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17.12.2006|Information|Olaf Nolden

Füchse verlustpunktfrei Herbstmeister - 29:27-Erfolg in Ahlen

Als Martin Matas drei Sekunden vor dem Abpfiff in Ahlen zum 29:27 für die Füchse Berlin einwarf, kannte der Jubel unter den rund 100 mitgereisten Fans auf der Tribüne keine Grenzen mehr. Nach einem sehr intensiv geführten Spiel mit dominierenden Abwehrreihen hatten die Berliner auch das letzte Spiel der Hinrunde gewonnen und das ausgerechnet beim ärgsten Verfolger Ahlener SG. Erfolgreichste Werfer der Füchse waren Konrad Wilczynski (12/8) und Andrius Stelmokas (5).



In der mit 1.600 Zuschauern ausverkauften Halle in Ahlen wurde die Bedeutung dieses Spieles schnell deutlich. Beide Mannschaften gingen hochmotiviert in die Partie, bereits nach zwei Minuten musste allerdings Ahlens Kreisläufer Mike Bedzdicek für zwei Minuten auf die Sünderbank, als er zu hart gegen die Füchse einstieg und mit der Zeitstrafe noch gut bedient war. Die erstklassig pfeifenden Schiedsrichter Brauer/Holm setzten mit dieser frühen Zeitstrafe jedoch ein Zeichen, dass sie ein übermäßiges Einsteigen nicht tolerieren würden.

Dass sich im Anschluss keine hochklassige Partie entwickelte, lag an den beiden sehr dominanten Abwehrreihen und der großen Anfangsnervosität auf beiden Seiten. Einfache technische Fehler und überhastete Abschlüsse waren zu Beginn keine Seltenheit. Dabei spielte das Torhüter-Bruderpaar Stochl eine ganz entscheidende Rolle. Beide gaben sich kaum eine Blöße und am Ende ging der direkte Vergleich knapp zu Gunsten des kleineren Bruders im Füchse-Trikot aus. Das Prädikat hervorragend verdienten sich ebenso die Ahlener Zuschauer und die rund 100 mitgereisten Berliner Fans, die ihre Teams die kompletten 60 Minuten nach vorne schrien und in der zweiten Halbzeit fast durchgehend standen.

In der ersten Halbzeit kamen die Füchse zunächst besser ins Spiel, ohne sich dabei aber entscheidend absetzen zu können. Doch nach Frank Schumanns Durchbruch zum 3:1 in der fünften Minute nutzte die ASG die wenigen Chancen besser und ging in der 8. Minute mit 4:3 in Front. Die Partie blieb aber knapp, ständig wechselte die Führung.

Als die Füchse eine doppelte Unterzahl hinnehmen mussten - Pavel Prokopec und Konrad Wilczynski kassierten kurz hintereinander eine Zeitstrafe - konnte sich Ahlen erstmals etwas deutlicher absetzen und auf 11:9 erhöhen. Dabei nutzte die ASG die freien Räume sehr viel besser als kurz zuvor die Füchse, die bei eigener 6:4-Überzahl zwei Tore hinnehmen mussten. Jörn-Uwe Lommel nahm nach dem Kontertor von Sascha Bertow seine Auszeit, doch musste er zunächst mit ansehen, wie Ahlen durch Magnus Anderson - ebenfalls per Konter - auf 12:9 enteilte.

Nun stellten die Füchse aber ihre ganze Klasse unter Beweis und glichen drei Minuten später zum 12:12 aus. Petr Stochl fischte einige Bälle weg, Andrius Stelmokas lief zwei Konter und Konrad Wilczynski traf sicher vom Siebenmeterpunkt. Mit 13:13 wurden schließlich die Seiten gewechselt.

Nach Wiederanpfiff konnte Pavel Horak seine Ahlener zwar noch einmal in Führung werfen, doch dann bestimmten erst einmal die Füchse das Spiel. Obwohl die ASG aber zwischen der 33. und 41. Minute ohne Torerfolg blieb, konnten sich die Füchse nur bis auf 17:15 absetzen. Immer wieder scheiterten sie an Jan Stochl oder der sehr kompakt stehenden ASG-Abwehr.

"Wir haben auf den Moment gewartet wo das Spiel kippen kann", sagte später ein zufriedener Trainer Jörn-Uwe Lommel, der von den Füchse Fans nach dem Spiel Sonderapplaus erhielt. Dieser Moment kam um die 45. Minute, als die Füchse hinten Bälle sichern und zu Gegenstößen verwerten konnten. So setzten sich die Füchse über 20:17 auf 26:21 (54.) ab. Das Spiel schien entschieden, zumal Ahlens Kreisläufer-Wucht Björn Wiegers nach einer dummen Aktion gegen Petr Stochl die dritte Zeitstrafe und damit die Rote Karte kassierte. Aber diese Strafe schien Ahlen noch einmal zu beflügeln. Berliner Unkonzentriertheiten, zu langsame Wechsel zwischen Abwehr und Angriff sowie ein schlechtes Rückzugsverhalten ließen Ahlen 40 Sekunden vor dem Ende auf ein Tor herankommen. Doch Matas Alleingang kurz vor dem Ende ließ die Berliner in Jubelstürme ausbrechen. Sie wussten, dass sie heute einen großen Schritt Richtung erster Bundesliga getan hatten.

"Wir müssen noch auswärts bei den Teams von Platz drei bis sieben antreten", wehrte Jörn-UWe Lommel vorzeitige Glückwünsche zum Aufstieg ab, doch hatte auch er gesehen, mit welcher Professionalität seine Mannschaft im Hexenkessel Ahlen bestanden hatte. Bob Hanning sprach sogar von Kühlschränken, die in der Hölle standgehalten hätten. In der Tat agierten die Füchse äußerst intelligent und ließen sich von den ständigen Provokationen der Ahlener nicht aus dem Konzept bringen. Zudem sorgten die Schiedsrichter, die jederzeit das schwer zu leitende Spiel im Griff hatten, für Ruhe und ließen sich nicht vom Ahlener Publikum beirren.

Als Herbstmeister nach einer beeindruckenden Serie von 17 Spielen ohne Punktverlust und einem Torverhältnis von +130 sehnen sich die Füchse nun dem letzten Spiel des Jahres beim SV Anhalt Bernburg entgegen, bevor dann eine neunwöchige Spielpause einsetzt. "Das ist eigentlich schade", sagte Jörn-UWe Lommel", denn wir haben gerade einen sehr guten Lauf, da kann so eine Unterbrechung einen Knick geben." Andererseits können einige angeschlagene Spieler die Punktspielpause zur Regeneration nutzen, damit die anstrengende Rückrunde gut überstanden werden kann.




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