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12.09.2012|Information|SvN

Füchse spielen Unentschieden gegen Melsungen

Die Füchse Berlin haben in der neuen Saison den ersten Punktverlust hinnehmen müssen. Im vorgezogenen Heimspiel des 9. Spieltags der DKB Handball-Bundesliga kamen die Berliner über ein 27:27 (15:16) gegen die MT Melsungen nicht heraus. Ein überzeugender Sven-Sören Christophersen allein reichte nicht aus für einen Doppelpunktgewinn im Heimspiel. Der Nationalspieler erzielte für sein Team 10 Tore und war damit bester Werfer. 

Den besseren Start in die Partie erwischten die Hausherren, die zu Beginn sehr fokussiert wirkten. Nach einem Doppelschlag von Kapitän Torsten Laen und dem ersten Treffer von Sven-Sören Christophersen führten die Füchse bereits früh mit 3:0. Melsungen fand zu Beginn noch keine effektiven Mittel gegen die aufmerksame Defensive der Berliner, die es sehr gut verstanden, den Schalter von Angriff auf Verteidigung umzulegen. Doch auch Melsungen ging hochengagiert zur Sache und konnte sich wenige Minuten später wieder heran kämpfen. Felix Danner war es dann der den 5:4-Anschlusstreffer für die Hessen erzielte. 

Währenddessen haderten die Füchse immer wieder mit der Chancenverwertung. Igropulo und Richwien trafen jeweils den Pfosten und Christophersen warf aus dem Rückraum direkt in die Arme von Torhüter Appelgren. Tragisch für die Berliner: bereits in der fünften Minute verletzte sich Neuzugang Konstantin Igropulo und konnte in der Folge nur noch bedingt eingesetzt werden. Auf Seiten der MT Melsungen wusste Patrik Fahlgren zu überzeugen. Die Abwehrtaktik der Hessen funktionierte hingegen noch nicht wie gewünscht. Deren 5:1-Defensive versuchte in Person von Michael Allendorf immer wieder den Füchse-Spielmacher Jaszka aus dem Spiel zu nehmen. Doch selbst als Berlin in Unterzahl agieren musste, schraubte sich Jaszka in die Höhe und netzte zum 9:6 für sein Team ein. Allerdings konnten sich die Hausherren nicht absetzen.

Spätestens nach den ersten 15 Minuten begannen die Gäste, das Ruder herumzureißen. Mit seiner Ansprache im Time Out stellte Melsungens Trainer Michael Roth die Formation auf 6:0 um, die sich auch schnell mit Erfolg rühmen konnte. Berlins Effektivität vor dem gegnerischen Gehäuse hatte sich nicht stabilsiert, während Melsungen zunehmend das Spiel gestaltete. Tor um Tor verkürzten sie den Rückstand auf die Füchse und wurden mit jeder Spielminute dominanter auf dem Parkett. In der 27. Minute war es dann Christian Hildebrand, der mit seinem Treffer den 14:14 Ausgleich herbeiführte. Dann war es der Schwede Jonathan Stenbäcken, der die MT Melsungen mit seinem einzigen Tor des Abends gegen seinen Ex-Verein mit 15:14 in Führung brachte. Sein Kollege Nenad Vuckovic sorgte kurze Zeit später mit der Halbzeitsirene zum 16:15 Halbzeitstand für die Hessen.

Auch in den Anfangsminuten des zweiten Durchgangs waren die Melsunger eine Nasenlänge vorn und nutzten ihre Chancen sehr gut aus. Die Berliner hingegen scheiterten des öfteren am Pfosten oder am gut aufgelegten Melsunger Schlussmann Appelgren. Dennoch ließen sich die Füchse nicht abschütteln, vor allem Sven-Sören Christophersen, der als einziger Füchseakteur über 60 Minuten ein gutes Spiel machte, hielt mit seinen Treffern die Hausherren in Reichweite. Es entwickelte sich mit zunehmender Spieldauer eine Partie mit zwei Teams auf Augenhöhe, die Favoritenrolle der Berliner war längst in Vergessenheit geraten. Die Führung wechselte von der einen auf die andere Seite, alles stand auf des Messers Schneide. Selbst als die Füchse durch Torsten Laen den Spielstand auf 20:20 egalisieren konnten, brachte Patrik Fahlgren die Gäste im Gegenzug wieder in Führung. 

Als die Schlussviertelstunde anbrach, wechselte Dagur Sigurdsson im Tor, Petr Stochl kam für Silvio Heinevetter. Der Tscheche fügte sich gleich mit einer gelungenen Beinabwehr erfolgreich in die Endphase ein und leitete die Führung der Füchse mit einem Tempogegenstoß ein. Wieder einmal war es Christophersen, der vollendete und seiner Mannschaft mit seinem siebten Treffer die Führung zurückholte. Diese sollte allerdings nur von kurzer Dauer sein. Melsungen ließ nicht locker und drehte sogar noch einmal auf. Felix Danner brachte Melsungen mit 26:25 wieder in Führung und ließ die Hoffnungen auf eine Überraschung immer größer werden. 

Die letzten Minuten entwickelten sich zu einem wahren Krimi, denn mit dem Ausgleich von Bartlomiej Jaszka konnte die Partie in jede Richtung kippen. Doch nicht die Füchse konnten das Momentum nutzen sondern Patrik Fahlgren, der gemeinsam mit Torwart Appelgren sicher der Matchwinner der Partie war, brachte Melsungen wieder in Führung. Wieder war es dann Christophersen, der die Füchse im Spiel hielt. Der Nationalspieler führte mit seinem zehnten Tor des Abends den Ausgleich herbei und hatte in den letzten Sekunden sogar noch die Chance auf das goldene Tor. Doch als die regulären 60 Minuten abgelaufen waren, landete sein direkter Freiwurf in der Abwehr von Melsungen. Damit bleiben die Füchse zwar ungeschlagen und auf dem ersten Tabellenplatz, müssen aber trotzdem den ersten Punktverlust der Saison hinnehmen. 



Michael Roth (Trainer MT Melsungen)

„Jeder hat eine Chance, wenn man an seine Chance glaubt. Und das hat man heute wieder gesehen. Das war eine fantastische Leistung der Mannschaft, taktisch ist Vieles gut umgesetzt worden. Das ist ein Punkt, den wir uns redlich verdient haben. Das wird uns viel Selbstvertrauen geben.“

Dagur Sigurdsson (Trainer Füchse Berlin)

„Melsungen ist ein unangenehmer Gegner und sie haben sich noch Mal verbessert. Sven-Sören Christophersen hat uns in der zweiten Halbzeit getragen, aber wir haben nicht gut gespielt und haben zu viele Gegenstöße bekommen. Wir haben auch kraftmäßig nachgelassen. Wir hätten breiter aufgestellt sein müssen, das geht auch auf meine Kappe. Wenn Lund und Igropulo nicht spielen, haben wir wenig Alternativen. Ein Riesendank noch mal an die Fans, die uns auch den Punkt gerettet haben.“

Bob Hanning (Manager Füchse Berlin)

„Wir gehen mit einem 1:5 Lauf in die Kabine, das war unnötig. Das hat uns zur Halbzeit das Genick gebrochen. Die Leistung von Melsungen war gut und ist auch nicht durch unsere zu schmälern. Melsungen hat gut gespielt und wir können das Unentschieden für uns heute sogar als Punktgewinn betrachten.“




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