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18.11.2007|Spielbericht|RM

Dritter Füchse-Sieg vor 8.864 Zuschauern

Das Duell der Aufsteiger Füchse Berlin und TUSEM Essen war auch zugleich ein Kellerduell. Dabei konnte der TUSEM zwar die erste Halbzeit bestimmen und mit einer 15:14-Führung in die Pause gehen, verpasste dann aber den Start in die zweite Halbzeit. Aus einem 15:17 machten die Füchse ein 21:17 und brachten anschließend das Spiel sicher nach Hause. Vor einer Rekordkulisse von 8.864 Zuschauern feierten die Füchse damit ihren dritten Saisonsieg und kletterten auf Platz 14, der TUSEM markiert dagegen weiterhin das Tabellenende. Erfolgreichste Torschützen waren Konrad Wilczynski (8/8 Treffer) und Kjetil Strand (7) auf Berliner Seite, für Essen trafen David Katzirz (7) und Mark Schmetz am Häufigsten.

Bereits am Sonntagvormittag musste Füchse-Trainer Jörn-Uwe Lommel einen Schock verkraften. Nachdem Torhüter Petr Stochl unter der Woche grippegeplagt beim Trainin pausieren musste, rechtzeitig zum Wochenende wieder fit war, meldeten sich nun Mark Bult und Frank Schumann krank. Beim Punktgewinn in Balingen hatten die beiden Ex-Nordhorner noch gemeinsam mit Spielmacher Kjetil Strand für einen druckvollen Rückraum gesorgt. Bei Bult, der nach einer Verletzung bislang nur beim Gastspiel in Balingen für die Füchse in der Bundesliga auflaufen konnte, bestand keine Chance für einen Einsatz. Stark angeschlagen konnte dagegen Frank Schumann wenigstens mitwirken und sollte sich trotz seiner Erkrankung als Leistungsträger erweisen. Das Gäste-Team von Jens Pfänder musste dafür ohne de Verletzten Sergio Casanova und Ruwen Thoke auskommen.

Die Füchse starteten dann auch in ungewohnter Formation, neben Strand agierten zu Beginn Sascha Detlof und Pavel Prokopec im Berliner Rückraum. Von Beginn an war zu spüren, dass es für beide Mannschaften im Abstiegskampf um wichtige Punkte ging. Besonders Hany El Fakharany und Pavel Prokopec waren in der Abwehr nicht gerade zurückhaltend und bremsten den Essener Angriff aus. Auf der anderen Seite versuchte aber auch die TUSEM-Abwehr um Gunnar Dietrich und Mark Schmetz den Berlinern den Schneid abzukaufen. Die Berliner kamen allerdings mit der Essener Abwehr zunächst besser klar und lagen bis zum 6:4 nach zehn Minuten in Führung. Dann fasste allerdings auch der Essener Angriff Fuß und nutzte die Berliner Unsicherheit, beim 10:13 durch Andrei Siniak betrug die Gästeführung bereits drei Tore.

Beim Stand von 12:14 parierte Berlins Torhüter Petr Stochl, der nun besser ins Spiel fand, und Markus Richwien sorgte trotz doppelter Unterzahl für den Anschlusstreffer. Jens Pfänder reagierte mit einer Auszeit, aus der sein Team allerdings keinen Nutzen ziehen konnte. Stattdessen witterten nun die Füchse ihre Chance das Spiel in die Hand zu nehmen und gingen erfolgreich aus den Zweikämpfen hervor. In der letzten Spielminute vor dem Pausenpfiff profitierten die Füchse von einer Zeitstrafe gegen Gunnar Dietrich. Hany El Fakharany erzielte den 14:14-Ausgleichstreffer, als er sich von der Essener Gegenwehr nicht abschrecken ließ und den nötigen Zug zum Tor hatte. Mit einem erfolgreichen Strafwurf durch Mark Schmetz gelang es dem TUSEM nochmals mit 15:14 in Führung zu gehen. Zwei Sekunden vor Ende der ersten Halbzeit reagierte Jörn-Uwe Lommel mit der Berliner Auszeit, brachte einen siebten Feldspieler und ordnete einen schnellen Angriff über die Außen an. Essen konnte den Versuch allerdings unterbinden und sicherte sich die 15:14-Pausenführung.

Berlin übernimmt die Führung und feiert vor 8.864 Zuschauern den dritten Sieg


Auch im zweiten Durchgang wurde das Spiel von den Abwehrreihen bestimmt und erst nach über zwei Minuten gelang den Gästen der erste Treffer, wieder durch einen erfolgreichen Strafwurf von Mark Schmetz. Dies sollte allerdings vorerst der letzte Gästetreffer bleiben. Hatte TUSEM-Coach Jens Pfänder seinen Team noch eine sehr starke erste Halbzeit attestiert, in der leider verpasst wurde mit drei oder vier Toren in die Pause zu gehen, hatte seine Mannschaft in den ersten zehn Minuten des zweiten Durchgangs den Kopf verloren. In dieser Phase machten dann die Berliner aus dem 15:17 ein 21:17 und übernahmen damit die Regie im Kellerduell. "Frank muss man zu der Abwehrleistung gratulieren" zeigte Füchse-Trainer Jörn-Uwe Lommel seine Zufriedenheit mit Schumann, der sich "in den Dienst der Mannschaft gestellt hat."

Nachdem Essen wieder ins Spiel zurück kam, gaben ihnen die Hausherren keine Chance mehr das Spiel zu kippen. Stattdessen erhöhten die Hausherren ihren Vorsprung teilweise auf sieben Tore und sicherten sich damit am Ende mit 31:26 ihren dritten Saisonsieg. Mit 8.864 Zuschauern konnten die Füchse außerdem eine Rekordkulisse feiern. Hatte am Vormittag noch das BSR-Jugendturnier stattgefunden, dessen Teilnehmer als Zuschauer die Max-Schmeling-Halle besuchten, zeigte auch die Lidl-Ticketaktion ihre Wirkung. Geschäftsführer Bob Hanning bezeichnete dies als Schulterschluss zwischen den Berliner Handballvereinen, dem Handballverband und dem Profihandball, nannte die Besucherressonanz aber auch eine Kraftspritze für das gesamte Team, die Gesellschafter und Sponsoren der Füchse.

Sportlich erfreut zeigte sich dann auch Trainer Jörn-Uwe Lommel. Die morgendliche Mitteilung über die Grippeerkrankung von Mark Bult und Frank Schumann wäre für die Mannschaft eine "sehr, sehr schwere Situation" gewesen. Dennoch wäre es seinem Team gelungen, so Lommel, die Essener unter Druck zu setzen und die Defensive habe hervorragend agiert. "Stochl hat heute die Bälle geholt, die er holen muss" bekam dann auch noch der Torhüter ein Extralob, ohne dabei die souveräne Leistung von Spielmacher Kjetil Strand zu vergessen. Die Rekordkulisse in der Halle nannte Lommel eine "fantastische Kulisse", die er sich auch für das nächste Heimspiel gegen Hamburg wünscht.




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