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30.08.2007|Spielbericht|ATz

Respektable Leistung im ersten Punktspiel trotz Niederlage

Das erste Mal „echte“ Erstbundesligaluft durften die Füchse Berlin am heutigen Mittwochabend gegen die HSG Nordhorn schnuppern. Vor 4851 Zuschauern unterlag der Aufsteiger der HSG Nordhorn jedoch mit 26:32 (13:18). Trotz Aufholjagd in der zweiten Hälfte gab es am Ende keine Überraschung. Beste Werfer bei den Füchsen waren Kjetil Strand, Marcus Richwien und Konrad Wilczynski mit je 5 Treffern, auf der Gegenseite war Jan Filip 9 mal erfolgreich.

Im ersten Punktspiel in der neuen Saison mussten die Füchse Berlin noch auf den Ex-Nordhorner Marc Bult verzichten, der nach seiner Knieoperation noch pausieren muss. Auf der Gegenseite konnte Trainer Ola Lindgren aus den Vollen schöpfen, hatte aber auch einige Neuzugänge zu integrieren. Doch das Team der Gäste ist natürlich auch von hohem internationalem Format, so spielen unter anderem mit Weltmeister Holger Glandorf und Jan Filip zwei internationale Topakteure bei den Niedersachsen. Dennoch konnten die Füchse in der Partie respektabel mithalten. Ausgerechnet der frühere Nordhorner Frank Schumann war es, der seinem alten Team das erste Gegentor der Saison und den Füchsen mit dem 1:0 die einzige Führung am Abend bescherte.

Beiden Mannschaften merkte man zu Beginn an, dass sie eher vorsichtig agierten. Bei den Gastgebern kam noch hinzu, dass in der Anfangsphase oftmals Torpfosten und –latte im weg waren. Allein in den ersten zehn Minuten traf der Ball drei mal nur die Torbegrenzung. Die kompakt stehende Nordhorner Abwehr war das zentrale Element für das Spiel der Gäste. Für den Rückraum gab es in der Anfangsphase kaum ein durchkommen, zudem war Nikolas Katsigiannis im Tor (insgesamt 18 Paraden) sehr gut aufgelegt. Doch beim 3:4 in der 5. Minute konnte Kjetil Strand mit viel Glück und einem abgefälschten Ball noch einmal den Anschluss halten. Bereits zu Beginn führte Jan Filip mit Bravour vor, wie der Nordhorner Tempohandball Fehler bestraft. Einzig bei seinem zweiten Strafwurf erlaubte er sich einen Patzer, als er versuchte den Ball locker über Petr Stochl zu heben. Der Ball landete statt im auf dem Tor von Stochl.

Die Gäste konnten die Füchse in der ersten Hälfte jedoch immer auf Distanz halten. Auf der Füchse-Bank herrschte ab der 20. Minute reges Treiben. Jörn-Uwe Lommel stellte verschiedene Rückraumkonstellationen auf und spielte mit El Fakharany und Stelmokas am Kreis auch ein 4:2-Angriffssystem. Nach seiner Auszeit in der 23. Minute beim Stand von 9:13 kam dann auch Vize-Juniorenweltmeister Jens Vortmann zum Einsatz, nachdem Petr Stochl im ersten Durchgang wenig zu fassen bekam. Der ebenfalls eingewechselte Toni Kern konnte in der Schlussphase der ersten Halbzeit Druck aus dem Rückraum aufbauen und zwei Treffer beisteuern, doch die HSG Nordhorn ging mit einer 5-Tore Führung (13:18) in die Pause.

Aufholjagd bei Top-Stimmung in der Schmeling-Halle

In die zweite Hälfte starten beide Teams mit einigen technischen Fehlern. Das erste Tor in Durchgang zwei fiel erst in der 34. Minute durch Markus Richwien. Frank Schumann hatte einen schlechten Tag erwischt, nach seinem Tor gleich zu Beginn konnte er keine Akzente mehr setzen. Beim 14:22 in der 37. Minute schien es, als würde Nordhorn die Partie für sich entschieden zu haben. Doch die Gastgeber resignierten nicht, sondern kämpften sich durch eine konzentrierte Abwehrarbeit und einen zurückgekehrten Petr Stochl in guter Form wieder heran. Die Max-Schmeling-Halle bewies hierbei auch ihre Erstligatauglichkeit deutlich, das Publikum tat sein Möglichstes um vielleicht eine Überraschung zu schaffen. Beim 22:25 in der 47. Minute reagierte Ola Lindgren dann mit einer Auszeit. Doch sein Team spielt immer wieder gegen den Arm der Schiedsrichter, die Zeitspiel signalisierten. So stand das Spiel nach dem erfolgreichen Siebenmeter von Kjetil Strand zum 24:25 in der 49. Minute auf der Kippe.

Die individuelle Klasse von Holger Glandorf und Jan Filip rüttelte die HSG Nordhorn allerdings wieder wach. Beim 25:30 nach 56. Minuten war das Spiel entschieden und die Gäste hatten den ersten Saisonsieg eingefahren. Das letzte Gegenstoßtor von Filip zum Schlusspfiff stellte dann den Endstand von 26:32 her. Ohne Überraschung doch mit einer respektablen Leistung starteten die Füchse Berlin in die erste Bundesliga.

Stimmen zum Spiel

Ola Lindgren - Trainer HSG Nordhorn:
Gegen Aufsteiger ist es immer schweirig. Aber wir haben von Beginn an geführt, das hat uns geholfen. Die gute Abwehr und ein guter Torhüter haben die Grundlage für unseren Sieg gelegt. Nicht zufrieden bin ich, dass es nach unserer 22:14-Führung nochmal eng wurde. Man muss 60 Minuten konzentriert spielen.

Jörn-Uwe Lommel - Trainer Füchse Berlin:
Mit der kämpferischen Einstellung meiner Mannschaft war ich zufrieden. Wir haben vor einer riesen Kulisse und super Stimmung gespielt. Trotzdem dürfen wir nach unserer gezielten Vorbereitung nicht so viele einfache Tore bekommen. Wir müssen lernen die Vorbereitung gezielter umzusetzen. Wir hatten zu viele einfache Ballverluste und mit drei Rechtshändern im Rückraum war es natürlich
auch schwierig. Auch die 100-prozentigen Chancen müssen wir besser verwerten.
Ich freue mich aber auf eine tolle Saison!


Füchse Berlin – HSG Nordhorn 26:32 (13:18)

Füchse Berlin:
Stochl (1.-23, 30-60. - 13 Paraden ), Vortmann (24.-30. - 2 Paraden)
Richwien 5, Strand 5/1, Wilczynski 5/2, Kern 3, Prokopec 3, El Fakharany 3, Detlof 1, Schumann 1, Langhans, Hartensuer, Boese, Stelmokas

HSG Nordhorn:
Gentzel (bei einem Siebenmeter), Katsigiannis (1-60. - 18 Paraden);
Filip 9/1, Glandorf 6, Mamelund 5, Kukucka 4, Sprem 3, Myrhol 2, Przybecki 2, Kubes 1, Verjans, Machulla, Stojkovic, Weinhold

Zuschauer: 4851
Siebenmeter: 5/4 : 3/2 (Wilczynski scheitert an Katsigiannis ist aber im Nachwurf erfolgreich - Filip mit Heber über das Tor)
Zeitstrafen: 4:6 Minuten (El Fakharany 2x – Mamelund, Kubes, Stojkovic)
Schiedsrichter: Frank Lemme (Magdeburg) und Bernd Ullrich (Magdeburg)




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