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30.11.2004|Information|on

Geschichte des Handballs: neues Buch widmet sich auch den Füchsen

Wenn man etwas über die lange Historie der Reinickendorfer Füchse erfahren will, ist Norbert Müller eine der ersten Anlaufadressen. Müller ist aktuell bei den Füchsen verantwortlich für die Inhalte des Hallenhefts "PlayGuide" und verfügt über ein immenses Archiv über Handball bei den Füchsen. Nun gibt es ein Buch, das sich anschickt, das Standardwerk der Geschichte des Deutschen Handballs zu werden. "Handball - eine deutsche Domäne" beschäftigt sich mit dem Handball seit seiner Erfindung in Berlin im Jahre 1917 bis heute - und beinhaltet ein umfangreiches Kapitel über die Reinickendorfer Füchse und den Handball in Berlin.


Herausgeber Erik Eggers, ein freier Sportjournalist, der schon der "Stimme von Bern" Herbert Zimmermann in einem Buch ein Gesicht gegeben hat, hat in seinem Buch "Handball - eine deutsche Domäne" dem Berliner Handball ein besonderes Kapitel gewidmet. Mit Genehmigung des Herausgebers veröffentlichen wir einige Auszüge:

Zu Beginn der 1980er Jahre blickte die deutsche Handballszene nach Berlin, den Geburtsort des Handballs, und vernahm eine erstaunliche Renaissance. Die Reinickendorfer Füchse, die 1977 an der Qualifikation für die eingleisige Bundesliga gescheitert waren, schickten sich an, an die große Dominanz der Weimarer Republik anzuknüpfen, als der PSV Berlin und der Deutsche Handballklub Berlin den deutschen Feldhandball dominiert hatten.
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Hochkaräter wie Pedrag Timko (THW Kiel), Walter Don (TV Hüttenberg), Robert Pries (TV Grambke Bremen) kamen und spielten mit jungen Berliner Talenten, so die späteren Nationalspieler Bernd Timm (TSV Tempelhof/Mariendorf), Klaus Kuhnigk (Füchse). Unter Trainer Peter Frank gelang so der sofortige Durchmarsch durch die Zweite Liga. Und trotz erheblicher Anlaufschwierigkeiten in der ersten Bundesligasaison (nach elf Spielen drohte noch der Abstieg), landeten die Berliner nach einer grandiosen Siegesserie zur Überraschung aller auf einem dritten Platz, der die Qualifikation für den Europapokal bedeutete. Es war, so schien es, eine neue glanzvolle Ära eingeleitet worden, die aufgrund der schwierigen Insellage der Stadt nach dem Krieg niemand für möglich gehalten hatte.
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1982/83 verstärkte sich die Mannschaft um Spielmacher Don mit den Nationalspielern Klaus Wöller und Harry Keller (beide TuS Nettelstedt) und drang im Europapokal der Pokalsieger bis ins Halbfinale vor. Diese Begegnung gegen die DDR-Spitzenmannschaft SC Empor Rostock, der rund 9000 Zuschauer in der ausverkauften Deutschlandhalle beiwohnten, stellte im Januar 1983 den Höhepunkt der Vereinsgeschichte dar.
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Berlin hatte innerhalb der DDR eine der Hochburgen des Hallenhandballs dargestellt: Bei den Männern hatte der SC Dynamo Berlin die DDR-Oberliga dominiert. Obwohl die Vereinigung der Handballverbände und damit die Vereinheitlichung der Spielorganisation erst zum 1. Januar 1991 in die Tat umgesetzt wurde, wurde dem Spitzenhandball seit der Maueröffnung durch zunächst zögerliche, dann massiv einsetzende Spielerwechsel der National- und Nachwuchsspieler die Substanz entzogen.In Berlin scheiterte der Versuch, mit dem HC Preußen Berlin eine gemeinsame Profimannschaft zu etablieren, an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Das enorme Potenzial des vereinigten Sportsystems zu nutzen und sich aus den Denkstrukturen der einstigen "Insellage" und dem allround-versorgendem Sportsystem der DDR zu lösen, hatte der Berliner Handball damit endgültig verpasst. Die derzeitige Situation - herumkrebsende Füchse in der 2. Bundesliga Nord - ist deprimierend. Da nützt es nichts, dass einer Befragung zufolge die "Marke" Reinickendorfer Füchse 76 Prozent der Befragten bekannt ist und 90 Prozent der Befragten die Etablierung einer Berliner Profimannschaft unterstützen würden.


Mehr zu den Füchsen und der Geschichte des Deutschen Handballs können Sie in dem sehr lesenswerten Buch "Handball - eine deutsche Domäne" erfahren. Bestellbar ist das Buch zum Beispiel bei buch.de.




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