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10.10.2011|Information|ATz

Conny Wilczynski im Interview

Fünf Jahre lang trug Konrad „Conny“ Wilczynski die Nummer 17 bei den Füchsen Berlin und war eine wichtige Säule im Spielsystem und Publikumsliebling in der Hauptstadt. Jetzt zog es den Österreicher zurück in die Heimat, wo er bei der SG Spigo Handball West Wien als Spieler und in Personalunion als geschäftsführender Manager tätig ist. Im Interview mit FUCHSBAU spricht er über seine neuen Aufgaben und die Erinnerungen an Berlin. 

FUCHSBAU: Conny, du warst fünf Jahre in Berlin, jetzt bist du zurück in Österreich. Hast du dich in der Heimat schon wieder eingelebt?

Conny: Es war für mich immer klar, dass ich zurück nach Österreich will. Es ist angenehm jetzt wieder mehr Zeit für die Familie zu haben und nicht mehr gleich wieder zurück nach Berlin fliegen zu müssen. Es ist schön wieder hier zu sein. 

FUCHSBAU: Das Familienglück hat sich dann auch gleich eingestellt...

Conny: Ja, ich bin am 4. August Vater geworden – das ist ein tolles Gefühl!

FUCHSBAU: Du bist in Westwien Spieler und Manager in Personalunion. Eine schwere Aufgabe?

Conny: Im Moment gibt es viel zu tun. Ich bin sofort in das operative Geschäft eingestiegen. Deshalb musste auch der Urlaub in diesem Jahr leider ausfallen. 

FUCHSBAU: Fällt es schwer die Rollen als Spieler und als Manager zu trennen?

Conny: Die Trennung ist wichtig und bis jetzt funktioniert es gut. Ich sehe mich im Training und auf dem Spielfeld als normaler Spieler. Natürlich gibt es Konfliktpotenzial, aber ich möchte natürlich abseits des Spielfelds im Sinne aller gut agieren und das Umfeld verbessern.

FUCHSBAU: Was kann West Wien in diesem Jahr schaffen?

Conny: Wir wollen langfristig gesund wachsen. Unser Ziel ist es, bis Weihnachten unter die Top 6 zukommen, damit wir nicht in die Abstiegs-Playoffs geraten. Vom Kader sind wir unter den Top 4, aber die anderen Teams sind eingespielter als wir.

FUCHSBAU: Ist die Situation in Wien mit der Anfangsphase der Füchse vergleichbar?

Conny: Auch hier soll der Verein wieder „wachgeküsst“ werden. 1993 war West Wien kurz vorm Finale in der Champions League gescheitert. Es gibt viele Leute von damals, die noch interessiert sind. Auch in der Jugend spielen wir in allen Wettbewerben an der Spitze, das ist eine gute Basis für die zukünftige Arbeit.

FUCHSBAU: Wer hat dich nach West Wien geholt?

Conny: Unser Präsident hat die Gespräche mit mir geführt. Mir hat die Aufgabe von Anfang an zugesagt. Er ist auch unser Hauptsponsor seit vielen Jahren. Der Verein hat ihm viel zu verdanken. Jetzt möchte er mit meiner Hilfe den Verein auf eine breitere Basis stellen. 

FUCHSBAU: Profitiert Österreich noch von der Handballeuphorie der EM im eigenen Land im letzten Jahr?

Conny: Die Euphorie ist nicht mehr so groß, aber die Leute wissen jetzt, dass es Handball gibt. Das Interesse ist gestiegen, wir müssen jetzt auf Verbands- und Vereinsebene nachlegen, damit das nicht mehr abflacht. Das beste Mittel hierfür sind sportliche Erfolge.

FUCHSBAU: Wenn du auf deine Zeit bei den Füchsen zurückblickst, was sind deine tollsten Erinnerungen an Berlin?

Conny: Es war eine tolle Erfahrung von Anfang an dabei gewesen zu sein und das Projekt Füchse Berlin mit aufzubauen. Die Rückkehr nach sechs Monaten Verletzung, das All Star Game in Berlin und natürlich die tolle Verabschiedung durch die Fans in der letzten Saison werden immer in meiner Erinnerung bleiben.

FUCHSBAU: Die Füchse Berlin waren euer Gegner bei der Saisoneröffnung. Bleibt der Kontakt zwischen Wien und Berlin erhalten?

Conny: Natürlich, ich werde sicher auch nochmal nach Berlin zu einem Spiel kommen. Ich bin gespannt darauf wie es ist, das Geschehen als Zuschauer zu betrachten. Am liebsten natürlich zu einem Champions League Spiel. Vielleicht ergeben sich auch zukünftig noch Ansätze für eine Zusammenarbeit. Vielleicht nimmt unsere Jugend beispielsweise im nächsten Jahr am LEKKER Cup in Berlin teil. 

FUCHSBAU: Und wie ist das Verhältnis zwischen Bob Hanning und dir unter Geschäftsführern?

Conny: Wir haben regelmäßigen Kontakt und Bob hilft wo er kann ganz unkompliziert. Ich habe auch weiterhin viel Kontakt zu den Spielern und dem Team der Geschäftsstelle. Wenn Bob irgendwann einen Job braucht, kann er gern in Wien anrufen (lacht).

FUCHSBAU: Was denkst du, was die Füchse in dieser Saison erreichen können?

Conny: Die Außenseiterrolle fällt jetzt natürlich weg. Ich denke sie werden sich mindestens auf Platz fünf in der Liga etablieren werden. In der Champions League, traue ich ihnen zu, dass sie die Gruppenphase überstehen. 

FUCHSBAU bedankt sich für das Gespräch und wünscht der SG Spigo Handball West Wien viel Erfolg und Conny Wilczynski alles Gute für die Zukunft!




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