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04.12.2016|Spielbericht|CG

Füchse retten Punkt in Gummersbach

Die Füchse Berlin haben am Sonntagnachmittag 26:26 (13:14) auswärts gegen den VfL Gummersbach gespielt. In der Schwalbe-Arena zeigten die Berliner zu Beginn eine gute Leistung, verloren nach zwanzig Minuten aber komplett ihre Linie und ließen Gummersbach nach einer Sechs-Tore-Führung wieder ausgleichen, in Halbzeit zwei liefen die Füchse sogar lange Zeit einem Rückstand hinterher. Erst eine Leistungssteigerung ab Minute 50 konnte das Unentschieden retten.

Nach zwanzig Minuten gaben die Füchse die Zügel aus der Hand
© Bildnachweis: Alexander Arnold

Die Füchse Berlin gingen direkt mit zwei Siebenmeter-Toren von Petar Nenadic in Führung. Durch technische Fehler und Paraden Silvio Heinevetters konnten die Hauptstädter innerhalb von zehn Minuten mit 8:2 davonziehen, zu diesem Zeitpunkt wirkte das Spiel souverän in der Hand von Erlingur Richardsson Team. Doch dann kam, was diese Saison schon mehrfach sicher scheinende Spiele nochmal spannend werden ließ.

Ab der 20. Minute brachen die Füchse komplett ein, nichts ging mehr. Innerhalb von fünf Minuten kassierten sie fünf Tore in Folge, so kam Gummersbach von einem 7:13 auf ein 12:13 heran, Carsten Lichtlein vereitelte drei hundertprozentige Chancen, alle daraus resultierenden Konter sowie die Würfe aus dem Positionsspiel landeten hinter Silvio Heinevetter in den Maschen. Die Gäste hingegen verloren die Bälle beim Prellen (Paul Drux, 25. Minute) und Pässe landeten direkt beim Gegner (Nenadic, 27. Minute). Beim 13:13 durch Simon Ernst (29.) stand die Halle mit Ovationen. Beinahe symptomatisch für diese Spielphase hielt Lichtlein auch den Siebenmeter von Petar Nenadic dreißig Sekunden vor Schluss, allerdings drehte sich der Ball selbst noch ins Tor hinein, sodass der amtierende Vereinsweltmeister mit einem Tor in Führung, viel knapper als zu Beginn der Partie vermutet, in die Halbzeit ging. Halbzeitstand aus Sicht der Füchse: 14:13.

Nach Wiederanpfiff ließen es sich die Gummersbacher nicht nehmen und glichen wieder aus. Ex-Fuchs Evgeni Pevnov traf zum 14:14, kurz darauf (32. Minute) gingen die Gastgeber sogar mit einem 16:14 in Führung (zwei Mal Andreas Schröder). Das darauffolgende Stürmerfoul der Berliner führte zum Drei-Tore-Rückstand (17:14, 34. Minute). So ging es weiter, das Spiel schien sich komplett gedreht zu haben. Jetzt war der VfL durchgehend am Drücker, die Berliner liefen nur noch einem Rückstand hinterher und wirkten kopflos.

Die Füchse-Abwehr ließ jetzt einfache Tore zu, Julius Kühn wurde beispielsweise mehrfach trotz eines langen Anlaufs nicht im Geringsten attackiert. Die Reaktion darauf: Richardsson stellte auf eine 5-1-Formation in der Deckung um, Drago Vukovic sollte als Spitze agieren. Doch auch das erbrachte nicht den nötigen Erfolg. Nächste Maßnahme: Der Berliner Trainer wechselte Heinevetter gegen Petr Stochl, der direkt einige wichtige Bälle hielt. Die Chance, wieder auf ein Tor heranzukommen, vergaben Fabian Wiede (41.) und Mattias Zachrisson (42.); jeweils glänzend pariert von Carsten Lichtlein. In der 43. Minute hatte Petar Nenadic übrigens schon fast die Hälfte der Tore seines Teams geworfen, neun von zwanzig Füchse-Treffern erzielte der Serbe. Den Siebenmeter in Minute 46. vergab er allerdings.

Als zehn Minuten vor Schluss die Konzentration auf Seiten der Gäste zurückzukommen schien - sie erspielten sich immer mehr klare Aktionen, die schnell und gezielt zu Erfolg führten - nahm Gummersbach-Trainer Emir Kurtagic die Auszeit. Kurz darauf hatte Kresimir Kozina (54.) den Ausgleich zum 25:25 auf der Hand, doch er vergab den Konter. Er scheiterte am glänzenden Lichtlein. Als Fabian Wiede den Ausgleich schließlich besorgte, fiel er unglücklich auf seinen linken Ellenbogen und sorgte mit seinem Liegenbleiben für einen kurzen Schockmoment, der Physiotherapeut Fabian Kittmann musste ihn auf dem Feld betreuen und WIede anschließend drei Angriffe auf die Bank.

Spielentscheidend hätte am Ende eine doppelte Überzahl der Hauptstädter sein können, als Andreas Schröder wegen eines Fouls an Nenadic und Evgeni Pevnov nach einem Vergehen an Paul Drux vom Parkett gestellt wurden. Doch es musste hauptsächlich das 27:26 für den VfL verhindert werden, sodass der Endstand von 26:26 noch ein glimpfliches Ergebnis war.

Beste Werfer für Berlin waren Nenadic (9/5), Elísson (6/3) und Wiede (3). Für den VfL trafen Kühn (10/4) und Schröder (3) am häufigsten.

Fabian Wiede sagte nach dem Spiel: „Am Ende haben wir mit dem einen Punkt Glück gehabt. Wir waren dumm in der ersten Halbzeit, haben zu viele Fehler gemacht. Gummersbach haben wir in einen Lauf gespielt, die haben uns dann überrannt. Warum wir immer wieder aus dem Tritt kommen, ist mir ein Rätsel. Immerhin geht&rsquot;s meinem Ellenbogen gut."

Auch Paul Drux ist unglücklich mit dem Ergebnis: „Fabi hat Recht, zwanzig Minuten haben wir gut gespielt, haben sogar so gut wie nie in der Abwehr gestanden. Dann haben wir den Faden absolut verloren und retten uns mit einem Punkt. Nach dem Spielverlauf müssen wir damit sogar leider zufrieden sein."

Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning war auch vor Ort, sein Fazit: "Das kam mir vor wie auf einer Achterbahn-Fahrt. Wir haben anders als im EHF-Cup konzentriert begonnen aber leider nach 18 Minuten mit der gleichen Fahrlässigkeit wie gegen Velenje Gummersbach ins Spiel geholfen. Leider haben wir in der Schlussphase die Chancen nicht im Ansatz genutzt, sodass dies eher ein verlorener als ein gewonnener Punkt ist."




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