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29.05.2026|Spielbericht|pst

Nach Kraftakt in Eisenach weiter auf Kurs

Am nachgeholten 30. Spieltag der DAIKIN Handball-Bundesliga haben die Füchse Berlin das erwartet hitzige Auswärtsspiel beim ThSV Eisenach mit 41:38 (17:14) gewonnen. Nicht nur die Temperaturen in der Werner-Assmann-Halle waren hoch, sondern auch die Intensität eines aufreibenden Kampfes. Der Deutsche Pokalsieger fährt mit zwei Punkten zurück in die Hauptstadt.

Es war ein hartes Stück Arbeit in Eisenach für die Füchse Berlin um Mathias Gidsel.
© Bildnachweis: Heilwagen

Jene zwei Punkte hatte es auch gebraucht, um den für die Machineseeker EHF Champions League qualifizierenden Platz zwei in der HBL-Tabelle weiterhin in der eigenen Hand zu behalten. So bedeutsam die Partie also war, so konzentriert ging die Mannschaft von Trainer Nicolej Krickau die Sache auch an. Vor allem am Ende zeigte sich die Klasse des Vorjahres-Meisters, der in Lasse Andersson (zehn Tore) und Mathias Gidsel (zwölf Tore) zwei Dänen in seinen Reihen wusste, die das 41:38 (17:14) der Füchse Berlin am 30. Spieltag der DAIKIN Handball-Bundesliga beim ThSV Eisenach letztlich über die Zielgerade brachten.

In der ausverkauften Werner-Assmann-Halle war es heiß, doch mit zahlreichen Toren ging keines der beiden Teams vom Gaspedal. Während die Thüringer ohne die verletzten Ex-Füchse Silvio Heinevetter und Max Beneke auskommen mussten, machten es ihre jeweiligen Positionspartner den Berlinern schwer. Torhüter Matija Spikic kam auf elf Paraden, Stephan Seitz war inklusive sieben Torerfolgen Dreh- und Angelpunkt im Rückraum. Während das Kreisläuferspiel der Gastgeber hervorragend funktionierte, erwies sich die Gäste-Defensive als Schwachstelle. Dem setzte Gidsel mit allein acht Treffern in Durchgang eins etwas entgegen, auch Tim Freihöfer erwischte mit „Acht aus Neun“ einen starken Abend.

So liefen die 60 Minuten in Eisenach

Den besseren Start in die Partie erwischte der gastgebende ThSV Eisenach, der die ersten beiden Treffer erzielte. Vor allem über den Rückraum-Rechten Stephan Seitz konnten die Wartburg-Städter Akzente setzen, doch Nils Lichtlein netzte als Erster der Füchse Berlin ein. Kurz darauf blieb Mijajlo Marsenić im heißen Zweikampf am Kreis Sieger und vollendete zum 2:3 (4.). Sein serbischer Landsmann im Tor des Deutschen Pokalsiegers, Dejan Milosavljev, war dann erstmals zur Stelle – und das mit dem Kopf. Wenig später gebührte der Ausgleichstreffer dem Führenden der Torschützenliste in der DAIKIN Handball-Bundesliga, Mathias Gidsel. Nachdem erneut kein Vorbeikommen an Milosavljev war, brachte Lasse Andersson Berlins erste Führung – 6:5 (10.). Allerdings bekamen die Füchse in der Defensive Eisenachs Kreisläuferspiel nicht in den Griff, sodass sich die Thüringer wieder nach vorne kämpfen konnten.

Eine Phase, in der die Hausherren in der Werner-Assmann-Halle eigentlich das Momentum auf ihrer Seite hatten, konnten sie nicht nutzen. Stattdessen vollendete Gidsel für die Gäste aus der Hauptstadt dreimal in Folge, zweimal davon ins leere Tor. Von einem Kontakt in der Luft ließ sich derweil nach knapp 20 Minuten Matthes Langhoff nicht beirren und bescherte das 11:10. Weil Tobias Grøndahl per Zuckerpass Gidsel bediente, konnte der Welthandballer erstmals auf Plus zwei stellen (22.). Zwar war der ThSV einmal mehr drauf und dran erneut auszugleichen, doch die Berliner hielten dem Druck stand. Unter anderem fing Gidsel einen Ball am eigenen Kreis ab und warf aus dem Stand von dort aus zum 14:11 (27.). Matija Spikic zwischen den Heim-Pfosten wurde dennoch häufig zum Spielverderber für die Füchse-Abschlussspieler. So war es quasi bis zum Seitenwechsel eng. Weil Eisenach unter Zeitdruck aber fehlerhaft agierte, hübschte Milosavljev mit seinem zweiten Saisontreffer aber den Halbzeitstand zum 17:14 auf.

Er, der Keeper, glänzte auch zu Beginn des zweiten Durchgangs mit einer Parade, Lichtlein veredelte die Tat mit dem nächsten Treffer. Zwar konnten sich die Füchse auf fünf Tore absetzen, jedoch kam Eisenach wieder heran. Nichtsdestotrotz überzeugte Tim Freihöfer mit einem Lattenkracher in der 39. Minute, während die Partie nach dem Seitenwechsel mächtig an Tempo gewann. In der ersten Unterzahl der Füchse in dieser Begegnung 20 Minuten vor dem Ende behielt Lukas Herburger indes die Nerven am Kreis. Nationalspieler Vincent Büchner brachte die Thüringer dennoch von Linksaußen auf einen Treffer heran, 26:27 (44.). Freihöfer antwortete dort per Siebenmeter, wo am ersten Spieltag der vergangenen Saison sein Stern so richtig aufging. Damals netzte er in Eisenach zwölfmal und läutete damit die Meistersaison ein.

Weil Büchner wenig später aber den Ball klaute, glich jener ThSV-Akteur aus. Nach einem erneuten Fehler im Angriff ging Eisenach eine knappe Viertelstunde vor dem Schluss sogar in Führung. Andersson und Herburger holten sie zurück, es wurde enorm dynamisch. Durch ein starkes Momentum und mehr Körner in der Crunchtime setzten sich die Gäste noch einmal auf 34:31 ab, neun Minuten vor dem Schluss war es Langhoff im Tempogegenstoß. Vor allem aber auch die Wurfkraft Anderssons überzeugte in jener wichtigen Zeit. Unter Druck machte Gidsel derweil die 40. Berliner Bude (59.) und damit endgültig den Sack zu. Freihöfer erzielte den 41:38-Endstand.

So geht es weiter

Am kommenden Donnerstag, 4. Juni, steht erneut ein Auswärtsspiel in der DAIKIN Handball-Bundesliga an. Gastgeber von 20 Uhr an ist dann die MT Melsungen. Drei Tage später kommt es in der heimischen Max-Schmeling-Halle zum Saisonabschluss. Am Sonntag, 7. Juni, empfangen die Füchse Berlin ab 15 Uhr die SG Flensburg-Handewitt. Der Fuchsbau ist bereits jetzt restlos ausverkauft.

Stimme und Statistik

Trainer Nicolej Krickau: „Es war wie immer ein fantastisches Erlebnis, in dieser Halle zu spielen. Wir sind absolut zufrieden mit den zwei Punkten, die sind nicht selbstverständlich, auch nicht, wenn man den Spielfilm sieht mit Unentschieden in der Schlussphase. Der Spielverlauf war besonders. In der Halbzeit hatten wir das Gefühl, dass unser Positionsabwehr besser war zum Ende der ersten Hälfte hin und dass wir einige Chancen bekommen. 24 Gegentore in Durchgang zwei aus allen Positionen tun aber weh. Sie haben sich super angepasst, was wir nicht in den Griff bekommen haben. So brauchten wir am Ende individuelle Leistungen, die hatten wir im Angriff.“

ThSV Eisenach: Spikic (11 Paraden), Gorobtschuk; Joelsson (8), Reichmuth, Capric, Attenhofer (1), Walz (3), Ende, Aellen (6/2), Antonijevic, Seitz (7), Kurch (2), Büchner (5), Stupka, Leu (6).

Füchse Berlin: Ludwig (1 Parade), Milosavljev (8, 1 Tor), Darj (1), Prantner, Andersson (10), Ariño, Grøndahl (1), Lichtlein (2), Gidsel (12), Freihöfer (8/2), Cehte (1), Pichiri, Langhoff (2), Herburger (2), av Teigum, Marsenić (1).




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