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21.01.2026|Nationalmannschaft|pst

Zwischen EM-Debüts, Euphorie und Enttäuschung

Die Hauptrunde der Handball-Europameisterschaft in Dänemark, Schweden und Norwegen steht an. Erneut wird es zu Duellen unter Mitspielern der Füchse Berlin kommen, weil einige die Vorrunde überstanden haben – allerdings nicht alle. So lief es für unsere Jungs.

Matthes Langhoff kam zum ersten Mal bei einem Großturnier zum Einsatz.
© Bildnachweis: EHF Kolektiff

„Totgesagte leben länger“, heißt ein bekanntes Sprichwort. Vor dem abschließenden Vorrunden-Spiel gegen Spanien stand die deutsche Nationalmannschaft bereits mit einem Bein im EM-Aus, doch der Sieg und die Schützenhilfe aus Österreich verhalfen dem DHB-Team um die Füchse-Profis Nils Lichtlein und Matthes Langhoff zum Hauptrunden-Einzug. Nachdem die beiden Berliner Eigengewächse bei der Serbien-Pleite von Bundestrainer Alfred Gislason nicht berücksichtigt wurden, durften sie bei der abschließenden Partie der Gruppe A ran und überzeugten: Lichtlein mit Tempo und Spielwitz, Langhoff mit seiner Stärke in der Abwehr. Der Rechtshänder feierte mit dem Auftaktspiel gegen Österreich auch sein EM-Debüt, was zugleich sein erstes Großturnier ist. In ihrer Vorrundengruppe ließen sie neben Spanien eben auch Serbien und Österreich hinter sich. Die Teams um Mijajlo Marsenić und Dejan Milosavljev respektive um Lukas Herburger müssen derweil die Heimreise antreten. Die Serben mit Milosavljev und Marsenić bezwangen überraschend am 2. Spieltag die Deutschen, mussten sich dann aber Herburgers ÖHB-Auswahl geschlagen geben.

Die Deutschen rücken also als einzige mit Füchse-Beteiligung aus der Vorrundengruppe A auf, in der Hauptrundengruppe 1 treffen sie dafür aber auch einige Teamkollegen aus Berlin. Denn auch Dänemark mit Lasse Andersson und Mathias Gidsel hat sich qualifiziert, der Titelfavorit geht jedoch ohne Pluspunkte in die nächste Runde, da er in der letzten Begegnung der Gruppe B gegen Portugal verloren hat. Insgesamt konzentriert sich Lasse Andersson stark auf die Abwehr, Gidsel ist mit 25 Toren viertbester Schütze des Turniers aktuell - und absolvierte gestern sein 100. Länderspiel. Die Dänen und die Deutschen treffen am Montag, 26. Januar, ab 20.30 Uhr aufeinander. Alle deutschen Spiele sind bei der ARD und dem ZDF zu sehen, diese und alle weiteren Partien darüber hinaus auch beim Streaminganbieter DYN.

Deutschland und Dänemark können für die neue Runde in Herning bleiben, während Tobias Grøndahl mit Norwegen von Oslo aus anreisen muss. In der dortigen Vorrundengruppe C musste sich der Spielmacher der Füchse nur den Franzosen um den Bald-Berliner Dika Mem geschlagen geben. Für Grøndahl, der immer wieder starke Leistungen im Nationalmannschaft-Dress zeigte, geht es also auch zweimal gegen Vereinskollegen. In der zweiten Hauptrundengruppe findet sich derweil lediglich Max Darj mit der schwedischen Truppe wieder. Vor dem dritten Vorrundenspieltag am heutigen Mittwoch, 21. Januar, bei dem es in Malmö gegen Kroatien ab 20.30 Uhr um den E-Gruppensieg geht, ist ihm die Hauptrunde bereits sicher. Zwei Spiele, zwei Siege: eine starke Bilanz. Darj trug seinen Anteil dazu bei, dass die Nationalmannschaft im heimischen Malmö bleiben kann.

Neben Milosavljev, Marsenić und Herburger kehren auch die italienischen Füchse vorzeitig zurück nach Berlin. Angeleitet wird das Team von Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning, der nach den beiden Auftaktniederlagen gegen Island und Ungarn unzufrieden war. Am gestrigen Dienstag, 20. Januar, gelang dann gegen Polen aber der erste EM-Sieg dieser Nation seit 28 Jahren. Die Freude bei Hanning und Co. – FUX2-Coach Per Oke Kohnagel ist Videotrainer im Team der Italiener – bejubelten diesen ausgiebig, denn der Sieg bedeutet auch ein späteres Eingreifen in die anstehende WM-Qualifikation. Derweil gab Leo Prantner nach einer Schulterverletzung sein Comeback auf der Platte, und zeigte einmal mehr sein Können. Das erste Turniertor der Italiener ging derweil auf die Kappe von Simon Sirot, der wie Prantner und Langhoff sein EM-Debüt gab. Der A-Jugendliche des Berliner Clubs konnte wertvolle Erfahrungen sammeln. Darüber hinaus ist Hákun West av Teigum denkbar knapp ausgeschieden. Punktgleich mit der Schweiz reichte es wegen der Tordifferenz in Gruppe D nicht für die Färöer Inseln. Vor allem gegen Montenegro spielte av Teigum mit neun Toren groß auf, die Enttäuschung für die zahlreichen färingischen Fans war groß.

Bob Hanning feierte mit den Italienern den ersten EM-Sieg seit 28 Jahren.
© Bildnachweis: Luigi Canu | FIGH



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