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31.03.2006|Information|on

Füchse gehen gegen Emsdetten unter

"Wir sind offensichtlich nicht über den Schock von Varel hinweggekommen." Jörn-Uwe Lommel behielt nach dem Spiel der Füchse gegen den TV Emsdetten die Contenance. 20:33 (10:18) stand am Ende einer einseitigen Partie auf der Anzeigetafel in der Max-Schmeling-Halle, eine Heimpleite, wie sie die Füchse in dieser Saison noch nicht erlebt hatten.


Emsdetten war in jeder Beziehung überlegen, wirkte agiler und beweglicher. "Das war das beste Spiel meiner Mannschaft in diieser Saison", konstatierte ein sichtlich zufriedener TVE-Coach Patrick Liljestrand.

Das konnte er auch sein, denn sein Team zeigte von der ersten Minute, wer der Herr im Ring ist. Dem Füchse-Angriff wurde durch gekonntes Verschieben früh der Zahn gezogen, zudem wirkte Christian Rose im Spiel der Füchse heute wie ein Fremdkörper. Vier Abspielfehler allein vom einzigen Linkshänder im Berliner Rückraum in den ersten 10 Minuten, die Emsdetten allesamt zu Gegentoren nutzte, dazu eine sehr zupackende TVE-Abwehr, die den Füchse-Rückraum kaum zur Entfaltung kommen ließ - Emdsdetten hatte leichtes Spiel und baute die eigene Führung kontinuierlich aus, zur Halbzeit betrug der Vorsprung 8 Tore.

Einzig die Tore von Sascha Detlof hielten die Füchse halbwegs im Spiel. Nur er fand ab und an eine Lücke in der TVE-Abwehrwand. Selbst die seltenen Überzahlsituationen nützten eher dem Gast als dem Heimteam.

Je mehr der Abstand wuchs, umso nervöser wurden die Füchse. Da landeten Würfe weit am Tor vorbei oder fanden nicht die Anspielstation. Da zudem weder Carsten Ohle noch Michael Krieter außergewöhnliches leisteten, war der hohe Rückstand folgerichtig.

Die zweite Hälfte begann ähnlich, zwei Fehler von Rose im Angriff und Emsdetten führte 10:20. Doch dann hielt Ohle zwei Bälle und einen Siebenmeter. Das viel zu späte Signal zur Aufholjagd? Pavel Prokopec verkürzte jedenfalls per Strafwurf zum 11:20 (35.), Sascha Detlof, der mittlerweile als Rechtshänder Christian Rose ersetzte, gelang das 12:21, Ohle parierte noch einen Siebenmeter, doch Emsdetten ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen.

Beim Stand von 13:25 nahm Lommel nach 42 Minuten seine Auszeit, um dem drohenden Debakel keine unmoralischen Ausmaße zu geben. Doch heute lief nichts zusammen. Emsdetten agierte cool und abgeklärt, ließ den Ball locker und flüssig laufen und verwaltete den hohen Vorsprung.

Überraschenderweise behielten die 1284 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle ihre gute Laune und blieben trotz des 13-Tore-Rückstandes bei der Sache. Dies und die katastrophale Leistung der Füchse animierte die Berliner Verantwortlichen zu einer Geste der Entschuldigung. "Wir wissen, dass es die Füchse besser können. Und wir wollen, dass Sie wieder kommen", sagte Hallensprecher Assemacher 10 Minuten vor dem Abpfiff und kündigte an, dass jeder Besucher mit gültiger Eintrittskarte am kommenden Freitag beim nächsten Heimspiel freien Eintritt haben werde.

"Wir müssen jetzt bedingungslos in die nächsten zwei Spiele gehen", sagte Berlins Bester Sascha Detlof, "sonst ist hier alles vorbei." Man müsse dieses Spiel ganz schnell abhaken, sonst bekäme man den Kopf nicht frei.

Helfen soll bei den nächsten schweren Aufgaben der reaktivierte Ex-HSV-Spieler Joakim Agren. Der 35-jährige Schwede soll ab Montag zum Kader stoßen und vor allem Pavel Prokopec in der Abwehr entlasten. "Er hat sich in Skövde fitgehalten. Ich habe heute mit ihm telefoniert und seine Zusage erhalten", sagte Bob Hanning.

Füchse Berlin – TV Emsdetten 20:33 (10:18)

Füchse Berlin:
Ohle (1.-13.+19.-60. Min., 11/2 Parade), Krieter (13.-19., 1 Parade)
Detlof 5, Prokopec 5/3, Hartensuer 4, Roemling 2, Deffke 2, Matz 1, Pieper 1, Rose, Loge, Schücke, Hok

TV Emsdetten:
Cleverly (1.-60. Min., 17/1 Paraden), Rensinghoff (1 7m, 0 Paraden)
Kreft 6, Goldin 6, Pries 5, Weevers 5/1, Thünemann 4, Bilanovic 4/1, Tuttmann1, Stotz 1, Weiß 1/1

Zeitstrafen: 8 : 8 Minuten (Deffke 2x, Hok, Schücke – Pries 2x, Thünemann, Weiß)
Siebenmeter: 3/4 – 5/7 (Matz scheitert an Cleverly – Bilanovic 2x scheitert an Ohle)
Schiedsrichter: Martin Harms (Magdeburg) und Jörg Mahlich (Stendal)
Zuschauer: 1.284

Spielfilm: 1:3 (5.), 2:5 (11.), 3:9 (14.), 5:10 (18.), 6:13 (22.), 7:15 (26.), 10:18 (HZ)
11:20 (35.), 13:21 (38.), 13:26 (44.), 16:29 (50.), 19:30 (54.), 19:33 (57.), 20:33 (EN)

Auszeit: 11:23 Füchse Berlin
20:43 TV Emsdetten
41:31 Füchse Berlin
48:51 TV Emsdetten




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