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16.02.2025|Spielbericht|pst

In und an Lemgo die Zähne ausgebissen

Ein starker Gastgeber in Ostwestfalen hat es den Füchsen Berlin schwer gemacht und einen Auswärtssieg verhindert. Beim TBV Lemgo Lippe kam der deutsche Vizemeister nicht über ein Remis hinaus, obwohl Dejan Milosavljev drei Siebenmeter parierte.

Mit vier Assists hatte Nils Lichtlein die meisten aller Füchse-Spieler nach 60 Minuten auf dem Konto.
© Bildnachweis: Jens Friedrichs

Beim 25:25 (12:12) in der PHOENIX CONTACT arena avancierte der serbische Nationaltorhüter zwischen den Pfosten der Füchse Berlin zum wahren Schreck für die Lemgoer Schützen vom Strich. Dreimal blieb Milosavljev im Eins-gegen-Eins-Duell der Sieger, parierte insgesamt zehn TBV-Abschlüsse. Bei den Feldspielern überragte einmal mehr der Welthandballer Mathias Gidsel mit neun Treffern. Seine drei Assists wurden in einem Spiel auf Messers Schneide nur von Nils Lichtlein getoppt, der viermal den entscheidenden Pass spielte.

Mit der Punkteteilung haben die Füchse Berlin ihren Tabellenplatz zwei in der DAIKIN Handball-Bundesliga verloren, da die TSV Hannover-Burgdorf bereits am Donnerstag in Stuttgart gewann und nun einen Punkt vor den Hauptstädtern rangiert. Der Abstand auf Spitzenreiter MT Melsungen ist derweil von vier auf drei Zähler geschrumpft, da dieser beim SC Magdeburg früher am Tag knapp verlor. Die Füchse sahen sich derweil in einer Partie mit vielen Führungswechseln einem kampfbetonten und von den Fans vorangetriebenen Gegner gegenüber, bei dem Ex-Fuchs Frederik Simak am Kreis eine souveräne Leistung zeigte.

Mit einem gewohnt lang ausgespielten Angriff des TBV Lemgo Lippe gingen die Gastgeber durch Niels Versteijnen, der den Ball im Torwinkel einschlagen ließ, in Führung. Im Gegenangriff passte Füchse-Spielmacher Nils Lichtlein auf Linksaußen Tim Freihöfer, der zum Ausgleich nach gut zwei Minuten einnetzte. Der gebürtige Schwabe war es dann auch, der nach einem technischen Fehler beim TBV im Tempogegenstoß die erste Führung für die Gäste herstellte. Nach einem weiteren unerfolgreichen Lemgo-Angriff erhöhte Lasse Andersson, der die Mannschaft erneut als Kapitän auf das Feld führte. Ein Block von Matthes Langhoff ermöglichte Mathias Gidsel, in Überzahl auf das leere Tor zu werfen und das 4:1 zu erzielen (8.), eine Minute später assistierte er für Hakun West av Teigum. Dejan Milosavljev erwies sich kurz darauf gegen Samuel Zehnder als doppelter Siebenmeterkiller und unterstrich seine Wichtigkeit für die Mannschaft. Den darauffolgenden Versuch vom Strich von Versteijnen vereitelte der Serbe ebenfalls.

Auf den guten Start folgte jedoch eine schwierige Phase, in der die eigenen Abschlüsse nicht mehr effektiv genug waren und die Ostwestfalen bis auf ein Tor herankamen. Ein gut aufgelegter Constantin Möstl im TBV-Gehäuse erwies sich als große Aufgabe für die beste Offensive der Liga. Fabian Wiede mit einer schönen Einzelaktion sowie einem artistischen Treffer im Fallen stellte wieder eine Drei-Tore-Führung her. Doch erneut gaben die Berliner diese her. Dem 11:11-Ausgleich hatten sie direkt einen Gegentreffer vom Anspielkreis weg als Paroli zu bieten. Lemgos Leve Carstensen stellte in der 30. Minute auf 12:12, wobei es zur Halbzeitsirene auch blieb, weil Anderssons direkter Freiwurfversuch nur an der Latte landete.

Den zweiten Durchgang eröffnete Gidsel nach 25 Sekunden mit einem sehenswerten Dreher. Nach einem TBV-Treffer und eigenem Abspielfehler war es eine wichtige Parade von Milosavljev, der seine Füchse erneut rettete. Av Teigum vollendete im Tempogegenstoß. In Unterzahl ohne Kreisläufer und Top-Innenblocker Mijajlo Marsenic mussten die Berliner Gäste wieder einem Rückstand hinterherlaufen. Jener Marsenic stellte bei Gidsel-Anspiel aber nach seiner Rückkehr auf die Platte auf Pari-Pari. Eine unnötige Zeitstrafe für Lemgos Nicolai Theilinger nutzte der deutsche Vizemeister in Person des WM-MVP‘s Gidsel zum wiederholten Führungswechsel. Viermal war er derweil in Folge für die Füchse erfolgreich.

Als Hexer zeichnete sich Milosavljev in der 50. Minute aus, als er den nächsten, den bereits dritten, Lemgoer Siebenmeter entschärfte. Infolgedessen erhöhte Gidsel auf 23:20 für die Gäste. Fünf Minuten vor der Schlusssirene glichen die Hausherren allerdings wieder aus, was av Teigum postwendend änderte. Die Führung stellte auch Freihöfer cool vom Strich wieder her. In Unterzahl machte es der TBV in den Schlussminuten allerdings stark und erkämpfte sich das 25:25-Remis.

Am kommenden Donnerstag steht für den Hauptstadt-Club die Auswärtspartie in Plock zum 12. Spieltag der Machineseeker EHF Champions League an, am darauffolgenden Sonntag geht es in der DAIKIN Handball-Bundesliga weiter. An jenem 23. Februar gastiert die SG Flensburg-Handewitt von 15 Uhr an zum Topspiel in der Berliner Max-Schmeling-Halle. Restkarten sind noch erhältlich.

Trainer Jaron Siewert: „In der ersten Halbzeit verteidigen wir sehr gut, stehen sehr lange gut und die Lemgoer können gefühlte 1:30-Minuten-Angriffe spielen. Zum Ende haben wir leider ein paar Tore aus dem Zeitspiel bekommen. Dennoch haben wir uns auch in der ersten Halbzeit im eigenen Angriffsspiel zu sehr von der doch lethargischen Spielweise Lemgos anstecken lassen. Wir sind nicht so schnell auf die Aktionen gekommen, die wir brauchen und wollen. Auch unser Tempospiel war heute nicht auf dem Niveau, wie wir es gewohnt sind. In der zweiten Halbzeit ist es ein ähnliches Spiel, wir kassieren generell zu viele Durchbruchaktionen, die wir so nicht wollten und nicht konsequent geschlossen bekommen haben. Bei Plus drei in der 52. Minute haben wir den Anspruch an uns, das Ding auch zuzumachen und mit zwei Punkten nach Hause zu fahren. Dann geht es allerdings ein Ticken zu schnell wieder in die andere Richtung und am Ende müssen wir froh über den Punkt sein, da Lemgo den letzten Angriff hatte. Jetzt fahren wir nach Hause, müssen den Fokus schnellstmöglich wieder auf Plock und dann auf Flensburg finden. Die Fehler werden wir morgen sicherlich ansprechen, an denen es gelegen hat, warum wir hier heute nicht mit zwei Punkten nach Hause gefahren sind.“

TBV Lemgo Lippe: Möstl (9 Paraden), Kastelic; Hutecek (3), Theilinger, Zehnder, Simak (3), Schagen, Leve Carstensen (4), Suton (7), Versteijnen (6/1), Wagner, Faust (2), Herseklioglu, Meeno Carstensen, Petrovsky.

Füchse Berlin: Ludwig, Milosavljev (10 Paraden); Wiede (4), Prantner, Strlek, Andersson (2), Lichtlein (1), Gidsel (9), Freihöfer (3/1), Mohr, Langhoff, Beneke, av Teigum (3), Marsenic (3).




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