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01.11.2017|Information|pb

Marko Kopljar im Interview über die Zeit ohne Handball, die Suche nach einem Kindergarten und die EM in seinem Land

Marko Kopljar ist zurück: Nacht acht Wochen Pause wegen Adduktorenproblemen wird der kroatische Rückraumspieler am Donnerstag (19 Uhr/Sky) bei Frisch Auf Göppingen sein Comeback feiern. Im Interview spricht der 31-Jährige über die Zeit ohne Handball, die schwierige Suche nach einem Kindergarten und die EM in seinem eigenen Land.

War bei der Vereins-WM in Doha für die Füchse im Einsatz: Marko Kopljar
© Bildnachweis: Pillaud (IHF)

Marko, am Donnerstag wirst du in Göppingen nach acht Wochen Pause wieder auf der Platte stehen. Kribbelt es schon?

Und wie! Ich bin sehr glücklich, wieder zurück zu sein. Die letzten Wochen waren sehr hart für mich. Es gibt kaum etwas Schlimmeres für einen Handballer, als seinen Teamkollegen nur bei der Arbeit zuschauen zu können.

Wie sah dein Pensum in den letzten Wochen aus?

Ich habe hauptsächlich im Gym trainiert oder lag bei unserem Physiotherapeuten auf der Liege. Zuletzt konnte ich das Training etwas steigern und habe lockere Sprintübungen gemacht. Dann kam allmählich auch der Ball dazu. Jetzt bin ich wieder bei 100 Prozent und kann Vollgas geben!

Aufgrund der Verletzung hattest du in den letzten Wochen sicher etwas mehr Zeit, um Berlin zu erkundigen, oder?

Ich habe die freie Zeit mit der Familie genutzt. Unser Kleiner wird 2 Jahre alt. Wir sind auf der Suche nach einem Kindergarten für ihn.

Und, seid ihr fündig geworden?

Puh, das ist wirklich nicht einfach in Berlin. Wir sind noch immer auf der Suche, haben aber einen Kindergarten in Prenzlauer Berg im Visier.

Wie steht es um deine Deutsch-Kenntnisse?

(wechselt sofort von Englisch auf Deutsch) Es wird von Tag zu Tag besser. Auf dem Handballfeld und im Training kann ich schon auf Deutsch kommunizieren. Das ist wichtig. Im Alltag brauche ich aber noch eine Weile. Ich muss zugeben, dass meine Frau schon besser spricht. Aber sie hatte Deutsch auch in der Schule...

Zurück zum Handball: Stimmt es eigentlich, dass dich der Trainer und die Ärzte in deinem Eifer bremsen mussten?

(lacht) Das stimmt. Ich wollte unbedingt schon gegen Hannover spielen. Es ist sehr hart, wenn man bei Top-Spielen gegen Hannover, Flensburg oder Kiel nur zusehen kann. So eine lange Verletzungspause war auch für mich eine neue Erfahrung.

Du hast in den ersten beiden Ligaspielen gegen Ludwigshafen und Magdeburg gespielt. Wie ist dein Eindruck von der Bundesliga?

Leider habe ich noch nicht so viel gespielt. Aber ich finde die Bundesliga unglaublich stark. Die Intensität ist extrem hoch. Hier gibt es keine kleinen Gegner. Du kannst dich auch bei einem Sieben-Tore-Vorsprung nicht zurücklehnen. In der Bundesliga gibt es keine Mannschaft, die Spiele einfach so herschenkt. Das wird ganz sicher auch in Göppingen nicht der Fall sein.

Vom 12. bis 28. Januar wird die EM in deinem Heimatland ausgetragen. Aufgrund der Verletzung musstest du die Länderspielreise nach Zagreb letzte Woche absagen. Welche Bedeutung hat für dich die EM im eigenen Land?

In zwei Monaten ist es so weit und in Kroatien redet jeder darüber. Wir fiebern alle dem Turnier entgegen. In Kroatien erwarten die Menschen viel vom Nationalteam. Der Druck ist groß. Die Atmosphäre wird toll sein. Die EM ist ein stärkeres Turnier als die WM: Es kommen wieder fünf bis sechs Teams in Frage, die um den Titel spielen werden. Ganz sicher gehört auch Deutschland dazu.

Was erwartest du persönlich vom Turnier?

Ich habe mit Kroatien bei der EM bisher immer nur Silber oder Bronze geholt. Es wäre eigentlich mal Zeit für Gold, oder? Das fände ich anlässlich der Heim-WM passend. Bis es aber so weit ist, konzentriere ich mich voll und ganz auf die Füchse.




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