Spanien (29:32) und dem Sieg gegen Schweden (27:26) mit einer ordentlichen Ausgangsposition von 2:2 Punkten in die Hauptrunde. Erster Gegner dort ist am Freitag Ungarn (0:4 Punkte). Danach folgen die Duelle mit Russland (2:2/Sonntag) und dem zweimaligen Europameister Dänemark (4:0/Mittwoch). Die ersten zwei Teams der Sechsergruppe, die durch Spanien (4:0) und Schweden (0:4) komplettiert wird, ziehen ins Halbfinale ein.

Torschützen: Reichmann (5), Weinhold (4), Dahmke (4), Fäth (3), Kohlbacher (3), Wiede (2), Dissinger (2), Strobel (1), Sellin (1)




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