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21.05.2025|Information|pst

Tobias Reichmann beendet seine Karriere

Zum Start dieser Saison stieß der ehemalige Nationalspieler zu den Füchsen Berlin und spielte erstmals Handball für einen Club in seiner Heimatstadt. Seit der Winterpause stand der Rechtsaußen aus privaten Gründen bereits nicht mehr zur Verfügung, nun beendet der 36-Jährige seine illustre Laufbahn endgültig.

Tobias Reichmann spielte seit dieser Saison für die Füchse Berlin, beendet nun aber endgültig seine Karriere.
© Bildnachweis: Lächler

Es war im vergangenen Sommer so etwas wie die Rückkehr des verlorenen Sohns. Tobias Reichmann wurde in Berlin geboren, nachdem er zunächst dem Schwimmsport nachging und dann mit seiner Familie nach Brandenburg zog, spielte er nie Handball in der Bundeshauptstadt. Trotz diverser Versuche des Füchse-Geschäftsführers Bob Hanning klappte es nie mit einem Wechsel – bis eben zum vergangenen Jahr. In der aktuellen Saison 2024/25 lief Reichmann für die Füchse Berlin 15-mal in der DAIKIN Handball-Bundesliga auf, zweimal im DHB-Pokal und achtmal in der Machineseeker EHF Champions League. Dabei durfte der Rechtsaußen 55 Tore bejubeln und mauserte sich schnell zu einem der Publikumslieblinge in der Max-Schmeling-Halle. Auch in der Mannschaft war das Ansehen aufgrund seiner Erfahrung und seiner sympathischen Art groß.

Nach der Winterpause stieß Reichmann allerdings nicht mehr zum Team von Trainer Jaron Siewert dazu. Aus privaten Gründen stand der 36 Jahre alte Ex-Nationalspieler nicht mehr zur Verfügung. Nun ist klar, dass auch kein weiterer Auftritt im Füchse-Trikot hinzukommen wird, wie auch für keinen anderen Verein. Tobias Reichmann beendet seine Handball-Karriere endgültig. Die Füchse Berlin danken für seinen Einsatz und wollen ihm im Rahmen des letzten Heimspiels der Saison am Donnerstag, 5. Juni gegen Gummersbach, einen gebührenden Abschied von der ganz großen Handball-Bühne schenken. Letzte Tickets für die Partie, bei der unter anderem auch Paul Drux verabschiedet wird, sind hier erhältlich.

Wenn Reichmann auf seine aktive Laufbahn zurückblickt, ist da zeitlich gesehen als erstes der deutsche Supercup, den er in seinem ersten Pflichtspiel mit den Füchsen Berlin errang. Bevor er 2024 in die Hauptstadt kam, spielte er für die Rhein-Neckar Löwen, den Drittligisten TV Emsdetten und die MT Melsungen. Bei seiner vorherigen Station in Polen holte er mit Kielce diverse nationale Titel und gewann 2016 die EHF Champions League. In einem nervenaufreibenden Finalspiel gegen Veszprém avancierte Reichmann zum besten Werfer. Neben den weiteren Stationen HSG Wetzlar, SC Magdeburg II und LHC Cottbus erlebte der Rechtsaußen eine erfolgreiche Zeit beim THW Kiel. 2010 und 2012 holte er jeweils das Double aus Deutscher Meisterschaft und Champions League, 2012 sogar noch den DHB-Pokal (wie auch 2011).

Daraufhin wurde er im September 2012 erstmals in den Kader der deutschen A-Nationalmannschaft berufen. Auch mit dem DHB-Team prägte Reichmann eine erfolgreiche Ära. Sein goldenes Jahr 2016 rundeten nämlich Olympia-Bronze sowie der Gewinn der Europameisterschaft ab. Insgesamt lief der gebürtige Berliner 106-mal für die Nationalmannschaft auf und warf dabei 291 Tore.

Tobias Reichmann: „Ich bin den Füchsen – insbesondere Bob, Jaron und Kretzsche – sehr dankbar, dass sie mir die Chance gegeben haben, noch einmal in meiner Geburtsstadt zu spielen. Das war zum Abschluss definitiv ein Highlight, auch wenn ich mir das Ende anders vorgestellt hätte. Nichtsdestotrotz überwiegt die Freude, noch einmal bei einem Topclub gespielt zu haben. Ich bin sehr dankbar für die Zeit in Berlin, es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Ich glaube, dass ich dem Team etwas geben konnte, speziell den jungen Spielern. Ich habe mich beispielsweise viel mit Hakun, Nils, Max Beneke und Tim ausgetauscht. Da konnte ich meine Erfahrung ein Stückweit einbringen und Tipps weitergeben. Vielen Dank an alle Unterstützer innerhalb und außerhalb des Vereins, vielen Dank an die Fans. So ist die aktive Zeit vorbei, aber es gibt ja noch ein Leben danach. In diesem möchte ich gerne weiterhin etwas im Handball machen, vielleicht im Jugendbereich als Trainer.“

Geschäftsführer Bob Hanning: „Seitdem Tobi bei der Nationalmannschaft gespielt hat, war es unser Bestreben, ihn einmal nach Berlin zu holen. Der Wunsch ist erfüllt, leider nicht ganz vollendet. Tobi hat sich genau so präsentiert, wie wir es alle erwartet haben: Als vorbildlicher Sportler und Führungsspieler. Leider hat er die Saison aus verständlichen Gründen nicht mit uns zu Ende spielen können, trotzdem wird er immer Bestandteil dieses Clubs sein. Die Füchse wünschen Tobi nur das Beste für die Zeit nach der Karriere.“

Vorstand Sport Stefan Kretzschmar: „Ich möchte mich bei Tobi bedanken. Er war seit seiner Ankunft in Berlin ein tadelloser Teamkamerad, der wirklich wichtig für die Chemie in der Mannschaft war. Abgesehen davon ist Tobi natürlich nicht nur wegen seiner Erfahrung ein toller Handballer und dazu noch ein toller Charakter.“




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