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14.06.2025|Spielbericht|pst

Gidsel früh runter, Milosavljev überragt: Füchse im CL-Finale

Die Füchse Berlin haben beim TruckScout24 EHF FINAL4 das Endspiel erreicht. Im Halbfinale besiegten sie den französischen Club HBC Nantes an diesem Samstag mit 34:24 (18:12). Und das, obwohl der dänische Welthandballer bereits nach acht Minuten von der Platte musste. Dafür wuchs Torhüter Dejan Milosavljev über sich hinaus.

Mit 15 Paraden wurde Dejan Milosavljev zum Schrecken der Nantes-Spieler.
© Bildnachweis: Köppen

Zum ersten Mal seit 13 Jahren stehen die Füchse Berlin im Finalturnier der Königsklasse, erstmals stehen sie nun auch im großen Endspiel und erzielen mit mindestens Rang zwei die beste Platzierung in der EHF Champions League ihrer Vereinsgeschichte. Am morgigen Sonntag wartet entweder der SC Magdeburg oder der FC Barcelona. Im Halbfinale des TruckScout24 EHF FINAL4 bestätigte der deutsche Hauptstadt-Club seinen Flow und gewann gegen einen emotional stark kämpfenden und von seinen Fans gefeierten HBC Nantes mit 34:24 (18:12). Es ruft also nun das Finale der Machineseeker EHF Champions League.

Und das war möglich, obwohl Mathias Gidsel nach acht Minuten die rote Karte sah. Der dänische Welthandballer war ausgerutscht und räumte dabei seinen Gegenspieler ab. Doch die Truppe um Kapitän Max Darj ließ sich nicht unterkriegen. Sofort zeigten die Mannen in Schwarz, dass sie auch ohne den HBL-MVP stark sind. Als bester Werfer entpuppte sich Tim Freihöfer, der inklusive Siebenmeter auf zehn Tore kam. Zwischen den Pfosten glänzte aber vor allem Dejan Milosavljev, der mit 15 Paraden zum Albtraum des HBC Nantes wurde.

Stärke bewies direkt Mijajlo Marsenic, der den ersten Abschluss des HBC Nantes blockte. Weil die Franzosen dann beim Kempa-Versuch scheiterten, warf Rechtsaußen Hakun West av Teigum für die Füchse Berlin den Premierentreffer (2.). Lasse Andersson und Mathias Gidsel stellten jeweils die Führung nach Gegentreffern wieder her. Als dann Nantes in der Offensive scheiterte, konnte Nils Lichtlein im Nachwurf erstmals auf Plus zwei stellen, 4:2 nach vier Minuten. Nachdem Dejan Milosavljev seine erste Parade aufwies, jubelten die 600 Fans im Füchse-Block und skandierten „Milo, Milo, Milo“. Die 20.074 Zuschauer in der Kölner Lanxess Arena sahen dann, wie Tim Freihöfer per Siebenmeter auf 6:3 stellte (6.). Nach neun Minuten rutschte Gidsel dann in der Abwehr aus und räumte seinen Gegenspieler am Kreis ab. Zum Unverständnis der Berliner Bank entschieden die Schiedsrichter nach Videobeweis auf rote Karte, der frischgebackene Deutsche Meister musste früh ohne seinen Welthandballer auskommen.

Dass sie von diesem Schock unbeeindruckt waren, zeigten die Treffer von Lichtlein und Freihöfer sowie eine weitere Parade Milosavljevs. Auch der nun agierende Fabian Wiede trug sich in die Torschützenliste ein. Im Fallen bediente dann Lichtlein Freihöfer, der zum 10:6 einnetzte (15.). Weil vor allem Milosavljvev überragende Aktionen zeigte, behielten die deutschen Hauptstädter das Polster, welches durch Andersson nach gut 25 Minuten auf Plus fünf wuchs (15:10). Einen setzte er obendrauf, indem der Däne den Ball stahl und dann im Gegenstoß selbst verwandelte. Dieses Kunststück wiederholte er später. Beinahe traf av Teigum noch mit der Halbzeitsirene, doch es blieb beim 18:12 nach einer halben Stunde.

Aus der Kabine kommend glänzte der Berliner Keeper Milosavljev weiter, während av Teigum, zweimal Freihöfer und Wiede für die Füchse trafen. Letzterer, der Ur-Fuchs, machte erst den Steal, um dann vom eigenen Kreis aus ins gegnerische Netz zu werfen. Kurz darauf entschärfte Milosavljev einen Siebenmeter von Nantes‘ Valero Rivera Folch (40.), es folgte eine Monsterparade des Serben, der quer in der Luft hing. Während einer schwierigen Phase, in der die Franzosen noch einmal Aufwind bekamen, schweißte Lichtlein eine Viertelstunde vor dem Ende der Partie einen Wurf aus Knöchelhöhe in die Maschen.

Als Milosavljev erneut einen Siebenmeter parierte, zudem den darauffolgenden HBC-Abschluss, rastete die grüne Ecke in der Lanxess Arena aus. So auch die gesamte Bank der Füchse. Und es hörte nicht auf; die Nantes-Akteure fanden ihren Meister immer wieder in Dejan Milosavljev, dem entscheidenden Faktor in diesem Halbfinale. Bereits fünf Minuten vor Schluss sangen die Fans wie schon am Sonntag bei der Deutschen Meisterschaft in Mannheim „Oh wie ist das schön“. Am Ende stand ein 34:24 für die Berliner, deren Fans dann „Finale, oh oh oh“ anstimmten. Den letzten Treffer markierte indes der 18 Jahre alte Jan Grüner.

Bereits morgen steht die nächste Partie an – und zwar das Finale der Machineseeker EHF Champions League. Die Füchse Berlin konkurrieren dann ab 18 Uhr mit dem Sieger aus der Begegnung zwischen dem FC Barcelona und dem SC Magdeburg um die Krone Europas. Auch dieses Spiel übertragen DYN, DAZN, DF1 und Pluto TV live.

Trainer Jaron Siewert: „Danke an Nantes für den großartigen Kampf. Wir sind sehr glücklich, dass wir alle Probleme auf dem Feld lösen konnten und auch nach der roten Karte von Mathias ruhig geblieben sind. Was die Mannschaft in den letzten 15 Minuten abgeliefert hat, ist großartig. Ich bin sehr glücklich darüber, dem größten Erfolg in unserem Leben einen Schritt näher zu sein.“

Tim Freihöfer: „Wir haben in der Defensive sehr gut gespielt und dahinter hatten wir mit Dejan einen sehr starken Torwart. Dann haben wir viele Tore geworfen und das ist auch die Art und Weise, wie wir spielen möchten. Wir haben damit auch nach der roten Karte für Mathias nicht aufgehört.“

Füchse Berlin: Ludwig, Milosavljev (15 Paraden); Wiede (4), Darj (1), Prantner, Štrlek, Andersson (7), Lichtlein (5), Gidsel (2), Freihöfer (10/6), Langhoff (1), Beneke, Grüner (1), Herburger, av Teigum (2), Marsenic (1).

HBC Nantes: Pesic (5 Paraden), Biosca Garcia (4); Briet (1), Minne (2), Yoshida, Rivera Folch (4/2), Abdi (2), Avelange Demouge, Ovnicek (2), Tournat (6), Bos (3), Gaber, Nyateu, Leopold (1), Lagarde, Odriozola Yeregui (3).




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