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23.09.2005|Information|on

Sechs Fragen an Bob Hanning

In den Presseinformationen der Handball-Bundesliga, die wöchentlich per email an Journalisten verschickt werden, ist in der aktuellen Ausgabe ein Interview mit Bob Hanning enthalten.


Nach Hamburg also Berlin: Bob Hanning, von Hause aus eigentlich Handball-Trainer, hat die Mission übernommen, auch in der Bundeshauptstadt Erstliga-Handball zu etablieren. Was an der Elbe so hervorragend funktionierte, muss - so dachten sich die Verantwortlichen der Füchse Berlin - auch an der Spree möglich sein. Seit zwei Monaten nun ringt der 38-jährige Hanning um das Gelingen dieses Unterfangens. Und kann schon erste Erfolge vorweisen.

Haben Sie schon die Mannschaft zusammen, mit der Sie aufsteigen werden?

Hanning: Natürlich nicht. Wir wollen erst einmal professionelle Strukturen schaffen und darauf aufbauend eine Mannschaft bilden. Noch sind wir nicht so weit.

Ganz schön mutig, mit einem Zweitligisten, der in dieser Saison nicht aufstiegsambitioniert ist, in eine solch gewaltige Arena wie die Max-Schmeling-Halle umzuziehen.

Hanning: Es ist wichtig, den Sponsoren zu zeigen was möglich ist und gleichzeitig den Fans ein zu Hause auf hohem Niveau zu bieten. Natürlich ist das ein Risiko, aber schon das Freundschaftsspiel gegen Flensburg mit 3.700 Besuchern und das erste Ligaspiel gegen Hamm mit rund 2.000 Zuschauern haben gezeigt, dass es funktionieren kann.

Wie sieht denn Ihr Fahrplan für das Unternehmen Bundesliga aus?

Hanning: Es geht nicht darum, was ich will, sondern was die Fans und was die Stadt will. Ich bin lediglich Mittler. Fakt ist, dass Berlin Zweitliga-Handball auf diesem Niveau nicht lange ertragen kann. Deshalb werden wir uns bereits im Januar zusammensetzen, Bilanz ziehen und in der Folge versuchen, für die nächste oder die übernächste Saison den Erstliga-Aufstieg anzupeilen. Dazu benötigen wir aber noch Geld.

Berlin ist ein traditionell schwieriges Umfeld für Handball. Wie läuft denn die Suche nach potenten Partnern?

Hanning: Das ist nicht so einfach wie in Hamburg. Berlin ist pleite, sodass es schwieriger ist, Gelder zu bewegen. In Berlin überstrahlt der Fußball alles. Zudem haben wir mit Alba und den Eisbären unmittelbare Konkurrenz in anderen Sportarten. Man stelle sich das vor: Hier vor Ort existieren rund 120 Erst- und Zweitligisten in unterschiedlichsten Sportarten. Aber so, wie wir am Markt platziert sind, sind wir bislang zufrieden. Immerhin nehmen uns auch überregionale Medien wahr.

Das Pokalspiel gegen den SC Magdeburg am 28. dieses Monats könnte eine Initialzündung sein.

Hanning: Ich glaube, dass es das sein kann. Es haben sich viele potenzielle Sponsoren angesagt. Wir wollen ein schönes Handballfest feiern, bei dem aus unserer Sicht das Ergebnis zweitrangig ist.

Apropos Magdeburg: Stefan Kretzschmar hat als alter Berliner Interesse angekündigt, nach Ablauf seines Vertrages bei den Füchsen anzuheuern. Was ist dran?

Hanning: Erst einmal müssen wir unsere Hausaufgaben machen, bevor wir an ein solches Thema herangehen. Aber wir denken definitiv darüber nach. Kretzsche ist alter Berliner, seine Familie lebt hier. Ich kann mir gut vorstellen, dass er in Berlin glücklich werden kann.




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