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14.11.2010|Spielbericht|RM - handball-world.com

Füchse weiter auf der Siegerspur

Am Ende waren es zwei Punkte beim 36:32 (17:17) über die TSG Friesenheim, davor war es fast 60 Minuten ein ausgeglichenes Spiel. Die Füchse hatten mit dem Aufsteiger deutlich mehr Mühe als ihnen lieb war. Besonders die viel gerühmte Abwehr stand nicht sicher, dahinter hatten die Torhüter Silvio Heinevetter und Petr Stochl dann folglich auch ihre Probleme. Erst eine Steigerung im Angriff in der zweiten Halbzeit brachte den Füchse-Sieg. Erfreulich das Comeback von Michal Kubisztal mit drei Toren, erfolgreichster Torschütze war Ivan Nincevic (7/3).

Nach dem harten Programm der letzten Wochen empfingen die Füchse Berlin zum elften Saisonspiel mit der TSG Friesenheim den ersten Aufsteiger. Trotz der auf dem Papier eindeutigen Favoritenrolle warnten vor allem die Füchse davor das Spiel nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Auf der anderen Seite rechnete Trainer Thomas König mit einem befreiten Auftritt seines Teams. TSG-Coach König sollte mit seiner Einschätzung richtig liegen, von Beginn an spielte seine Mannschaft frisch und befreit auf, nervös wirkten eher die Füchse.

Mit einem Aufsetzer brachte TSG-Spielmacher Andrej Kogut die Gäste erstmals in Führung. Danach verhinderte Füchse-Torhüter Silvio Heinevetter außerdem einen höheren Rückstand. Trotz der sichtbaren Unsicherheit, vor allem die Abwehr hatte noch nicht die gewohnte Stabilität, gingen die Hausherren wieder in Führung, verpassen es aber sich abzusetzen. Mit einer homogenen Mannschaftsleistung bleiben die Gäste aber weiter dran. Nachdem Stefan Bonnkirch die TSG mit 7:6 in Führung warf reagierte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson mit der Auszeit.

Mit zwei schnellen Toren sichern sich die Füchse wieder die Führung, das Spiel bleibt aber weiterhin zerfahren. Beim 10:8 hatten die Berliner erstmals die Chance auf drei Tore zu erhöhen, stattdessen pariert TSG-Torhüter Kevin Klier und ermöglicht seinem Team den Konter zum 10:9. Immer wieder legten die Füchse in der Folge vor, immer wieder glich die TSG Friesenheim aus und wirkte zu keinem Zeitpunkt unterlegen oder eingeschüchtert. In der 25. Minute brachte Sigurdsson dann erstmals Michal Kubisztal, der nach seinem Kurzeinsatz am vergangenen Wochenende sein Comeback nach seiner Verletzung feierte. Mit seinem ersten Tor nach zwei Monaten traf er zum 17:15.

In der Schlussminute zur Halbzeitpause verpasste dann Mark Bult die Chance zum 18:16, stattdessen traf der bis dahin überragende Evgeni Pevnov zum 17:17. Immer wieder war der Russe vom Kreis erfolgreich, wurde mustergültig aus dem Rückraum bedient. Die TSG Friesenheim nahm das Selbstbewusstsein auch mit in die zweite Halbzeit. Die Gäste bestimmen nun das Spiel, gehen schnell in Führung und führen immer wieder mit zwei Toren. Bis zum 25:26 liegen die Gäste in Führung, dann sorgt Ivan Nincevic mit einem Strafwurf für den ersten Ausgleich seit dem 21:21.

Mit einem Zwischenspurt vom 25:26 zum 30:26 sorgen die Füchse dann für die Vorentscheidung. Mit einer Umstellung von der defensiven 6:0 auf eine offensive 4:2-Abwehr bremsten die Füchse den gegnerischen Rückraum aus. Besonders Evgeni Pevnov kam nach zuvor neun Treffern nun gar nicht mehr ins Spiel, im fehlte das Zuspiel aus dem Rückraum. Von nun an hatten die Füchse wieder das Heft in der Hand, das sie bis zum Schluss nicht mehr aus der Hand gaben. Die Gäste kämpften trotzdem bis zum Schluss, setzten die Füchse immer wieder unter Druck, hatten aber am das Nachsehen. Mit 36:32 sicherten sich die Füchse Berlin ihren neunten Saisonsieg im elften Spiel, durch die zeitgleiche Niederlage der Rhein-Neckar Löwen klettern sie damit auf den dritten Tabellenplatz.

Stimmen zum Spiel:

Thomas König, Trainer TSG Friesenheim:
Wir haben uns 50 Minuten sehr gut geschlagen. Der Knackpunkt war die Abwehrumstellung der Füchse in der zweiten Halbzeit auf die offensivere Variante. Dann wurde jeder technische Fehler im Tempogegenstoß bestraft. Wir können mit der Niederlage leben und sind zufrieden mit unserem Spiel, der Sieg der Füchse geht in Ordnung. Wir müssen jetzt auf die wichtigen Spiele schauen, heute konnten wir befreit aufspielen.

Werner Fischer, Geschäftsführer TSG Friesenheim:
Wir sind insgesamt mit dem bisherigen Saisonverlauf sehr zufrieden. MIttwoch wird es ein schweres Spiel gegen Melsungen. Melsungen hat eine bessere Mannschaft als wir und kommt als Tabellenletzter zu uns. Aber heute können wir alle zufrieden sein.

Dagur Sigurdsson, Trainer Füchse Berlin:
Gratulation an Friesenheim, sie haben ein tolles Spiel gezeigt. Wir hatten nicht unser bestes Niveau und waren selbst schuld, dass uns Friesenheim das Leben so schwer gemacht hat. Das Problem heute nehme ich auf meine Schultern, ich muss die Spieler heiß machen. Wir haben uns mit Pevnov sehr schwer getan, das sah heute nicht wie die beste Abwehr der Liga aus. Wir hatten anfangs auch eine etwas schlechte Einstellung und ich wurde in der Kabine etwas lauter.

Bob Hanning, Geschäftsführer Füchse Berlin:
Der Friesenheimer Auftritt ist ein Vorbild und eine Bereicherung für die Liga. Friesenheim baut konsequent auf deutsche Spieler, da können noch viele davon lernen. Bei den Füchsen hat man heute gesehen, wenn nur 90% kommt, dann ist diese Mannschaft nur Mittelmaß. Die Saison war bislang unglaublich, aber die Erwartungshaltung wird auch immer größer an uns. Dabei muss man realistisch bleiben. Trotzdem kann man sagen, hatten wir noch von Platz 8 gesprochen, dann soll es jetzt auch mit Europa klappen.




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