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08.06.2025|Spielbericht|pst

Füchse Berlin sind erstmals Deutscher Meister

Der Hauptstadt-Club hat die Pole Position in der DAIKIN Handball-Bundesliga auch am 34. Spieltag verteidigt und hat sich erstmals die nationale Krone aufgesetzt. Nach einem schwierigen Start und einer durchwachsenen ersten Halbzeit haben die Füchse Berlin bei den Rhein-Neckar Löwen mit 38:33 (20:17) gewonnen.

Die Füchse Berlin krönen sich erstmals in der Vereinsgeschichte zum Deutschen Meister.
© Bildnachweis: Köppen

Unbeschreibliche Ekstase nach der Schlusssirene: Die Füchse Berlin haben zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die Deutsche Meisterschaft errungen. Am Ende einer spektakulären Saison hat das Team von Meistertrainer Jaron Siewert in Mannheim bei den Rhein-Neckar Löwen mit 38:33 (20:17) gewonnen und damit die nötigen zwei Punkte für den Titelgewinn eingefahren. In Baden-Württemberg wurde der historische Moment gefeiert, während etwa 1500 Zuschauer in Berlin am Badeschiff an der Arena Berlin per Public Viewing das Spiel verfolgt haben und nun auf die Meistermannschaft warten.

An Nervenkitzel mangelte es derweil nicht, in die Halbzeitpause ging es noch mit einem Drei-Tore-Rückstand. Doch in Durchgang zwei drehten die Mannen um Kapitän Max Darj auf, zeigten starke Moral und stabilisierten sich vor allem in der Defensive. Tim Freihöfer mit elf und Mathias Gidsel mit zehn Toren zeigten sich besonders trefffreudig an diesem Sonntag, 8. Juni 2025. Ein Tag, der in die Füchse-Geschichtsbücher eingeht. Weil der SC Magdeburg in Bietigheim gewann, mussten die Füchse bei den Löwen gewinnen – und das taten sie.

Der Start in die Partie war für die Füchse Berlin denkbar schlecht. Olle Forsell Schefvert und zweimal Jon Lindenchrone brachten die Rhein-Neckar Löwen mit 3:0 in Front, ehe Mathias Gidsel den ersten Treffer für die Gäste erzielte (3.). Kreisläufer Mijajlo Marsenic brachte den Hauptstadt-Club erstmals auf einen Treffer heran, nach sieben Minuten stand es nur noch 5:6. Doch der Rückstand wurde wieder größer, weil die Badener vor heimischer Kulisse mächtig aufdrehten. Eine wichtige Parade von Dejan Milosavljev veredelte Nils Lichtlein mit seinem Treffer (13.). Dennoch blieb es eine harte Nuss, die die Gäste in Mannheim knacken mussten.

Nach einem Torhüterwechsel war Lasse Ludwig zwischen den Berliner Pfosten Sieger im Siebenmeter-Duell gegen Lindenchrone. Eine weitere Parade des ehemaligen Jungfuchses konnten seine Vordermänner allerdings nicht verwerten. Allen Widerständen zu Trotz wehrten sich die Füchse. Exemplarisch: Fabian Wiede rannte einen Tempogegenstoß der Kontrahenten ab und blockte dessen Abschluss. Im darauffolgenden Angriff der Löwen stahl Gidsel dann den Ball und vollendete zum 16:18. In die Halbzeitpause ging es mit einem 17:20, vor allem die Defensivleistung der Hauptstädter hatte nicht gestimmt in Durchgang eins.

Aus der Kabine heraus holte Gidsel nach einer wendigen Drehung einen Siebenmeter heraus, den Tim Freihöfer verwandelte. Mit viel Durchsetzungsvermögen machte Lichtlein das nächste Tor der Füchse, doch der Rückstand wollte nicht schrumpfen. Trotz großem Pfeifkonzert in der mit 13.200 Zuschauern ausverkauften SAP Arena blieb Freihöfer erneut eiskalt vom Strich aus (39.). Nach einem Stürmerfoul der Gastgeber verkürzte Gidsel bei noch 20 zu spielenden Minuten auf Minus zwei. Weil Milosavljev Sieger blieb in den beiden darauffolgenden Angriffen der Löwen, und Lichtlein sowie Gidsel trafen, glichen die Füchse in der 41. Minute zum 26:26 aus. Juri Knorr warf in seinem Abschiedsspiel über das Tor und im Gegenstoß vollendete Freihöfer zur ersten Füchse-Führung, 27:26 (42.).

Milosavljev packte daraufhin eine weitere Parade obendrauf, weshalb Lasse Andersson auf Plus zwei stellte. Nach einem Knorr-Treffer stellte Marsenic den Vorsprung wieder her. Dass die Berliner diese erste Deutsche Meisterschaft unbedingt wollten, zeigte sich auch mit Max Darjs Block voller Willen. Doch die Badener kamen erneut bis auf einen Treffer heran, aber Gidsel hatte nach einem abgefangenen Ball die passende Antwort parat. Gleich tat es ihm Freihöfer, der erstmals zur Drei-Tore-Führung einnetzte, auch Leo Prantner nahm den schwierigen Ball auf Rechtsaußen und war erfolgreich (52.). Kurz vor dem Spielende sangen die vielen mitgereisten Füchse-Fans „Deutscher Meister werden nur die Füchse aus Berlin“. Mit dem 38:33 war es auch amtlich.

Trainer Jaron Siewert: „Es ist alles noch komplett unbeschreiblich. Das Spiel hat noch einmal alles gefordert. Ich bin mega happy und stolz auf den ganzen Verein, die ganze Mannschaft, auf alle, die beteiligt waren. Die Halbzeitansprache war durchaus analytisch und inhaltlich geprägt, während der ersten Halbzeit waren es ähnliche Emotionen wie gegen Aalborg: ‚So können wir die Saison nicht beenden und alles wegschmeißen.‘ Wir haben versucht, ein paar Sachen anzusprechen. Wir haben ein paar Veränderungen vorgenommen. Wie die Mannschaft darauf reagiert hat, mit welcher Coolness sie das zu Ende gespielt hat und am Ende eine Schippe aufs Abwehrspiel draufgelegt hat, das war der ausschlaggebende Faktor. Außerdem sind wir weiter ins Tempospiel gegangen.“

Geschäftsführer Bob Hanning: „Ich habe das noch nicht realisiert, das wird noch dauern. Das Spiel hat sich komplett bescheiden angefühlt. Das waren 60 Minuten OP der Weisheitszähne ohne Spritze. Das war schon sehr hart. Wir haben es nicht geschafft, Torhüterleistung aufs Parkett zu bringen, hatten keinen Zugriff in der Abwehr. In den ersten 30 Minuten hat man förmlich die Anspannung gespürt. In der zweiten Halbzeit war es pure Liebe und Besinnen auf das, was wir können und wofür wir stehen. Die Mannschaft hat das grandios gelöst. Ich bin überglücklich.“

Vorstand Sport Stefan Kretzschmar: „Meine Gefühlslage ist wie eine Mischung aus Freude, Genugtuung und Erleichterung. Es ist unheimlich viel Druck, der abfällt. Es ist noch nicht ganz real für mich. Es ist schwer, das im Moment zu fassen. Ich bin ganz ganz stolz auf diese Mannschaft, auf diesen Club. Wie sie das heute gelöst hat in der zweiten Halbzeit, war beeindruckend. Für mich ist der Titelgewinn noch nicht greifbar.“

Rhein-Neckar Löwen: Appelgren (3 Paraden), Späth (8); Martinovic (5), Nothdurft (3), Jacobsen (2), Knorr (11/3), More, Davidsson, Schefvert (3), Michalski, Willner, Lindenchrone (7), Jaganjac, Karrenbauer, Kohlbacher (2).

Füchse Berlin: Ludwig (2 Paraden), Milosavljev (8); Wiede (2), Darj, Prantner (1), Andersson (4), Lichtlein (5), Gidsel (10), Freihöfer (11/8), Langhoff, Beneke, Grüner, Herburger, av Teigum, Marsenic (5).




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