Bereits 23 Treffer in der ersten Halbzeit bewiesen, dass der Deutsche Meister nach zwei Wochen ohne HBL-Spiel Lust auf „die stärkste Liga der Welt“ hatte. 8817 Zuschauer sahen das Plus-16-Offensiv-Spektakel in der Max-Schmeling-Halle. Darunter waren einige Kinder, die zuvor an vielen Aktionen im Rahmen des Tags des Kinderhandballs teilnahmen. Einmal mehr brachten die Füchse und der HV Berlin in Kooperation viele Gesichter zum Lachen. Während Flensburg am Vorabend in Kiel verlor, brachte das 45:29 (23:15) gegen den HC Erlangen den Füchsen Berlin auch Platz zwei in der Tabelle zurück.
Grundstein für den Heimsieg war eine starke Vorstellung des Torhüters Dejan Milosavljev, der schlussendlich 17 Paraden aufwies. Außerdem war das Rückraum-Trio Lasse Andersson (9 Tore/3 Assist), Nils Lichtlein (7/6) und Mathias Gidsel (11/2) nicht zu stoppen. An diesem 25. Spieltag der DAIKIN Handball-Bundesliga waren es aber ausnahmslos alle Akteure des Hauptstadt-Clubs, die an ihr Maximum gingen. So erwies sich Tim Freihöfer eiskalt vom Siebenmeterstrich, Langhoff überzeugte einmal mehr defensiv wie offensiv als Bereicherung und die Aufzählung könnte immer weiter fortgeführt werden. In dieser Art und Weise haben sich die Berliner gerne in die nun anstehende Nationalmannschaftspause verabschiedet und wurden dafür von den Anhängern im Fuchsbau gefeiert.
60 Minuten voller Handball-Power
Lasse Andersson eröffnete den Handballabend mit einem kraftvollen Wurf, der die Füchse Berlin mit 1:0 in Führung brachte. Der HC Erlangen glich in Person von Sander Øverjordet aus (2.). Dann war jedoch mehrmals der heimische Torhüter Dejan Milosavljev mit Paraden zur Stelle, auch beim Siebenmeter von Viggó Kristjánsson (6.), sodass die Hauptstädter mit 5:2 davonziehen konnten. Mathias Gidsel, Nils Lichtlein und Andersson waren die Torschützen. Zwar war Letzterer, der dänische Europameister, weiterhin in Trefferlaune, doch ein wenig stotterte der Angriff des Deutschen Meisters. Mit der schwachen linken Hand abgeschlossen beendete Kreisläufer Mijajlo Marsenić die kurze Flaute jedoch. Weitere Paraden Milosavljevs ließen den Fuchsbau immer wieder feiern. Darunter einige Sprösslinge, die zuvor beim Tag des Kinderhandballs aktiv waren.
So bejubelten sie auch die starke Durchsetzungskraft Lichtleins bei seinem Treffer zum 12:9 (17.). Weil sein serbischer Keeper in Unterzahl zur Stelle war, erhöhte daraufhin Tim Freihöfer. Matthes Langhoffs Zwei-Minuten-Strafe überstanden die Mannen in Grün also hervorragend. Infolgedessen lief der Rückraum bestehend aus Andersson, Lichtlein und Gidsel weiter auf Hochtouren, Tor um Tor warf das Trio. Freihöfer machte vom Strich bereits in der 27. Minute die 20. Bude der Füchse perfekt. Nachdem Nejc Cehte mit einem Block Erlangens Wurf unterband, traf auf der anderen Seite Marsenić. Kurz darauf zauberte Lichtlein einen Pass durch die Beine des Gegenspielers, sodass Freihöfer seinen 100. Saisontreffer erzielen konnte. In die Halbzeitpause ging es mit einem 23:15 für die Hausherren.
Nach dem Seitenwechsel machte Milosavljev dort weiter, wo er aufgehört hatte: er parierte auch den ersten HCE-Abschluss des zweiten Durchgangs. Daraufhin stellte Hákun West av Teigum den Spielstand auf 24:15 (32.). Das erste Mal auf Plus zehn erhöhen konnte in der 36. Minute der stark aufspielende Spielmacher Lichtlein, 26:16. Treffer von Freihöfer und Langoff sowie die nächste Parade Milosavljev brachten die Füchse weiter voran, sie marschierten allmählich davon. Der Vorsprung wuchs immer weiter an, auch mit Tobias Grøndahl, der für die Mittelmann-Position in die Partie kam. Den 40. Füchse-Treffer markierte indes Welthandballer Gidsel schon fünf Minuten vor dem Spielende, kurz darauf erhöhte Langhoff auf 41:26. Nach 60 Minuten zierte ein 45:29 die Anzeigetafel des Fuchsbaus.
So geht es für die Spieler weiter
Nun steht erst einmal die Nationalmannschaftspause an. Fast alle Füchse-Spieler sind mit ihren Ländern im Einsatz: Lasse Ludwig, Tim Freihöfer, Matthes Langhoff (alle Deutschland), Mathias Gidsel, Lasse Andersson (beide Dänemark), Dejan Milosavljev, Mijajlo Marsenić (beide Serbien), Leo Prantner, der A-Jugendliche Simon Sirot (beide Italien), Hákun West av Teigum (Färöer Inseln), Tobias Grøndahl (Norwegen) und Lukas Herburger (Österreich). Am Samstag, 28. März, geht es mit dem Auswärtsspiel in Magdeburg weiter. Am Ostersonntag, 5. April, empfangen die Berliner dann den SC DHfK Leipzig in der Max-Schmeling-Halle. Anwurf ist um 15 Uhr,
Tickets sind hier erhältlich.
Stimme und Statistik
Trainer Nicolej Krickau: „Ich bin sehr zufrieden mit unserem heutigen Auftreten. Wir waren von Anfang an, die kompletten 60 Minuten über, fokussiert. Uns war es wichtig den Fans für ihren unglaublichen Support der vergangenen Wochen etwas zurückzugeben. Besonders von dem gewonnenen Torhüterduell haben wir heute profitiert. Auch über das Verhältnis zwischen den Würfen aus dem Rückraum und den Eins-gegen-Eins-Situationen bin ich in unserem Angriff sehr glücklich. Jetzt hoffen wir, dass alle Spieler gesund aus der Nationalmannschaftspause zurückkommen. Wir freuen uns auf unsere anstehenden Aufgaben.“
Füchse Berlin: Ludwig, Milosavljev (17 Paraden); Darj, Prantner, Andersson (9), Ariño, Grøndahl, Lichtlein (7), Gidsel (11), Freihöfer (8/4), Cehte, Langhoff (4), Herburger, avTeigum (2), Marsenić (4).
HC Erlangen: Ghedbane (6 Paraden), Herceg (1); Rúnarsson (3/2), Kos, Nissen (5), Bialowas (1), Øverjordet (2), Scheerer (2), Firnhaber (2), Metzner (2), Schultz (1), Buck (1), Kristjánsson (3/2), Gömmel (7).