Die meisten Treffer verbuchte an diesem Sonntagabend in der Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf Tim Freihöfer, der inklusive Siebenmeter elfmal einnetzte – so oft wie noch nie zuvor in dieser Spielzeit. Auch Mathias Gidsel zeigte sich mit neun Toren einmal mehr torhungrig. Zwischen den Pfosten glänzte vor allem in Durchgang eins Lasse Ludwig. Der ehemalige Jungfuchs kam am Ende auf zehn Paraden, und stand sinnbildlich für die eigentlich gute erste Halbzeit, in der sich die Füchse Berlin aber bereits nicht entscheidend absetzen konnten. Nur ein technischer Fehler unterlief dem Deutschen Meister in ebenjener, es folgten allerdings vier weitere.
In den zweiten 30 Minuten war es aber lange dasselbe Problem: Inklusive achteinhalb torlosen Minuten schaffte es das Team von Trainer Nicolej Krickau nicht, einen komfortablen Abstand herzustellen. Einzig nach dem Seitenwechsel entwischte es ein wenig, doch der Bergischer HC gab sich nie auf und hielt sich lange in Lauerstellung sowie im Spiel. Insgesamt hat es aber zum 35:28 (17:13) gereicht. Somit verteidigen die Füchse nach dem 22. Spieltag Platz zwei in der Tabelle der DAIKIN Handball-Bundesliga, haben aber nach wie vor eine Partie mehr absolviert als die direkten Konkurrenten.
Mit diesen Aktionen gelang der Auswärtssieg
Für die Füchse Berlin startete statt wie zuletzt Dejan Milosavljev diesmal beim Bergischen HC am 22. Spieltag der DAIKIN Handball-Bundesliga Lasse Ludwig. Zunächst musste der Deutsche jedoch den ersten Treffer von Nico Schöttle hinnehmen. Zwar glich Mathias Gidsel im Gegenzug aus, doch daraufhin ließen die Gäste zwei Angriffe ungenutzt, sodass der heimische Aufsteiger erneut in Führung ging. Im weiteren Verlauf der Anfangsphase kam aber Ludwig mit einigen Paraden in die Partie, sodass vor allem Lasse Anderssons Treffer auf Plus zwei stellten. Per Siebenmeter erhöhte Tim Freihöfer auf 7:4 (10.). Insgesamt blieb der BHC derweil sechs Minuten lang ohne eigenen Treffer, weil Berlins Keeper Ludwig nach einer knappen Viertelstunde fünf der ersten neun Heim-Abschlüsse abwehren konnte.
Bis auf fünf Tore war der Hauptstadt-Club bereits enteilt, doch eine schlechtere Phase brachte den Bergischen HC auf drei Treffer heran. Des Weiteren schaffte es Berlin, den Abstand konstant zu halten, dabei halfen die nächsten Torerfolge von Gidsel, Freihöfer und Nils Lichtlein. Zwingend war es dann aber nicht immer, auch nicht mit Matthes Langhoff im Angriff, sodass es nicht gelang, sich abzusetzen. Füchse-Kreisläufer Mijajlo Marsenić legte dann den Ball sehenswert am BHC-Torwart Christopher Rudeck vorbei, 17:12 (28.). Auf der anderen Seite brachte sich einmal mehr Ludwig ins Rampenlicht, indem er Noah Beyers Siebenmeter parierte. Zur Halbzeit war es dann ein 17:13 für die Füchse.
Die erste Lücke des zweiten Spielabschnitts fand indes Welthandballer Gidsel. Die Rheinländer hatten vom Strich durch Beyer aber die Antwort parat. Obwohl zwei Gegenspieler an Marsenić dranwaren, konnte der Serbe dennoch den nächsten Treffer für die angereisten Hauptstädter erzielen (33.). Wie in der zweiten Viertelstunde blieb der BHC auch aus der Kabine kommend dran. Weil sie aber dann doch einmal ohne Erfolg blieben, erhöhte Hákun West av Teigum schick auf 22:16 (36.). Freihöfer und zweimal Lichtlein erhöhten in Folge auf einen Acht-Tore-Vorsprung. Während einiges nicht zusammenlief und die Hausherren einen Steal verbuchten, rannte Lichtlein entscheidend zurück und fing das finale Abspiel ab (43.), die Berliner mussten nach fünf torlosen Minuten aufpassen, dass der Auswärtssieg nicht aus den Händen gleiten würde.
Chefcoach Nicolej Krickau nahm daraufhin eine Auszeit und fand klare Worte: Seine Mannen müssten eine Schippe drauflegen. Doch der nächste Angriff mit nur noch vier Pässen sowie der folgende endeten ohne zappelndes Netz, stattdessen verkürzte der Bergische HC auf Minus drei. Als Freihöfer den ersten Treffer seit achteinhalb Minuten erzielte (47.), stellte er diesen Abstand wieder her. Andersson erhöhte nach einem heimischen Abspielfehler auf Plus vier. Die schwierige Phase schien überbrückt, dennoch ließ sich der Aufsteiger nicht abschütteln. Ein Doppelschlag von Freihöfer, von Außen und vom Strich, ließen die Gäste fünf Minuten vor dem Ende etwas durchatmen. Der Italiener Leo Prantner stellte später auf 33:28 (58.), und Freihöfers persönlicher Saisonbestleistungswert-bedeutender Treffer machte den Sack zu. Die Füchse gewannen in Düsseldorf mit 35:28.
Doppelte Heimspiel-Woche steht an
Nach der Auswärtsspiel-Woche steht die Heimspiel-Woche an. Es folgen für die Füchse Berlin nämlich zwei Partien in der Max-Schmeling-Halle. Am Donnerstag, 26. Februar, kommt Industria Kielce zum 12. Spieltag der Machineseeker EHF Champions League in den Fuchsbau. Anwurf ist um 18.45 Uhr,
Tickets sind hier erhältlich. Am Sonntag, 1. März, empfängt der Deutsche Meister dann wieder in der DAIKIN Handball-Bundesliga von 18 Uhr an die Rhein-Neckar Löwen (
hier geht es zu den Karten).
Stimmen und Statistiken
Trainer Nicolej Krickau: „Bei der kämpferischen Leistung des BHC mussten wir über 60 Minuten konzentriert bleiben. Das haben wir fast geschafft. Deswegen sind wir auch sehr zufrieden mit den zwei Punkten. Das ist nicht selbstverständlich beim BHC. Unser Spielflow war gut in den meisten Phasen, darauf können wir positiv blicken.“
Matthes Langhoff: „Ich fand, wir haben das gut gemacht. Wir hatten einen guten Spielfluss über weite Strecken des Spiels. Dadurch haben wir gute Chancen kreiert, davon treffen wir in der ersten Halbzeit zu wenig. Deshalb können wir uns nicht absetzen. Durch eine gute Abwehr und einen starken Lasse Ludwig haben wir es vernünftig gemacht. Hintenraus schaffen wir es, uns abzusetzen.“
Bergischer HC: Rudeck (12 Paraden), Diedrich; Beyer (3/5), Becher (4), Schöttle (2), Hangstein (2), Babarskas, Kooij (1), Babak (2), Massoud, Voss-Fels (2), Michalski, Fuchs (1), Seesing (2), Steinhaus (7), Wasielewski (2).
Füchse Berlin: Ludwig (10 Paraden), Milosavljev (2); Darj, Prantner (1), Andersson (6), Ariño, Grøndahl, Lichtlein (4), Gidsel (9), Freihöfer (11/7), Cehte, Pichiri, Langhoff, Herburger, av Teigum (1), Marsenić (3).